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Katzen

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Inhalt
  1. (Nach oben)
  2. Morphologie und Anatomie
    1. Skelett- und Muskelsystem
    2. Schädel und Gebiss
    3. Gliedmaßen, Pfoten und Krallen
    4. Fell und Färbung
    5. Größenvariation und Geschlechtsdimorphismus
  3. Sinnessysteme und Trinkmechanik
    1. Sehvermögen
    2. Gehör
    3. Geruchssinn und Geschmack
    4. Tastsinn und Vibrissen
    5. Trinkmechanik
  4. Verhalten und Ökologie
    1. Sozialstruktur und Territorialität
    2. Jagdmethoden und Fortbewegung
    3. Ernährung und Beuteauswahl
    4. Verbreitung und Lebensraum
  5. Vokalisierung und Kommunikation
    1. Vokales Repertoire
    2. Schnurren und Brüllen
    3. Visuelle und chemische Kommunikation
  6. Fortpflanzung und Lebenszyklus
    1. Paarung und Ovulation
    2. Trächtigkeit und Entwicklung
    3. Jungtiermortalität und Dispersal
  7. Evolutionsgeschichte
    1. Frühe Katzen
    2. Machairodontinae und säbelschwänzige Morphologien
    3. Radiation und Migrationen
    4. Fossile Großkatzen (Pantherinen)
  8. Klassifikation und Phylogenie
    1. Taxonomische Geschichte und Unterfamilien
    2. Unterschiede zwischen kleinen und großen Katzen
    3. Die acht heutigen Abstammungslinien
    4. Hybridisierung und Genetik
  9. Beziehungen zum Menschen
    1. Kulturelle und mythologische Bedeutung
    2. Angriffe auf Menschen
    3. Domestikation und Verwendung bei der Jagd
    4. Bedrohungen und Artenschutz
  10. Literatur und Quellen
Katzen
Katzen
Wissenschaftlicher NameFelidae
AutorFischer von Waldheim, 1817
OrdnungCarnivora
UnterordnungFeliformia
Fossile ReichweiteOligozän bis heute
TypusgattungFelis Linnaeus, 1758
UnterfamilienFelinae, Pantherinae, Machairodontinae, Proailurinae
VerbreitungsgebietWeltweit außer Antarktis und Australasien

Die Katzen (Felidae) sind eine Familie von Säugetieren aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora), deren Mitglieder gemeinhin als Katzen oder Feliden bezeichnet werden.[1][2][3] Die Familie umfasst die lebenden Unterfamilien Pantherinae (Großkatzen) und Felinae (Kleinkatzen) sowie ausgestorbene Gruppen wie die Machairodontinae (Säbelschwanzkatzen), und besteht aus obligaten Fleischfressern mit flexiblen Körpern, scharfem Gehör und binokularem Sehen sowie einziehbaren Krallen.[4][5][6] Im Oligozän entstanden, breiteten sich die Feliden über Afroeurasien und die Amerikas aus und besetzten diverse Lebensräume, die von dichten tropischen Regenwäldern und Gebirgsplateaus bis hin zu trockenen Wüsten reichen.[5][7]

Morphologie und Anatomie

Lebende Felidenarten teilen einen konservierten Bauplan, der durch schlanke, muskulöse Körper, verkürzte Schädelregionen und flexible Gliedmaßen gekennzeichnet ist.[5][8] Trotz ausgeprägter Massenvariationen zwischen kleinen Wildkatzen und großen Pantherinen bleiben ihre Skelettstrukturen und inneren Proportionen über die Taxa hinweg remarkably einheitlich.[8][9]

Skelett- und Muskelsystem

Das Katzenskelett zeichnet sich durch eine elastische Wirbelsäule aus, die von einer geschmeidigen Rückenmuskulatur und weichen Bandscheiben gestützt wird.[9][10][11] Diese Flexibilität ermöglicht es dem Tier, seine Wirbelsäule bei schneller Beschleunigung zu biegen und zu drehen, und ermöglicht den Stellreflex in der Luft, sodass fallende Feliden ihren Körper drehen und auf den Füßen landen können.[10] Das Schlüsselbein ist rudimentär und schwimmt frei im Muskeltewebe; es ist durch ein einziges Band anstelle einer knöchernen Gelenkverbindung mit dem Brustbein verbunden.[9][10][11] Diese Reduktion entkoppelt die Schultergürtel, wodurch sich die Vordergliedmaßen unabhängig durch eine verlängerte Schrittlänge bewegen und seitlich drehen lassen, um Beute zu greifen oder auf Bäume zu klettern.[9][10]

Die Gliedmaßen sind auf das Laufen, Springen und Beutefangen spezialisiert.[9][10] Die muskeltätigen Hintergliedmaßen sind länger als die Vordergliedmaßen und liefern Antriebskraft für Sprints und Vertikalsprünge.[9][10] Die Skelettmuskeln der Feliden besitzen schnell zuckende Typ-IIx-Fasern, die die dreifache Leistung menschlicher Sportlermuskeln und etwa 20 Prozent mehr Kraft als die von wilden Huftieren erzeugen.[12][13][14] Genomstudien offenbaren positiv selektierte Gene im Zusammenhang mit Knochenmineralisierung, Muskelkontraktionsgeschwindigkeit, Steroidhormonsynthese und Axonalentwicklung.[15]

Schädel und Gebiss

Der Katzenschädel ist kompakt gebaut und weist eine verkürzte Gesichtsregion, ein gerundetes Profil und vergrößerte AugenHöhlen auf, die großen Augen Platz bieten.[10][16][17] Der Schädel besitzt breite Jochbögen und einen großen Scheitelkamm, die den Ansatz starker Kiefermuskeln ermöglichen.[17][18] Verglichen mit Hunden und Hyänen haben Feliden einen weniger ausgeprägten Scheitelkamm und breitere Jochbögen..[10][17][18][19] Das Kiefergelenk schränkt die Bewegung strikt auf eine vertikale Scherebene ein, wodurch horizontales Kauen oder Mahlen verhindert wird.[9][18]

Die meisten Felidenarten besitzen 30 Zähne, die nach der Zahnformel 3.1.3.1 im Oberkiefer und 3.1.2.1 im Unterkiefer angeordnet sind.[9][10][20] Luchsenarten und die Pallaskatze besitzen keinen ersten oberen Prämolaren und haben somit 28 Zähne.[11][21][22][23] Die oberen Eckzähne sind groß und dolchförmig und weisen eine charakteristische Längsrille auf ihrer Außenfläche auf, die dazu dient, Gewebe zu durchdringen und das Rückenmark zu durchtrennen oder die Luftröhre von Beute zu zerquetschen.[5][10][18] Kleine Lücken, Diastemata genannt, ermöglichen es den oberen und unteren Eckzähnen, beim Schließen des Mauls glatt aneinander vorbeizugleiten.[10][24] Der dritte obere Prämolar und der erste untere Molar bilden die Reißzähne, die wie eine Schere mit hohen, spitzigen Klingen funktionieren, welche Fleisch ohne Kauen in schluckbare Stücke zerteilen.[5][9][10][20] Zwölf kleine spätelförmige Schneidezähne dienen der Fellpflege, dem Rupfen von Federn oder dem Abkratzen von Fleisch von Knochen.[9][10]

Gliedmaßen, Pfoten und Krallen

Feliden sind Zehengänger (digitigrad) und gehen auf ihren Zehen mit fünf Zähen an den Vordereinflüssen und vier an den Hinterfüßen.[9][10][25] Die erste Zehe des Vorderfußes ist so kurz, dass sie keine Spur am Boden hinterlässt, während die erste Zehe des Hinterfußes verkrümmt beziehungsweise rückgebildet ist.[26] Die erste Vorderfußzehe hat ein Gelenk weniger als die anderen Zähne und ist oft kräftiger; sie kann insbesondere von großen Katzen genutzt werden, um sich an Beute einzuhaken..[9][10] Die Sohlenflächen sind durch dreilappige Ballen gepolstert, die mechanische Stöße abfedern und Schritte beim Anschleichen dämpfen.[9][10][20] Arten, die sandige Wüsten bewohnen, wie die Sandkatze, besitzen dicke Haarschichten an den Pfotensohlen, um die Fussballen vor brennenden Bodentemperaturen zu schützen.[9][27]

Die gekrümmten, seitlich abgeflachten Krallen sind durch elastische Sehnen und Bänder an den Endphalangen befestigt.[9][10][17][25] Das Kontrahieren von Beugemuskeln fährt dazu, dass die Krallen für die Jagd, Verteidigung oder das Klettern aktiv ausgefahren werden.[5][9][10] In ruhigem Zustand ziehen elastische Bänder die Krallen zurück in schützende Hauttaschen, was eine Abnutzung am Boden verhindert und die Spitzen scharf hält.[9][10][16][25] Beim Geparden, der Fischkatze und der Flachkopfkatze ist das Einziehen der Krallen unvollständig und die Krallen bleiben teilweise freigelegt.[9][10][28]

Fell und Färbung

Katzen weisen unter landlebenden Raubtieren vielfältige Fellmuster auf, wobei mathematische Modelle zeigen, dass sich nahezu alle Muster aus ursprünglichen kleinen Flecken entwickelt haben.[4][29] Fellzeichnungen umfassen deutliche kreisrunde Flecken, vertikale Streifen, verlängerte Flecken und komplexe Rosetten.[4][10] Bei Leoparden und Jaguaren setzen sich einzelne Flecken zu Rosetten zusammen, wobei der Jaguar zusätzliche dunkle Flecken im inneren Feld jedes Rings besitzt.[10][27] Tarnmuster korrelieren eng mit der Dichte des Lebensraums: Arten in dichten tropischen Regenwäldern besitzen typischerweise komplizierte gefleckte oder gestreifte Markierungen, während Arten offener Ebenen, wie der Puma und der Karakal, einheitliche Felle aufweisen.[10]

Junge Jungtiere mehrerer einfarbig gefärbter Arten, darunter Löwen und Pumas, werden mit gefleckten Fellen geboren, die sich während der Entwicklung zum erwachsenen Haarkleid verblassen.[4][18] Melanismus tritt bei mehreren Katzenarten auf und produziert einfarbig schwarze Individuen, die bei Leoparden und Jaguaren umgangssprachlich als schwarze Panther bezeichnet werden.[10][18][30] Leuzismus und Albinismus kommen seltener vor, etwa bei weißen Tigern und weißen Pumas.[10][30] Die Felledicke variiert je nach thermischen Bedingungen: tropische Arten haben kurzes, glattes Haar, während Gebirgs- und boreale Arten wie der Schneeleopard und die Pallaskatze dicke Unterwolle mit langen Deckhaaren entwickeln.[5][16][18] Auffällige weißye Markierungen auf der Rückseite der Ohren kommen bei Arten vor, die dichte Vegetation bewohnen, was die intraspezifische visuelle Signalisierung bei schwachem Licht unterstützt.[31]

Größenvariation und Geschlechtsdimorphismus

Die Familie weist erhebliche Variationen in Körpermasse und -maßen auf. Die größte lebende Art ist der Tiger (Panthera tigris), der Kopf-Rumpf-Längen von bis zu 390 cm, Schädellängen von 316 bis 413 mm und Gewichte zwischen 65 und 325 kg erreicht.[5][32] Männliche Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica) wiegen im Durchschnitt etwa 230 kg und können 300 bis 318 kg überschreiten, wobei unbestätigte Feldaufzeichnungen Exemplare von bis zu 384 kg melden.[19][33] Obwohl maximale Löwenschädel 419 mm messen können, weisen Löwen im Allgemeinen kürzere Kopf-Rumpf-Längen als Tiger auf.[34] Die kleinsten lebenden Feliden sind die Rostkatze (Prionailurus rubiginosus) mit einer Länge von 35 bis 48 cm und einem Gewicht von 0,9 bis 1,6 kg sowie die Schwarzfußkatze (Felis nigripes) mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 36,7 bis 43,3 cm und einem maximal verzeichneten Gewicht von 2,45 kg.[5][35][36]

Der Geschlechtsdimorphismus bezüglich der Körpermasse ist bei den meisten Feliden mäßig, wobei erwachsene Männchen im Allgemeinen 5 bis 10 Prozent größer sind als erwachsene Weibchen.[10] Der Löwe stellt eine nennenswerte Ausnahme dar und zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, bei dem erwachsene Männchen prominente Schädelmähnen und eine wesentlich höhere Körpermasse besitzen.[10][37] Arten mit riesigen latitudinalen Verbreitungsgebieten folgen der Bergmannschen Regel und zeigen größere Körpergrößen in Richtung höherer Breiten und kälterer Klimazonen. Bei Pumas variieren Schädellängen um bis zu 25 Prozent zwischen äquatorialen Populationen und solchen im südlichen Südamerika oder nördlichen Kanada.[10]

Sinnessysteme und Trinkmechanik

Die Physiologie der Katzen ist auf nächtliche und dämmerungsaktive Jagd spezialisiert. Scharfe visuelle, auditive und taktile Anpassungen ermöglichen es Feliden, sich bewegende Beute im Dunkeln zu entdecken, zu verfolgen und zu fangen.[5][9][10]

Sehvermögen

Die Augen von Katzen sind vorne am Schädel platziert und bieten ein binokulares stereoskopisches Sehen, das eine genaue Tiefenwahrnehmung ermöglicht.[5][9][10][17] Feliden haben einen binokularen Blickwinkel von 130° innerhalb eines Gesamtsichtfeldes von 287°..[11][38] Eine reflektierende Membran hinter der Netzhaut, das Tapetum lucidum, reflektiert nicht absorbiertes Licht durch die Photorezeptorenschicht zurück, wodurch eine zweite Möglichkeit zur Stimulation geschaffen und ein markantes Leuchten der Augen im Dunkeln erzeugt wird.[5][9][10] Infolgedessen sind Katzenaugen etwa sechsmal lichtempfindlicher als menschliche Augen.[5][9][10]

Die Netzhaut enthält einen hohen Anteil an Stäbchenzellen im Vergleich zu Zapfenzellen, im Durchschnitt 63:1 über das ganze Auge und bis zu 200:1 in der peripheren Netzhaut, während die zentrale Fovea ein Verhältnis von 10:1 beibehält.[10] Diese Struktur maximiert die Wahrnehmung kleinster Bewegungen bei schwachem Licht auf Kosten einer reichen Farbdifferenzierung.[5][9][10] Die Farbwahrnehmung ist hauptsächlich auf blaue und grüne Wellenlängen beschränkt, während rote Töne schlecht aufgelöst werden.[10][39] Die Pupillenmorphologie korreliert mit Jagdstrategie und Körpergröße: kleine Katzen besitzen vertikale Schlitzpupillen, die sich zu engen Öffnungen zusammenziehen, um empfindliche Netzhäute bei intensivem Tageslicht zu schützen, während Großkatzen zusammen mit Geparden, Pumas und Pallaskatzen runde Pupillen haben.[10][40] Hauskatzen besitzen multifokale optische Linsen, die eine scharfe Netzhautfokussierung über verschiedene Schlitzöffnungen hinweg aufrechterhalten, während Tiger monofokale Linsen besitzen.[41] Die Beweglichkeit der Augen im Inneren der AugenHöhle ist begrenzt, weshalb Feliden ihren gesamten Kopf drehen müssen, um Ziele zu verfolgen.[9][10]

Gehör

Feliden besitzen ausgeprägte hörfähigkeiten, die hohe Frequenzen erfassen, welche für Menschen unzugänglich sind.[5][10][42] Das Gehör erstreckt sich über einen breiten Frequenzbereich, der von 45 bis 200 Hz bis zu 64.000 bis 65.000 Hz aufgezeichnet wurde, wobei Hauskatzen Ultraschaltöne bis zu 85.000 Hz bei Schalldrücken von 70 dB wahrnehmen.[10][42][43] Großte aurikuläre Ohrmuscheln können unabhängig voneinander um 180 Grad gedreht werden, was eine präzise Triangulation schwacher akustischer Signale ohne Körperbewegung ermöglicht.[10][42][44] Diese Ultraschallempfindlichkeit versetzt kleine Feliden in die Lage, die Ultraschallvokalisationen kleiner Nagetiere zu erkennen, die typischerweise zwischen 11 und 22 kHz liegen.[10][42][44][45]

Die Strukturen des Innenohrs sind in einer angeschwollenen Paukenblase (Tympanik-Bulla) eingeschlossen, die die Resonanz verstärkt.[10] Schutzhaare im Ohrinneren verhindern das Eindringen von Schmutz und Fremdkörpern.[10][24] Während sich großte Feliden auf die Verfolgung mittelgroßer bis großer Pflanzenfresser spezialisieren und nicht von Nagetierlauten abhängen, zeigen Hörtests, dass Tiger Ultraschallfrequenzen bis zu 65 kHz wahrnehmen können.[46]

Geruchssinn und Geschmack

Obwohl weniger entwickelt als bei Hunden, spielt der Geruchssinn eine wesentliche Rolle bei der sozialen Interaktion und Reviermarkierung von Katzen.[10][47] Die NasenHöhle und das Riechepithel sind kürzer als bei Hunden; Feliden besitzen etwa 200 Millionen Geruchsrezeptoren im Vergleich zu 300 Millionen bei Caniden und 5 Millionen beim Menschen.[10][47] Ein spezialisiertes Vomeronasalorgan im vorderen Gaumenbereich erfasst nicht flüchtige chemische Verbindungen und Sexualpheromone.[9][44][48] Katzen saugen Luft in dieses Organ, indem sie das Flehmen ausföhren, einen Gesichtsausdruck, der durch das Hochziehen der Oberlippe, das Rümpfen der Nase und ein leichtes Öffnen des Mauls gekennzeichnet ist.[9][44][49]

Der Geschmackssinn ist streng an eine fleischfressende Ernährung angepasst.[50][51] Alle Feliden teilen eine genetische Deletion im Tas1r2-Gen, wodurch das Süß-Geschmacksrezeptorprotein funktionsunfähig wird und sie weder Zucker noch süßte Kohlenhydrate schmecken können.[50][51][52] Geschmacksknospen entlang der vorderen und seitlichen Ränder der Zunge erkennen bittere, saure, salzige und Umami-Verbindungen und ermöglichen so eine schnelle Erkennung von frischem versus verdorbenem Fleisch.[44]

Tastsinn und Vibrissen

Der Tastsinn wird durch spezialisierte Vibrissen vermittelt, die sich in prominenten Büscheln über den Augen, an den Wangen und auf dem oberen Maul befinden, wobei Kinnvibrissen bei Feliden fehlen.[10][25] Vibrissen sind doppelt so dick wie normale Deckhaare und tief in blutgefüllten Follikeln verankert, die von 100 bis 200 sensorischen Nervenenden umgeben sind.[24][53][54] Luftverschiebungen bringen die Vibrissen zum Oszillieren, wodurch räumliches Bewusstsein für Hindernisse und Oberflächen bei völliger Dunkelheit vermittelt wird.[10][44][53] Vibrissen sind bei der Geburt vollständig entwickelt, was ihre fröhe entwicklungsbiologische Notwendigkeit widerspiegelt.[10]

Zusätzliche sensorische Vibrissen an der Rückseite der unteren Vorderbeine helfen dabei, die Bewegungen gefangener Beute zu erkennen.[9][10] Haarlos Pfotenballen liefern ebenfalls taktile Informationen, wenn Katzen unbekannte Gegenstände untersuchen oder raue Oberflächen betreten.[10][44]

Trinkmechanik

Feliden nutzen einen dynamischen Mechanismus der Flüssigkeitsaufnahme, der sich von dem anderer landlebender Säugetiere unterscheidet.[37][55] Anstatt die Zunge wie einen Löffel zu benutzen oder die Schnauze in das Wasser zu tauchen, krümmt eine Katze die Rückenfläche der Zunge nach unten in eine glatte, löffelartige Form, wobei sie die Spitze leicht auf der Flüssigkeitsoberfläche ruhen lässt, ohne einzutauchen.[55] Das schnelle Zurückziehen der Zunge erzeugt eine beschleunigte vertikale Flüssigkeitssäule, die durch Trägheit und Oberflächenspannung nach oben gezogen wird.[37][55]

Genau in dem Moment, bevor die Schwerkraft die Trägheit überwindet und zum Zusammenbruch der Flüssigkeitssäule fördert, schließt die Katze ihr Maul, um den oberen Teil der Säule einzufangen.[55] Hauskatzen schlecken mit einer Durchschnittsfrequenz von vier Zyklen pro Sekunde, während großte Feliden mit langsameren Raten schlecken.[55][56] Hochgeschwindigkeits-Videoanalysen und Roboterkolben-Experimente mit Glasscheiben, die sich mit 1 m/s bewegten, zeigten, dass dieser Prozess die Flüssigkeitsaufnahme optimiert, während die empfindlichen Gesichtshaare und das nasale Rhinarium trocken bleiben.[57][58] Die Zungenoberfläche ist mit scharfen, nach hinten gerichteten keratinisierten Papillen besetzt, die als Kämme dienen, um Fell zu reinigen und Fleisch von Knochen zu raspeln.[9][16]

Verhalten und Ökologie

Mit wenigen Ausnahmen sind Feliden soläre Raubtiere, die durch Duftmarkierungen exklusive Revierbereiche aufrechterhalten und direkten Kontakt außerhalb der Fortpflanzungszeit vermeiden.[5][59][60] Sie besetzen verschiedene Ökosysteme auf den meisten Kontinenten und verlassen sich auf spezialisiertes Anschleichverhalten.[5][61][62]

Sozialstruktur und Territorialität

Die meisten Felidenarten fördern ein soläres Leben und unterhalten feste Wohnreviere, die durch Nahrungsverfügbarkeit, Ruhestätten und Wasserquellen definiert sind.[5][9][59] Reviergrenzen werden durch Urinspritzen, territorialen Kotabsatz, Wangenreiben an Vegetation und Krallenkratzen an Baumrinde markiert.[9][60][63] Begegnungen zwischen solären Individuen sind selten und werden durch Duftmarken vermittelt.[9][60][64] Adulte Weibchen meiden andere Weibchen, und gebietsansässige Männchen verteidigen größere Territorien, die die Streifgebiete eines oder mehrerer Weibchen umschließen.[9]

Der Löwe stellt die hauptsächliche soziale Ausnahme dar und bildet kohärente Rudel von bis zu zwanzig Individuen, die typischerweise aus mehreren fortpflanzungsfähigen Weibchen, deren Nachwuchs und einer Koalition von ein bis sieben adulten Männchen bestehen.[9][59][63] Rudelweibchen arbeiten bei der Jagd und der gemeinschaftlichen Aufzucht der Jungen zusammen, während gebietsansässige Männchen das Territorium gegen fremde Koalitionen verteidigen.[9] Geparden weisen eine intermediäre Sozialstruktur auf: Während adulte Weibchen solär sind, bilden verwandte Männchen oft stabile Koalitionen aus zwei bis vier Individuen, die kooperieren, um Territorien zu verteidigen und größere Beute zu jagen.[9][59] Verwilderte Hauskatzen bilden kommunale Kolonien, die sich um verlässliche menschliche Nahrungsquellen zentrieren.[11]

Jagdmethoden und Fortbewegung

Feliden jagen primär durch Anschleichen und Auflauern von Beute anstelle einer ausdauernden Verfolgung.[5][62] Während des Anschleichens kauert sich ein Individuum mit angelegten Ohren tief auf den Boden, bewegt sich lautlos auf sein Ziel zu und erstarrt jedes Mal, wenn die Beute den Kopf hebt – ein Vorgang, der dreißig Minuten überschreiten kann.[62] Wenn sie in Schlagdistanz sind, startet die Katze einen explosiven Sprint oder Sprung, um das Tier zu packen.[62]

Der Gepard stellt eine extreme cursorische Spezialisierung dar und erreicht Sprintgeschwindigkeiten von über 100 km/h mit Beschleunigungen von bis zu 12 m/s² über Distanzen von mehreren hundert Metern.[14][62][65] Im Gegensatz zu in Gruppen jagenden Caniden oder Hyänen, die Beute durch langanhaltende Verfolgung ermüden, verlassen sich Geparden auf hohe Anfangsgeschwindigkeit, um ihre Beute innerhalb einer Minute zu erschöpfen.[62] Feliden töten kleine Beute sofort durch einen Biss in den Nacken oder die Schädelbasis, während größere Beute durch einen anhaltenden Biss in Kehle oder Luftröhre erstickt wird.[62]

Ernährung und Beuteauswahl

Alle Mitglieder der Familie sind obligate Fleischfresser mit hohem metabolischem Proteinbedarf, die Muskelfleisch und innere Organe verzehren.[5][62][66] Großte Pantherinen benötigen erhebliche Mengen an Fleisch und visieren große Huftiere an, die oft ihr eigenes Körpergewicht überschreiten.[62] Ein soläres weibliches Tigermit Tracking-Halsband erlegt etwa alle sieben bis neun Tage ein Wildschwein oder Reh, was 40 bis 46 Beutetiere jährlich ergibt, was sich bei der Aufzucht von zwei Jungen auf 60 bis 72 Beutetiere jährlich erhöht.[62] Mittelgroßte Feliden haben ein breites Nahrungsspektrum: Pumas erbeuten nachweislich mehr als 60 Arten von Nagetieren bis hin zu erwachsenen Wapitis, während Leoparden mehr als 90 Arten erbeuten, die von Vögeln bis zu großen Antilopen wie Kudus reichen.[62]

Kleine Katzen verzehren vorwiegend Nagetiere, Kaninchen, Hasen, Vögel, Reptilien und Insekten.[62][67] Einige Arten sind semiaquatische Spezialisten: Fischkatze und Flachkopfkatze jagen Fäsche, Krabben und Frösche in Feuchtgebieten und nutzen teilweise schwimmblättrige Pfoten, um Beute aus flachem Wasser zu schlagen.[62] Feliden bevorzugen lebende Beute, aber Leoparden, Rotluchse und Löwen ernähren sich in Zeiten von Nahrungsmangel auch von Aas.[62] Löwen plündern oder stehlen regelmäßig Beute von Geparden, Leoparden und Hyänen.[62] Wüstengebietspezialisten wie die Sandkatze und die Schwarzfußkatze beziehen ausreichend Feuchtigkeit aus Beutegeweben und Blut, um ohne freies Trinkwasser zu überleben, wobei männliche Schwarzfußkatzen bis zu 450 g Nahrung in vierundzwanzig Stunden verzehren, was etwa einem Viertel ihres Körpergewichts entspricht.[61][68]

Verbreitung und Lebensraum

Feliden kommen von Natur aus in Afrika, Eurasien und den Amerikas vor, fehlen jedoch nativ in der Antarktis, in Australasien, auf Madagaskar und in Grönland.[61][69][70] Etwa 75 bis 89 Prozent der Felidenarten leben in bewaldeten Umgebungen, insbesondere in tropischen Regenwäldern.[9][11][61] Tropische Wälder beherbergen die höchste Diversität und beheimaten Arten, die auf dichte Kronenbereiche beschränkt sind, wie Nebelparder, Marmorkatze, Borneo-Goldkatze und Margay.[9][61] Mehrere Arten besetzen höhere Gebirgszonen bis zu Höhen von 5.000 bis 6.000 m im Himalaya und in den Anden, darunter Schneeleopard, Pallaskatze und Andenkatze.[61]

Indien weist die größte Felidenartenvielfalt aller Länder auf und beherbergt 16 Wildarten innerhalb seiner Grenzen.[69] Weit anpassungsfähige Generalisten wie Puma, Leopard und Europäische Wildkatze bewohnen mehrere Biome, die von Halbwüsten bis zu borealen Wäldern reichen.[61][71] Wo Arten sympatrisch vorkommen, minimiert ökologische Nischenaufteilung den direkten Wettbewerb durch Unterschiede in BeuteGröße, Jagdzeiten und Vegetationsmikrohabitaten.[61] Beispielsweise zielen indische Leoparden auf kleine bis mittelgroßte Beute ab, während sympatrische Tiger große Huftiere erbeuten, und tropisch-amerikanische Jaguare in dichten Dickichten jagen, während Pumas offenere Deckung nutzen.[61] Die Streifgebietsgrößen variieren umgekehrt proportional zur Beutebiomasse und werden durch landwirtschaftliche Umwandlung und menschliche Aktivitäten eingeschränkt.[72][73][74]

Vokalisierung und Kommunikation

Feliden nutzen akustische, visuelle und chemische Signale, um Reviere zu etablieren, körperliche Kämpfe zu vermeiden und Partner anzulocken.[9][60] Die Frequenz von Katzenlauten reicht von 50 bis 10.000 Hz, wobei größere Arten tiefere, niederfrequentere Vokalisationen erzeugen.[9][75][76]

Vokales Repertoire

Das standardmäßige vokale Repertoire umfasst Kontaktrufe wie Miauen und Schnurren (Chuffing) neben aggressiven Lauten wie Spucken, Fauchen, Knurren und Brummen.[5][9][60] Miauen fungiert als Nahbereichs-Vokalisation zwischen Müttern und Jungen oder als Werbeuf bei der Balz, während Knurren und Fauchen eine defensive Bedrohung oder Erregung signalisieren.[5][9][60][77]

Akustische Divergenz ist bei mittelgroßen Feliden offensichtlich: der Jaguarundi stößt hohe Pfeif- und Zwitscherläute aus, während Sandkatze und Fischkatze Sequenzen kurzer, bellender Laute von sich geben.[60] Löwen erzeugen gemeinschaftliche Rudelvokalisationen, die mit leisen Grunzlauten beginnen, welche sich zu lauten Brüllsequenzen beschleunigen, die etwa 40 Sekunden dauern und aus 25 bis 30 Einzellauten bestehen, wodurch es Individuen möglich ist, über mehrere Kilometer hinweg Kontakt zu halten.[60]

Schnurren und Brüllen

Die akustische Trennlinie zwischen brüllenden und schnurrenden Katzen resultiert aus morphologischen Unterschieden des Zungenbeinapparates (Hyoid) und Kehlkopfes.[78][79] Großkatzen der Gattung Panthera besitzen ein elastisches, unvollständig verknöchertes Epihyoidband, das den Kehlkopf an der Schädelbasis aufhängt, kombiniert mit dicken fibroelastischen Stimmbändern.[79][80][81] Wenn Luft aus der Lunge über die vibrierenden Knorpelwände dieses verlängerten Kehlkopfes streicht, erzeugt dies niederfrequente Brülllaute hoher Lautstärke.[79][80] Echtes Brüllen ist auf Löwen, Tiger, Jaguare und Leoparden beschränkt.[5][80][82]

Kleine Katzen der Unterfamilie Felinae besitzen einen starren, vollständig verknöcherten Zungenbeinapparat, der die Kehlkopfbewegung einschränkt und Brüllen verhindert.[80][81] Diese Feliden können jedoch sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen kontinuierlich schnurren und dabei durch die schnelle rhythmische Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur tiefe Töne zwischen 16,8 und 27,5 Hz erzeugen.[80][83] Pantherinen schnurren nur beim Ausatmen, primär bei der Paarung, der Östruszeit oder wenn Müttern Junge säugen.[80][83][84] Nebelparder (Neofelis) können weder brüllen noch schnurren.[5]

Visuelle und chemische Kommunikation

Olfaktorische Kommunikation erfolgt durch territoriales Urinspritzen, das Reiben von Gesichts-Duftdrüsen an Felsen und Bäumen sowie das Kratzen an prominenten Baumstämmen.[9][60][63] Duftmarken übermitteln individuelle Identität, Geschlecht und Fortpflanzungsstatus, während Baumkratzer dauerhafte visuelle Hinweise bieten, die durch Drüsensekrete zwischen den Zehen verstärkt werden.[63]

Visuelle Signale vermitteln unmittelbare Absichten bei nahen Begegnungen.[9][60] Defensive Feliden kauern sich tief zusammen, flachen ihre Ohren am Kopf ab, erweitern ihre Pupillen und fauchen, während selbstbewusste oder dominante Tiere ihren Schwanz aufrecht halten und offene Maulbedrohungen zur Schau stellen.[9] Weißye Ohrflecken bei Arten, die in dichtem Geströpp leben, verbessern die Sichtbarkeit für Artgenossen bei nächtlichen Bewegungen.[31]

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von Katzen ist durch induzierte Ovulation, häufige Paarung und mütterliche Aufzucht gekennzeichnet.[44][64] Würfe werden in geschützten WurfHöhlen aufgezogen, bis die Jungtiere mobil und in der Lage sind, feste Fleischkost zu verzehren.[64]

Paarung und Ovulation

Feliden in tropischen Umgebungen sind das ganze Jahr über im Allgemeinen polyestrisch, während Arten in höheren Breiten oder Wüsten häufig saisonale monoestrische Zyklen aufweisen, die an die Nahrungsverfügbarkeit gekoppelt sind.[64] Der Östrus des Weibchens wird durch Duftmarken und lautstarkes Rufen signalisiert.[27][64] Männchen verfolgen brunftige Weibchen und folgen ihnen mehrere Tage lang dicht, bevor eine Paarung geduldet wird.[64] Die Paarung ist kurz und dauert zwischen 3 und 20 Sekunden, während der das Männchen das Weibchen besteigt und sie mit den Zähnen im Nacken packt.[64] Am Ende des Akts dreht sich das Weibchen gewaltsam, um das Männchen abzuwerfen, und schätzt häufig mit den Pfoten aus.[64][85]

Paarungspartner kopulieren wiederholt über mehrere Tage, wobei Löwen dabei beobachtet wurden, wie sie sich bis zu 157 Mal in 55 Stunden paarten.[64] Bei den meisten Felidenarten wird der Eisprung durch die mechanische Stimulation von verhornten Penisstacheln ausgelöst, die beim Zurückziehen während der Begattung an den Wänden der Vagina kratzen.[64][86] Trotz induzierter Ovulation bleibt der Befruchtungserfolg pro Paarungszyklus bescheiden und wird bei Löwen und Tigern auf 20 bis 40 Prozent sowie bei Leoparden, Pumas und Ozelots auf 50 bis 67 Prozent geschätzt.[64] Spontane Ovulation tritt gelegentlich bei Hauskatzen, Kanadischen Luchsen, Rotluchsen und in Gefangenschaft gehaltenen Pantherinen auf.[64]

Trächtigkeit und Entwicklung

Die Dauer der Trächtigkeit korreliert mit der Größe der Mutter, dauert bei kleinen Katzen etwa 60 Tage und verlängert sich bei Tigern und Löwen auf 100 bis 115 Tage.[44][64] Wurfgrößen reichen typischerweise von 1 bis 6 Kätzchen.[44][64] Arten der Ozelot-Linie haben lange Trächtigkeitsperioden und bringen kleine Würfe von nur 1 oder 2 Jungtieren hervor, während Wildkatzen 3 bis 4 und Geparden bis zu 5 oder 6 Jungtiere gebären.[64] Weibchen richten kurz vor der Geburt WurfHöhlen in geschützten Buschdickichten, Felsspalten oder hohlen Baumstämmen ein.[27][64]

Neugeborene Kätzchen sind altrizial (Hotelbärartig/unvollendet), blind und hilflos und bleiben in der WurfHöhle, während die Mutter in der unmittelbaren Umgebung jagt.[63][64] Die Hauptsäugezeit erstreckt sich über ein bis zwei Monate, während der sich der Energiebedarf der Mütter um das 2,5- bis 3-fache erhöht.[64] Kleinen Katzenkätzchen wird Fleisch im Alter von etwa einem Monat gefüttert, während Junge von Großkatzen mit zwei Monaten Fleisch zu fressen beginnen, wenn sie die WurfHöhle verlassen, und noch mehrere Monate lang gesäugt werden.[64] Jungtiere begleiten ihre Mutter im Alter von 3 bis 4 Monaten auf Jagden, um Jagdfähigkeiten zu erlernen.[27][64]

Jungtiermortalität und Dispersal

Die Jungtiermortalität ist bei wild lebenden Feliden hoch.[64] In der Serengeti erreichen nur 4 bis 8 Prozent der Gepardenjungen im Alter von 18 Monaten die Unabhängigkeit, wobei etwa 70 Prozent sterben, während sie sich noch in der WurfHöhle befinden, vorwiegend durch Raubtiere wie Löwen und Tüpfelhyänen.[64] Die Jungensterblichkeit erreicht bei wilden Tigern 60 Prozent und schwankt bei Löwen zwischen 14 und 80 Prozent.[64] Kindstötung (Infantizid) ist unter Großkatzen weit verbreitet: Wenn neue Münner ein Rudel übernehmen oder einen gebietsansässigen Revierinhaber verdrängen, töten sie häufig nicht entwöhnte Jungtiere, um Weibchen schnell wieder in die Brunst zu bringen.[64][85]

Junge Feliden wandern nach Erreichen der Jagdfähigkeit aus den mütterlichen Territorien ab, typischerweise im Alter von etwa einem Jahr bei kleinen Katzen und zwei bis drei Jahren bei Großkatzen.[64] Subadulte Münnchen wandern über lange Strecken ab, während junge Weibchen sich oft in Wohnrevieren niederlassen, die an das Revier der Mutter grenzen oder sich mit ihm überschneiden, wodurch familiäre Cluster verwandter Weibchen entstehen.[64] Die Lebenserwartung wilder Feliden liegt zwischen 15 und 30 Jahren.[63][84]

Evolutionsgeschichte

Die Felidae gehören zur Unterordnung Feliformia, die sich vor etwa 50,6 bis 35 Millionen Jahren von anderen Raubtierlinien abspaltete.[87][88] Die Schwestergruppe der Felidae sind die Asiatischen Linsangs (Familie Prionodontidae), die sich vor etwa 35,2 bis 31,9 Millionen Jahren trennten.[89][90][91]

Frühe Katzen

Die früheste bekannte Katzengattung ist Proailurus, die nach dem Eozän-Oligozän-Massensterben vor etwa 33,9 Millionen Jahren erschien, mit Fossilien, die in Europa und der Hsanda-Gol-Formation in der Mongolei ausgegraben wurden.[7][92] Proailurus war ein baumlebendes Raubtier, das etwas größer als eine Hauskatze war und einen langen Körper, kurze Beine und ein primitives Gebiss besaß, das pro Kieferquadrant vier Prämolaren und zwei Molaren behielt.[9][10][93]

Während des Frúhmiozäns vor etwa 20 bis 16,6 Millionen Jahren lebte die Gattung Pseudaelurus in Afrika, Europa, Asien und Nordamerika.[87][89][94] Pseudaelurus stellte eine paraphyletische Stufe dar, die den Ursprung sowohl für die ausgestorbenen säbelschwänzigen Machairodontinen als auch für moderne konisch-bezahnte Katzen bildete.[93][94] Feliden betraten Nordamerika erstmals vor etwa 18,5 Millionen Jahren und traten im Fossilbericht später als Nimraviden, Amphicyoniden und Caniden auf.[89][95]

Machairodontinae und säbelschwänzige Morphologien

Die ausgestorbene Unterfamilie Machairodontinae tauchte während des Mittelmiozäns vor etwa 15 Millionen Jahren in Afrika auf, bevor sie sich nach Afroeurasien und Nordamerika ausbreitete.[96][97][98] Machairodontinen entwickelten verlängerte, klingenartige obere Eckzähne, die darauf angepasst waren, dickhäutige Megapflanzenfresser zu erlegen.[99][100] Innerhalb der Machairodontinae werden vier verschiedene Tribus anerkannt: Metailurini (einschl. Metailurus und Dinofelis), Smilodontini (einschl. Megantereon und Smilodon), Homotherini (einschl. Homotherium, Amphimachairodus und Xenosmilus) und Machairodontini (einschl. Machairodus und Miomachairodus).[97][98][101]

Säbelschwänzige Morphologien entstanden wiederholt durch konvergente Evolution in nicht verwandten Linien, darunter die Nimraviden, Barbourofeliden und das sparassodonte Metatherier Thylacosmilus.[7][11][102] Machairodontinen blieben während des Spätmiozäns und Pliozäns die dominanten großen Raubkatzen in Afroeurasien und den Amerikas.[103] Sie schwächten sich während des Pleistozäns ab, möglicherweise als Folge von Umweltveränderungen und Verschiebungen in der Beutehäufigkeit, Konkurrenz mit lebenden Katzenlinien wie den Pantherinen sowie möglicherweise archaischen Menschen, wobei die letzten Gattungen, Smilodon und Homotherium, während des Quartären Aussterbeereignisses vor etwa 12.000 bis 10.000 Jahren ausstarben.[93][104][105]

Radiation und Migrationen

Molekulare Studien zeigen, dass alle lebenden Katzenlinien von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, der im Spätmiozän in Asien seinen Ursprung hatte.[106][107][108] Feliden unternahmen in den letzten 11 Millionen Jahren mindestens zehn interkontinentale Migrationswellen über Landbrücken hinweg, begünstigt durch Meeresspiegelschwankungen während Glazial- und Interglazialzyklen.[106][109] Katzen wanderten über die Bering-Landbrücke nach Nordamerika ein und besiedelten im Rahmen des Großen Amerikanischen Faunentauschs vor 2 bis 3 Millionen Jahren anschließend Südamerika über die Landenge von Panama.[110][111]

.

Fossile Großkatzen (Pantherinen)

Der älteste bekannte fossile Pantherine ist Panthera blytheae, datiert auf vor 4,1 bis 5,95 Millionen Jahren aus dem Zanda-Becken auf dem Tibetischen Plateau, der enge schädliche Verwandtschaften zum modernen Schneeleoparden zeigt.[112][113][114] Panthera palaeosinensis aus Nordchina repräsentiert einen frühen Pantherinen aus dem Spätmiozän oder Frúhmiozän mit Schädelmerkmalen, die sowohl an Löwen als auch an Leoparden erinnern.[115] Panthera zdanskyi, ausgegraben in Gelasium-Ablagerungen im nordwestlichen China mit einem Alter von 2,55 bis 2,16 Millionen Jahren, repräsentiert einen basalen Verwandten des Tigers.[116]

In Europa ist der früheste bekannte Pantherine Panthera gombaszoegensis (der europäische Jaguar), der vor etwa 1,95 bis 1,77 Millionen Jahren auftrat.[116][117] Während des Pleistozäns besetzten großte fossile Pantherinen riesige Gebiete in nördlichen Kontinenten, darunter den Höhlenlöwen (Panthera spelaea) in Eurasien, den AmerikALöwen (Panthera atrox) in Nordamerika und den Mosbacher Löwen (Panthera fossilis).[118][119]

Klassifikation und Phylogenie

Carl Linnaeus ordnete 1758 alle bekannten Katzen der einzigen Gattung Felis zu.[78] Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert wurden zahlreiche Gattungen errichtet, was in Reginald Innes Pococks Klassifikation von 1917 gipfelte, die bestehende Katzen in drei Unterfamilien einteilte: Pantherinae, Felinae und Acinonychinae.[78]

Taxonomische Geschichte und Unterfamilien

Pococks drei Unterfamilien wurden durch die Verknöcherung des Zungenbeinapparates und das Vorhandensein von Krallenscheiden definiert.[78] Acinonychinae enthielt ausschließlich den Geparden (Acinonyx jubatus), der für seine nicht eingezogenen Krallen und sein cursorisches Skelett bekannt ist.[78][80] Die molekulare Phylogenetik des späten zwanzigsten und frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts zeigte, dass der Gepard tief in der Kleinkatzen-Klade eingebettet und eng mit Puma und Jaguarundi verwandt ist.[6][80][120] Folglich wurde Acinonychinae in Felinae eingegliedert.[6][121]

Moderne Klassifikationen unterteilen die heutigen Feliden in zwei Schwester-Unterfamilien: Pantherinae, die die Gattungen Panthera und Neofelis umfassen, und Felinae, die die verbleibenden 12 lebenden Gattungen umfassen.[6][121][122] In paläontologischen Kontexten wird Felinae sensu lato häufig verwendet, um alle konisch-bezahnten Katzen im Gegensatz zu den säbelschwänzigen Machairodontinen einzuschließen.[7][100]

Unterschiede zwischen kleinen und großen Katzen

Über die Genetik hinaus unterscheiden sich Pantherinae und Felinae durch anatomische und verhaltensbiologische Merkmale.[123] Großkatzen besitzen ein unvollständig verknöchertes, flexibles Zungenbeinband und einen verlängerten Kehlkopf, die Brüllen ermöglichen, aber sie können nur in der Ausatmungsphase schnurren.[80][84] Kleine Katzen besitzen einen starren, vollständig verknöcherten Zungenbeinapparat, der die Kehlkopfbewegung einschränkt, was Brüllen verhindert, aber kontinuierliches Schnurren sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen ermöglicht.[80][84]

Die Pupillenform unterscheidet sich zwischen den Unterfamilien: Großkatzen besitzen runde Pupillen, während die meisten kleinen Katzen vertikale Schlitzpupillen aufweisen, obwohl Ausnahmen bei tagaktiven oder in Bergen lebenden Feliden wie Gepard, Puma und Pallaskatze existieren, die runde Pupillen haben.[10][40] Auch das Putzverhalten variiert: Kleine Katzen wachsen ihre Köpfe und hinter den Ohren mit speichelbefeuchteten Vorderpfoten, während Großkatzen primär Vorderpfoten verwenden, um den Nasenrücken abzuwischen.[123]

Die acht heutigen Abstammungslinien

Die molekulare Analyse von autosomalen, mitochondrialen und Geschlechtschromosomen-Genabschnitten teilt alle heutigen Feliden in acht monophyletische Evolutionskladen auf:[107][124]

1. Panthera-Linie: Umfasst Neofelis (Nebelparder, Sunda-Nebelparder) und Panthera (Löwe, Jaguar, Leopard, Tiger, Schneeleopard), die sich vor etwa 10,8 bis 14,45 Millionen Jahren abspalteten.[107][124] 2. Asiatische Goldkatzen-Linie: Umfasst Pardofelis (Marmorkatze) und Catopuma (Asiatische Goldkatze, Borneo-Goldkatze) mit einer geschätzten Abspaltungszeit von 8,47 bis 0,41 Millionen Jahren für die Gattung Catopuma.[124] 3. Karakal-Linie: Umfasst Caracal (Karakal, Afrikanische Goldkatze) und Leptailurus (Serval), primär endemisch in Afrika, die sich vor etwa 8,5 bis 11,56 Millionen Jahren abspalteten.[124] 4. Ozelot-Linie: Umfasst die neotropische Gattung Leopardus (Ozelot, Margay, Andenkatze, Kolokolo, Geoffroy-Katze, Kodkod, Nord-Ozelotkatze, Südliche Tigerkatze), die sich vor etwa 8,0 bis 10,95 Millionen Jahren abspaltete.[124] 5. Luchs-Linie: Umfasst die Gattung Lynx (Eurasischer Luchs, Iberischer Luchs, Kanadischer Luchs, Rotluchs), die sich vor etwa 7,2 bis 9,81 Millionen Jahren abspaltete.[124] 6. Puma-Linie: Umfasst Acinonyx (Gepard), Herpailurus (Jaguarundi) und Puma (Puma), die sich vor etwa 6,7 bis 9,2 Millionen Jahren abspalteten.[124] 7. Leopardatz-Linie: Umfasst Otocolobus (Pallaskatze) und Prionailurus (Rostkatze, Flachkopfkatze, Fischkatze, Leopardkatze, Sunda-Leopardkatze), die sich vor etwa 6,2 bis 8,76 Millionen Jahren abspalteten.[107][124] 8. Hauskatzen-Linie: Umfasst die Gattung Felis (Rohrkatze, Schwarzfußkatze, Sandkatze, Chinasteppenkatze, Afrikanische Wildkatze, Europäische Wildkatze, Hauskatze), die sich vor etwa 3,4 bis 6,52 Millionen Jahren abspaltete.[107][124]

Hybridisierung und Genetik

Die meisten Felidenarten besitzen eine haploide Chromosomenzahl von n = 19 (diploid 2n = 38).[125][126][127] Arten der südamerikanischen Ozelot-Linie (Gattung Leopardus) besitzen einzigartig eine haploide Zahl von n = 18 (2n = 36), resultierend aus der ursprünglichen Verschmelzung zweier kleinerer akrozentrischer Chromosomen zu einem einzigen großen metazentrischen Chromosom.[125][126][127] Die Sequenzierung des nuklearen Genoms zeigt, dass interspezifische Hybridisierung während der Evolution der Katzen häufig über die meisten der acht Linien hinweg stattfand und adaptive Allele über taxonomische Grenzen hinweg trug.[124]

. Der Pumapard, eine intergenerische Kreuzung zwischen einem männlichen Puma und einem weiblichen Leoparden, wurde im späten neunzehnten Jahrhundert in Deutschland gezüchtet; Exemplare zeigten Zwergwuchs, und ein präpariertes Exponat wird im Natural History Museum in Tring aufbewahrt.[128][129] Hauskatzen wurden mit wilden Feliden gekreuzt, um Hauskatzenrassen wie die Bengal-Katze aus Prionailurus bengalensis und die Savannah-Katze aus Leptailurus serval zu entwickeln.[130]

Beziehungen zum Menschen

Katzen pflegen seit Jahrtausenden komplexe Beziehungen zu menschlichen Gesellschaften, indem sie als Apex-Prädatoren in kulturellen Mythologien, Arbeitstiere in Jagdtraditionen und domestizierte Begleiter dienen und gleichzeitig Risiken als Rüsseltiere oder Nutztiere fressende Raubtiere darstellen.[130][131]

Kulturelle und mythologische Bedeutung

Großte Feliden symbolisieren seit prähistorischen Zeiten Macht, Stärke und Autorität in menschlichen Kulturen.[130][131] Jungpaläolithische Höhlenmalereien in Frankreich und Spanien, die etwa 30.000 Jahre alt sind, zeigen Höhlenlöwen, Luchse und das säbelschwänzige Machairodont Homotherium.[130][131] In afrikanischen und asiatischen Gesellschaften wurden Löwen und Tiger als Symbole des Mutes verehrt; junge Massai-Krieger in Ostafrika jagen traditionell Löwen mit Speeren als rituellen Nachweis ihrer Männlichkeit.[130] Krieger und Schamanen auf Borneo und Sumatra trugen Tiger- und Nebelparderfälle, die mit Nashornvogel-Federn geschmückt waren, um raubtierhafte Stärke in sich aufzunehmen.[130]

Im präkolumbianischen Mesoamerika wurde der Jaguar von den Maya als Nächtliche Sonne der Unterwelt verehrt, die spirituelle Autorität und Schrecken darstellte.[130][131] Die Inka-Kaiserstadt Cusco in Peru wurde absichtlich in der architektonischen Form eines schleichenden Pumas geplant.[130] In Teilen Afrikas und Asiens schrieb die Folklore Schamanen Gestaltwandlungsfähigkeiten zu, von denen man glaubte, sie verwandeln sich in Tranchen in großte Katzen, während verstorbene Herrscher als Löwen reinkarniert sein sollen.[130] In Indochina wurden Amulette aus Tigerkrallen und -knochen getragen, um raubtierartige Angriffe abzuwehren.[130]

Angriffe auf Menschen

Fossile Belege zeigen, dass frühe Hominiden Beute für großte Feliden waren, was durch Raubtier-Eckzahn-Einstichmarken an einem 2,5 bis 3 Millionen Jahre alten Schädel von Australopithecus africanus dokumentiert ist, der an der archäologischen Fundstätte Swartkrans in Südafrika entdeckt wurde.[130] Während Feliden Menschen im Allgemeinen meiden, können großte Arten, darunter Löwen, Tiger und Leoparden, zu Menschenfressern werden, wenn Alter, Zahnbruch oder Verletzungen sie daran hindern, wilde Huftiere zu erbeuten, oder wenn schwerer Lebensraumverlust ihre naturgegebene Beutebasis dezimiert.[130]

Historische Aufzeichnungen dokumentieren erhebliche menschliche Opfer durch raubtierhafte Feliden, insbesondere in dicht besiedelten Regionen Asiens.[130] Im Jahr 1822 töteten Raubtierangriffe im Distrikt Khandesh in Indien 500 Menschen und 20.000 Rinder, vorwiegend durch Tiger.[130] Die Champawat-Tigrin in Nepal und Kumaon soll 436 Menschen und der Panar-Leopard 400 Menschen getötet haben, bevor beide im frühen zwanzigsten Jahrhundert von Jim Corbett erschossen wurden.[130] Vor dem Zweiten Weltkrieg verursachten Tiger- und Leopardangriffe schätzungsweise 1.500 menschliche Todesfälle jährlich in ganz Indien.[130] In Ostafrika töteten die beiden Tsavo-Löwen 1898 mindestens 28 Menschen, bevor sie von John Henry Patterson erlegt wurden.[130] Im Mangrovenwald der Sundarbans in Bangladesch verursachten Tigerangriffe zwischen 1975 und 1985 612 menschliche Todesfälle, obwohl Konflikte nach Pufferreservatsmanagement und der Annahme von nach hinten gerichteten Gesichtsmasken, die Hinterhalte abschrecken, zurückgegangen sind.[130]

Domestikation und Verwendung bei der Jagd

Die Hauskatze (Felis catus) entstand durch die Domestikation der Afrikanischen Wildkatze (Felis lybica) in Südwestasien, was mit dem Aufkommen der landwirtschaftlichen Getreidespeicherung und Nagetier-Kommensalismus vor etwa 9.000 bis 10.000 Jahren zusammenfiel.[130][132] Ein 8.700 Jahre alter Wildkatzenzahn wurde in Jericho ausgegraben, und eine absichtliche gemeinsame Bestattung eines Menschen und einer Katze aus der Zeit vor etwa 8.000 Jahren wurde im südlichen Zypern entdeckt, wo Feliden nicht heimisch sind.[130][132] Katzen etablierten sich vor etwa 3.500 Jahren im Alten Ägypten als Haushaltshaustiere und erlangten religiöse Bedeutung als Repräsentationen der Sonnengottheit Re und der katzenköpfigen Göttin Bastet.[130] Hauskatzen breiteten sich anschließend über das Mittelmeer und durch Europa über römische Handelsnetze aus.[130]

Andere Wildkatzenarten wurden historisch für die Jagd und Hetzjagd gezähmt, darunter Gepard, Karakal und Serval.[130][133][134] Im alten Ägypten wurden Karakale darauf trainiert, in Schwärme von Wildvögeln zu springen, während Geparden eingesetzt wurden, um Gazellen und Antilopen zu jagen.[130] Im mittelalterlichen Indien wurde die Hetzjagd mit Geparden im Mogulreich institutionalisiert, wo Kaiser Akbar angeblich über 9.000 Jagdgeparden während seiner Regierung besaß.[130] Sein Nachfolger Jahangir dokumentierte die erste verzeichnete Geburt von Gepardenjungen in Gefangenschaft im siebzehnten Jahrhundert – eine Leistung, die erst 1956 im Zoo von Philadelphia wiederholt wurde.[130] Die Gepardenjagd endete nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947, und der Asiatische Gepard wurde in den 1960er Jahren in Indien ausgerottet.[130]

Bedrohungen und Artenschutz

Wildlebende Felidenpopulationen gehen weltweit aufgrund von Lebensraumzerstörung, Straßentod, Vergeltungstötungen wegen Nutztierrissen und Wilderei für Felle sowie traditionelle asiatische Medizin zurück.[130][132][135] Der kommerzielle Pelzhandel expandierte im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert und hatte gefleckte und gestreifte Katzen im Visier.[130] Im späten 1960er Jahren wurden jährlich etwa 10.000 Leoparden-, 15.000 Jaguar-, 5.000 Geparden- und 200.000 Ozelotfelle im Wert von über 30 Millionen US-Dollar in die Vereinigten Staaten importiert.[130] Der globale Handel erreichte 1979 mit etwa 700.000 Fellen seinen Höhepunkt.[130]

Als die Populationen großter Katzen sanken und gesetzliche Verbote ausgeweitet wurden, verlagerte sich die kommerzielle Ausbeutung auf kleinere Arten, darunter die Geoffroy-Katze und die Leopardkatze, letztere in den späten 1980er Jahren in Volumen von über 200.000 Fellen jährlich gehandelt.[130] Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) trat 1975 in Kraft und belegte den internationalen Handel mit bedrohten Feliden mit kommerziellen Verboten.[130] In Europa bedroht die introgresive Hybridisierung mit frei laufenden Hauskatzen die genetische Integrität der Europäischen Wildkatze, was zum fast völligen Verlust genetisch reiner Wildkatzen in Schottland fördert, obwohl italienische Populationen weitgehend unhybridisiert bleiben.[130] In Nutztierkonfliktzonen verringert ein besserer Schutz von Herden und Nutztieren, dass Feliden Nutztiere greifen, und reduziert Nutztierverluste spürbar.[62]

Wo sich Ausgaben widersprechen (3)
Number of recognized extant felid species
  • Englisch: Recognizes 41 officially recognized extant species.
  • Deutsch: Erkennt etwa 46 lebende Arten an.
  • Französisch: States that the family comprises at least 42 living species across 13 genera.
  • Norwegisch: Reports 41 species recognized by the IUCN/SSC Cat Specialist Group, while noting other authorities count 36 or 38.
  • Russisch: States that there are approximately 37 to 40 extant species.
Top running speed of the cheetah
  • Französisch: States that the cheetah can run up to 120 km/h.
  • Norwegisch: States that the cheetah can achieve a top speed of around 110 km/h.
  • Asturisch: Records a speed of 108 km/h.
  • Spanisch: States the cheetah runs at 104 km/h (29 m/s).
  • Deutsch: Gibt an, dass der Gepard Laufgeschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht.
  • Hebräisch: States that the cheetah reaches approximately 93 km/h.
Upper frequency limit of feline hearing
  • Deutsch: Berichtet von einem Hörfrequenzbereich, der bis zu etwa 65.000 Hz reicht.
  • Norwegisch: Gives the standard audible frequency range as up to 64 kHz, with experimental tests on domestic cats reaching up to 85 kHz at 70 dB.
  • Russisch: States that cats are capable of hearing sounds at frequencies up to 80 kHz.
  • Ukrainisch: States hearing reaches up to 50,000 Hz in one section and up to 80,000 Hz in another.
Quellen (133 Wikipedia-Versionen)

Nicht-englische Ausgaben tragen umfangreiche Informationen bei, die im englischen Artikel nicht vorhanden sind, insbesondere die deutschen, französischen und norwegischen Ausgaben. Der deutsche Artikel bietet ausführliche Berichte über Katzenanatomie und -physiologie, einschließlich des Stäbchen-zu-Zapfen-Verhältnisses der Netzhaut von 63:1, quantitative Daten zum weltweiten Pelzhandel des zwanzigsten Jahrhunderts und historische Dokumentationen von Raubtier-Beute-Konflikten mit menschenfressenden Tigern und Leoparden. Die französische und die norwegische Ausgabe fügen hydrodynamische Analysen der Trinkmechanik von Katzen hinzu, spezifische Laut- und Hörfrequenzschwellen über Arten hinweg sowie die Sensorbiologie der Gesichtsvibrissen.

Zusammengefügt aus den untenstehenden Wikipedia-Artikeln, jeweils fixiert auf die am 26. September 2026 gelesene Revision. Zusammen enthalten sie 1.241 Referenzen; der englische Artikel allein hat 79.

AusgabeArtikelRevisionGrößeQuellen
EnglischFelidae137597697351.3 KB79
AlbanischFelidët304495986.7 KB178
DeutschKatzen27034163785.8 KB150
FranzösischFelidae23964585459.9 KB59
SerbischМачке (породица)3145423559.7 KB14
NorwegischKattefamilien2587714855.2 KB67
Marokkanisches Arabischسنوريات45981545.1 KB73
SpanischFelidae17544869438.4 KB18
UkrainischКотові4857015438.2 KB27
RussischКошачьи15466323233.7 KB16
GriechischΑιλουρίδες1173735133.4 KB26
Japanischネコ科11110747831.7 KB47
Paschtuد پیشوګانو کورنۍ36779931.7 KB47
GalicischFélidos767844531.7 KB32
AfrikaansFelidae295877630.3 KB2
Thailändischวงศ์เสือและแมว1321630027.6 KB15
PolnischKotowate7998270924.1 KB41
LitauischKatiniai744756223.7 KB5
Chinesisch猫科9451249522.9 KB11
SchwedischKattdjur5965354522.3 KB20
AsturischFelidae447660822.0 KB5
Gälisch (Schottland)Felidae56855021.1 KB6
AserbaidschanischPişiklər903746720.6 KB8
KatalanischFèlids3818210220.5 KB3
PortugiesischFelídeos7274690720.2 KB17
UngarischMacskafélék2848001119.1 KB8
VietnamesischHọ Mèo7557375618.7 KB16
Marathiमार्जार कुळ247346817.1 KB1
TürkischKedigiller3757966017.0 KB6
TschechischKočkovití2622277416.6 KB11
Hebräischחתוליים4374798515.1 KB0
SlowenischMačke673108615.0 KB4
ItalienischFelidae15227994814.9 KB7
Arabischسنوريات7664622613.8 KB3
EsperantoFelisedoj928163113.3 KB3
LettischKaķu dzimta428859913.3 KB16
Sindhiفيليڊائي34393013.3 KB13
BaskischFelidae1069939512.8 KB2
BulgarischКоткови1261197812.6 KB1
KotavaKrapol (Felidae)13173112.6 KB0
IndonesischFelidae2981701712.2 KB12
NiederländischKatachtigen7192816112.0 KB2
SizilianischFelidae76188411.4 KB0
BosnischMačke385034810.8 KB11
WestfriesischKateftigen121047310.4 KB0
SlowakischMačkovité837256910.4 KB10
BalinesischFelidae23822110.4 KB8
be_x_oldКаціныя220283410.3 KB0
IsländischKattardýr186884510.3 KB0
FilipinoFelidae22243749.6 KB8
simpleFelidae109362029.2 KB12
KroatischMačke73734698.7 KB0
RumänischFelidae179756838.5 KB10
FinnischKissaeläimet238279148.2 KB13
Koreanisch고양이과425258858.0 KB1
Persischگربه‌ایان435486577.5 KB2
Serbisch (Lateinisch)Mačke426033547.1 KB0
Georgischკატისებრნი45123186.1 KB0
ObersorbischKóčki3910796.0 KB18
NiedersorbischKócki1434275.9 KB16
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Teluguఫెలిడే38199825.3 KB4
OkzitanischFelidae22891705.3 KB1
DänischKattefamilien113187275.3 KB2
zh_yue貓科23720185.3 KB0
AragonesischFelidae24771875.3 KB0
BelarussischКаціныя51916645.1 KB0
Norwegisch (Nynorsk)Kattefamilien36466945.0 KB0
LombardischFelidae11276834.5 KB2
NordfriesischKaater2531654.2 KB4
Ägyptisches Arabischالسنوريات122124054.2 KB0
Malayalamമാർജ്ജാര വംശം39166394.1 KB2
KurdischFamîleya pisîkan17947213.8 KB0
Komi-PermjakischКань котыр592423.7 KB0
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GuaraníMbarakajarundi1206653.6 KB0
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HawaiischFelidae1006593.5 KB0
TadschikischГурбаиҳо14706123.5 KB0
BergmariКоти йишвлӓ1039713.5 KB0
Bengalischমার্জার78304483.4 KB3
MariПырыс-влак1844343.3 KB0
Birmanischကြောင်မျိုးရင်း7143573.2 KB5
MazedonischМачки45757493.1 KB1
LimburgischKatechtege4358363.1 KB0
LateinFelidae39896053.1 KB0
TatarischМәчелеләр46437193.0 KB0
Tamilபூனைக் குடும்பம்26713682.9 KB2
KabylischTiserɣuda1128832.9 KB0
Jiddischפעלידאע5331232.8 KB0
Hindiफ़ेलिडाए65988272.8 KB2
KirgisischМышык сымалдар4117382.4 KB0
CebuanoMurag-iring367138492.4 KB5
SchottischFelidae9102552.4 KB2
WarayFelidae68131482.3 KB5
UsbekischMushuksimonlar61751442.3 KB1
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