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Zhou-Dynastie

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Inhalt
  1. (Nach oben)
  2. Name und Etymologie
  3. Ahnenherkunft und vordynastische Geschichte
  4. Archäologische und sprachliche Debatten
  5. Geschichte der Westlichen Zhou
    1. Eroberung der Shang und Regierungszeit König Wus
    2. Regentschaft des Herzogs von Zhou und der Ostfeldzug
    3. Konsolidierung und die Ära von Cheng und Kang
    4. Expansion und Krisen unter den Königen Zhao und Mu
    5. Niedergang, Hofintrigen und König Li
    6. Gonghe-Regentschaft und die Restauration König Xuans
    7. König You und der Fall von Haojing (771 v. Chr.)
  6. Geschichte der Östlichen Zhou
    1. Verlegung nach Osten und schwindende königliche Autorität
    2. Die Zeit der Frühlings- und Herbstannalen und die Hegemonen
    3. Innere Hofkämpfe und die Zersplitterung des Herrschaftsgebiets
    4. Die Zeit der Streitenden Reiche und die Sieben Mächte
    5. Das Erlöschen der Zhou-Dynastie
  7. Politisches und administratives System
    1. Das fengjian-System und die Lehenshierarchie
    2. Zentralregierung und Bürokratie
    3. Erbliches Amt und Linienverwaltung
    4. Stadt-Land-Gliederung und Siedlungssysteme
    5. Das zongfa-Liniensystem und das zhaomu-System
    6. Regionalstaaten und Außenbeziehungen
  8. Militärorganisation und Kriegsführung
    1. Struktur der königlichen Armeen
    2. Streitwagen- und Infanterietaktik
    3. Bewaffnung, Rüstung und Ausrüstung
    4. Befestigungen und Belagerungskrieg
    5. Militärisches Denken und Abhandlungen
  9. Gesellschaft, Verwandtschaft und Recht
    1. Gesellschaftsschichten und die Guoren
    2. Versklavte und abhängige Bevölkerungsgruppen
    3. Ehe, Verwandtschaft und Geschlechterverhältnisse
    4. Rechtskodizes, Strafpraxis und moralische Normen
  10. Wirtschaft und materielle Kultur
    1. Landwirtschaft und das Brunnenfeld-System
    2. Wasserbau und Wasserwirtschaft
    3. Bronzemetallurgie und der Beginn der Eisenzeit
    4. Handwerk, Textilien und Architektur
    5. Handel, Märkte und Währung
  11. Religion, Philosophie und Denken
    1. Das Mandat des Himmels
    2. Kosmologie, Divination und Pantheon
    3. Die Hundert Schulen des Denkens
    4. Das Ritual- und Musiksystem
    5. Wissenschaft, Astronomie und Medizin
  12. Kultur, Literatur und Sprache
    1. Schriftentwicklung und Bronzeepigraphik
    2. Literarische Klassiker und Archive
  13. Monarchen der Zhou-Dynastie
  14. Nachkommen und historisches Erbe
  15. Literatur und Quellen
Zhou-Dynastie
Zhou-Dynastie
HauptstadtHaojing (ca. 1046–771 v. Chr.), Luoyi / Wangcheng (771–256 v. Chr.)
VerkehrssprachenAltchinesisch
RegierungsformMonarchie
Historische EpocheBronzezeit bis Eisenzeit Chinas
Beginnca. 1046 v. Chr.
Ende256 v. Chr.
VorgängerShang-Dynastie
NachfolgerQin-Dynastie

Die Zhou-Dynastie war eine Königsdynastie des antiken China, die von etwa 1046 v. Chr. bis 256 v. Chr. herrschte und damit die am längsten bestehende Dynastie der chinesischen Geschichte war. Sie wurde von der Familie Ji nach dem Sieg König Wus über die Shang-Dynastie in der Schlacht von Muye gegründet; ihre Geschichte gliedert sich in die Westliche Zhou-Dynastie (ca. 1046–771 v. Chr.) und die Östliche Zhou-Dynastie (771–256 v. Chr.). In dieser Zeit entstanden das Mandat des Himmels, die Entwicklung der fengjian genannten politischen Struktur sowie die klassischen chinesischen Philosophien.

Name und Etymologie

Die Bezeichnung Zhou wurde möglicherweise von König Wu Yi der Shang-Dynastie verliehen.[1] Da das Zhou-Stammvolk in der Landwirtschaft bewandert war, wurde das Schriftzeichen für Zhou in den Orakelknocheninschriften der Shang als ein in Quadranten unterteiltes Feld (tian) geschrieben, das fruchtbarem, mit Feldfrüchten bepflanztem Ackerland ähnelte.[1][2] In Bronzeinschriften entwickelte sich das Schriftzeichen weiter und zeigte das Feldzeichen über dem Element für Mund (kou).[2] In dieser epigraphischen Form stand die Mund-Komponente für die Verkündung von Regierungserlassen und Staatsbefehlen im gesamten Gebiet.[1] Zhou war ursprünglich ein Ehrentitel geographischer Art, der eine entwickelte Agrarzone bezeichnete.[1]

Ahnenherkunft und vordynastische Geschichte

Der chinesischen Mythologie zufolge geht die Abstammungslinie der Zhou-Könige auf Jiang Yuan zurück, die Hauptgemahlin des legendären Kaisers Ku.[3][4][5][6] Jiang Yuan soll ihren Sohn Qi auf wundersame Weise empfangen haben, nachdem sie in den göttlichen Fußabdruck des Himmelsgottes Shangdi getreten war.[3][6][7] Wegen unheilvoller Vorzeichen wurde das Kind dreimal ausgesetzt: zunächst in einer engen Gasse, in der Rinder und Pferde es nicht zertrampelten, dann in einem Wald, wo Holzfäller es retteten, und schließlich auf gefrorenem Eis, wo Vögel es mit ihren Flügeln schützten.[3][6] Nachdem er diese drei Aussetzungen überlebt hatte, erhielt er den Eigennamen Qi, was 'der Ausgesetzte' bedeutet.[3] Qi wurde zu einem Kulturheros, dem die Einführung fortschrittlicher landwirtschaftlicher Praktiken sowie die Lehre des Anbaus von Getreide, Feldfrüchten und Hirse während der legendären Xia-Dynastie zugeschrieben wird.[3][5][6] In Anerkennung dieser Verdienste verlieh Kaiser Shun Qi die Herrschaft über das Gebiet von Tai, übertrug seiner Linie den Sippennamen Ji und verlieh ihm den Verwaltungstitel Houji, was 'Herr der Hirse' bedeutet.[8][9] Qi wurde später als Agrargottheit und Erntegott verehrt, und die Bezeichnung Houji blieb ein erblicher Titel für die Führung der Linie.[4][6][8][9]

Buzhu, der Sohn des Qi oder dessen unmittelbarer Nachfolger als Houji, soll seine Stellung als Ackerbaumeister (Nongshi) im hohen Alter aufgegeben haben, als die Autorität der Xia verfiel.[10][11][12] Buzhu oder sein Sohn Ju sollen den Ackerbau aufgegeben und nach Art der Xirong und Rongdi eine nomadische Lebensweise angenommen haben.[10][12] Jus Sohn Gong Liu kehrte diesen Trend um, indem er den Ackerbau wiederbelebte, dauerhafte Siedlungen gründete und sein Volk zur Ansiedlung an einem Ort namens Bin führte.[13][14][15][16][17] Die Linie gedieh in Bin und wurde über mehrere Generationen von Gong Lius Nachkommen beherrscht, die städtische Siedlungen errichteten und ihre Agrarwirtschaft neu organisierten.[14][15][17] Archäologische Studien bringen diese Übergangsphase der proto-Zhou-Bevölkerung mit Fundstätten im Hochland des östlichen Gansu, im nördlichen Shaanxi sowie in den oberen Tälern der Flüsse Fen und Jing in Verbindung.[18][19]

Unter der Führung von Gong Danfu, der posthum als König Tai geehrt wurde, zwangen anhaltende Angriffe und Belästigungen durch die nomadischen Quanrong die Sippe zur Aufgabe von Bin.[17][19][20] Etwa zur Regierungszeit des Shang-Königs Wu Yi führte Danfu die Zhou-Sippe über die Berge nach Süden in das fruchtbare Wei-Flusstal und siedelte sich am Fuß des Berges Qi in einem als Zhouyuan bekannten Gebiet an, das im heutigen Kreis Qishan in Shaanxi liegt.[13][18][21] Die landwirtschaftlichen Bedingungen von Zhouyuan erlaubten es der Ji-Linie, eine dauerhaft befestigte Hauptstadt zu errichten, umfassende Bewässerungs- und Feldsysteme zu entwickeln, Paläste und Ahnentempel zu bauen und diplomatische Beziehungen zu benachbarten Völkern auszubauen.[21][22][23] Archäologische Funde an der Fundstätte Zhouyuan, darunter die Palastreste von Fengchu, bestätigen die Entstehung ausgefeilter Verwaltungsstrukturen, Stampflehm-Architektur und die Übernahme des Bronzegusses in dieser Phase.[24]

Danfu übergingen seine älteren Söhne Taibo und Zhongyong zugunsten seines jüngsten Sohnes Jili, der sich als fähiger militärischer Führer hervorgetan hatte.[25] Taibo und Zhongyong verließen Zhou in Richtung der Region des Taihu-Sees, wo sie den Staat Wu gründeten.[26][27] Jili folgte Danfu als Anführer in Zhouyuan nach und betrieb die territoriale Ausdehnung nach Süd-Shanxi und Süd-Shaanxi, wobei er ein Bündnis mit dem benachbarten Staat Yu schloss.[25][28] Er festigte Heiratsbündnisse mit regionalen Shang-Tributärstaaten, darunter der Ren-Sippe von Zhi, und führte wiederholt im Auftrag des Shang-Königshofs Feldzüge gegen vordringende Rong- und Di-Stämme.[28][29][30] In Anerkennung dieser Siege ernannte der Shang-König Wen Ding Jili zum Vorsteher der Weiden (Mushi), einer Funktion als westlicher Grenzwächter.[30][31] Beunruhigt durch Jilis wachsende militärische Macht, ließ König Wen Ding ihn jedoch um das elfte Jahr seiner Regierungszeit verraten und hinrichten.[31][32]

Jilis ältester Sohn Ji Chang folgte ihm nach und unternahm aktive diplomatische Schritte, um eine direkte Konfrontation mit dem Shang-Hof zu vermeiden.[25][32][33] Um Chang zu besänftigen, verheiratete der Shang-König Di Yi seine jüngere Schwester mit ihm.[33][34][35] Während der frühen Regierungszeit von Di Xin (König Zhou von Shang) diente Chang neben dem Marquis von Jiu und dem Marquis von Yu als einer der Drei Herzöge des Shang-Hofs.[26][36] Nach einem Streit um die Tochter des Marquis von Jiu ließ Di Xin sowohl Jiu als auch Yu hinrichten und Chang in Youli einkerkern.[26][36][37] Changs Untergebene erwirkten seine Freilassung, indem sie Di Xin Geschenke aus edlen Pferden, schönen Frauen und seltenen Schätzen überreichten.[26] Nach seiner Befreiung verlieh Di Xin Chang die Vollmacht, Strafexpeditionen im Westen zu führen, und ernannte ihn zum Westlichen Hegemon (Xibo).[26][36] Chang rekrutierte daraufhin fähige Minister, darunter Lü Shang (Jiang Ziya), und erließ Rechtsvorschriften zur Regelung der gesellschaftlichen Ordnung und zur Kontrolle entlaufener Leibeigener.[26][36][38]

Als Westlicher Hegemon verfolgte Chang eine strategische Politik der Isolierung des Shang-Hofs, indem er feindliche Randstaaten unterwarf und die Kontrolle über wichtige Handels- und Militärrouten festigte.[39][40] Er schlichtete Grenzstreitigkeiten zwischen den südshanxischen Staaten Yu und Rui und sicherte damit den Zugang der Zhou nach Osten in Richtung der Zentralebene.[39][40] Chang führte erfolgreiche Feldzüge gegen die Quanrong im Westen und annektierte den Staat Mixu im heutigen Kreis Lingtai in Gansu.[39][40][41] Nach Osten vorrückend eroberte er die mit den Shang verbündeten Staaten Li im heutigen Licheng, Shanxi, und Yu im heutigen Qinyang, Henan.[40][41][42] Schließlich eroberte er die bedeutende Shang-Bastion Chong am Wei-Fluss, woraufhin er eine neue Vorwärtshauptstadt namens Fengyi (Feng) am Westufer des Feng-Flusses nahe dem heutigen Xi'an errichtete.[40][43] Überlieferten Berichten zufolge kontrollierte das Zhou-Gemeinwesen zu diesem Zeitpunkt zwei Drittel der bekannten Welt, und Chang nahm den königlichen Titel als König Wen von Zhou an.[40][43][44][45] Moderne astronomische und textkritische Berechnungen deuten darauf hin, dass im fünften Mondmonat des Jahres 1059 v. Chr. eine seltene Konjunktion von fünf sichtbaren Planeten am nordwestlichen Himmel stattfand, die die Zhou als kosmische Bestätigung ihres Empfangs des Mandats des Himmels deuteten.[37][46]

Archäologische und sprachliche Debatten

Der ethnische und kulturelle Hintergrund der vorgeschichtlichen Zhou hat eine erhebliche historiographische Debatte ausgelöst, die sich darauf konzentriert, ob es sich um einheimische Huaxia-Ackerbauern, assimilierte westliche Rong- und Di-Nomaden oder eine synthetisierte Grenzkultur handelte.[19][47] Befürworter der Huaxia-Hypothese weisen darauf hin, dass frühe Texte wie die Gespräche des Konfuzius (Lunyu) zeigen, wie Konfuzius den Herzog von Zhou und die frühen Zhou-Institutionen als vollkommene Vorbilder ritueller Sittlichkeit und Kultur verehrte, ohne sie als fremdartig zu behandeln. Sie verweisen zudem auf die Verwendung einer chinesischen Sprache durch die Zhou und auf die chinesische Praxis zwei- oder dreisilbiger Namen sowie auf archäologische Belege für ausgedehnten Ackerbau im Wei-Flusstal während der Zhou-Besiedlung, was mit einer nomadischen Lebensweise nicht vereinbar sei.[48] Sprachwissenschaftliche Studien von Nicholas Bodman und David McCraw, die auf lexikostatistischer Analyse beruhen, kamen zu dem Schluss, dass die altchinesische Ursprache der Zhou nahezu identisches Vokabular, Morphologie und Syntax mit dem der Shang teilte.[49][50][51]

Andere Gelehrte, wie Christopher Beckwith, haben dagegen für steppen- und nomadenbezogene Verbindungen argumentiert und dabei Parallelen zwischen dem wundersamen Aussetzungsmythos des Houji und eurasischen Heldenmythen aus ganz Zentralasien aufgezeigt.[47][52] Die Zhou-Könige beanspruchten Abstammung von Hou Ji, einem legendären Kulturheros, der über seine Mutter Jiang Yuan mit den Xirong verwandt gewesen sein könnte.[3][53][54] Menzius bestätigte diesen westlichen Hintergrund, indem er anmerkte, dass König Wen an der Westgrenze geboren wurde.[55] Moderne archäologische und historische Bewertungen von Li Feng betonen jedoch, dass der Begriff Rong in der zeitgenössischen Epigraphik der Westlichen Zhou in erster Linie eine politische und militärische Klassifikation für strategische Gegner war und keine ethnische oder kulturelle Kategorie.[56] Archäologische Fundkomplexe zeigen, dass einheimische westliche Keramik- und Waffenstile neben elitären Zhou-Bronzen bestanden, was auf einen intensiven interkulturellen Austausch und gegenseitige Akkulturation zwischen den Proto-Zhou, den Qiang und der Siwa-Kultur im oberen Wei-Tal vor der Eroberung hindeutet.[19][57][58]

Ausgrabungen früher epigraphischer Materialien zeigen, dass die vordynastischen Zhou tief in die politische und religiöse Sphäre der späten Shang-Dynastie eingebunden waren.[59] Shang-Orakelknocheninschriften aus Yinxu verzeichnen ausdrücklich das 'Zhoufang' (Land Zhou) und bezeichnen lokale Herrscher mit dem Titel 'Zhouhou' (Marquis von Zhou), was bestätigt, dass die Zhou unter König Wu Ding und nachfolgenden Shang-Monarchen als anerkannte Vasallen fungierten.[59] Orakeltexte verzeichnen zudem eine Adlige namens 'Fu Zhou' als Gemahlin des Shang-Königs, was darauf hindeutet, dass Verheiratungen zwischen dem Shang-Königshaus und der Ji-Linie bereits mehrere Generationen vor der Eroberung stattfanden.[59] Zudem bestätigen beschriftete Bronzegefäße, dass vordynastische Zhou-Herrscher Ahnenopfer für den Shang-Gründer König Tang im Ahnentempel König Di Yis darbrachten und damit unmittelbar die rituellen Standards und metallurgischen Gusstechniken der Shang übernahmen.[59] Neuere archäologische Funde im Staatsfriedhof von Peng in Shanxi zeigten ein überwiegendes Vorkommen der Y-chromosomalen Haplogruppe Q bei Angehörigen der Elite, was auf genetische Verbindungen zwischen dem regionalen Adel der Westlichen Zhou und früheren nördlichen Bevölkerungen hindeutet.[60][61]

Geschichte der Westlichen Zhou

Die Epoche der Westlichen Zhou erstreckte sich vom Sturz der Shang Mitte des 11. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Plünderung der königlichen Hauptstadt Haojing im Jahr 771 v. Chr.[62][63][64] Während dieser Zeit übten zwölf Monarchen der Familie Ji direkte militärische Autorität und rituelle Führung über Nordchina aus, regierten von zwei Hauptstädten im angestammten Kernland des Wei-Tals aus und verwalteten strategische östliche Gebiete durch dezentrale Belehnungen.[63][65][66]

Eroberung der Shang und Regierungszeit König Wus

König Wen starb kurz nach der Gründung der Hauptstadt Feng und übergab die Führung seinem zweiten Sohn Ji Fa, der zu König Wu von Zhou wurde.[26][67] Unterstützt von seinem obersten militärischen Strategen Lü Shang (Taigong Wang) und seinen Brüdern, dem Herzog von Zhou (Ji Dan) und dem Herzog von Shao (Ji Shi), bereitete sich König Wu darauf vor, die Pläne seines Vaters umzusetzen.[26][38] Die Shang-Dynastie erlebte eine tiefe innere Spaltung, da König Di Xin loyale Minister wie Bigan hinrichten ließ, Jizi einkerkerte und königliche Verwandte wie Weizi Qi entfremdete.[68] Zudem war die Shang-Armee durch langwierige Feldzüge gegen die Dongyi-Stämme (Östliche Yi) im Einzugsgebiet des Huai-Flusses geschwächt, wodurch der königliche Kernbereich um die Hauptstadt Chaoge anfällig für eine Invasion wurde.[26][68]

Im elften Jahr seiner Regierungszeit mobilisierte König Wu die Sechs Armeen von Zhou und marschierte ostwärts durch den Tongguan-Pass.[26][69][70] Bei Mengjin am Gelben Fluss hielt er eine große Versammlung ab und schloss einen förmlichen Pakt mit verschiedenen verbündeten westlichen Fürsten aus dem heutigen Gansu, Sichuan und Hubei, ein Ereignis, das in der Geschichtsschreibung als Bündnis von Mengjin überliefert ist.[26][70] Mit einem verbündeten Heer von 45.000 Soldaten und 300 Streitwagen rückte König Wu auf die Shang-Hauptstadt vor und stellte sich der königlichen Armee Di Xins in der Schlacht von Muye am Tag von Jiazi.[37][70][71] Der Shang-König hatte eine große, größtenteils aus Sklaven und bewaffneten Gefangenen bestehende Streitmacht aufgestellt, doch als die Schlacht begann, weigerten sich die vordersten Reihen zu kämpfen, wandten ihre Waffen um und unterstützten den Angriff der Zhou.[26][72] Di Xin floh in seinen Palast auf der Hirschterrasse (Lutai) in Chaoge, schmückte sich mit kostbaren Juwelen und beging Selbstmord, indem er den Palast in Brand setzte.[26][72]

Nach dem Sieg hielt König Wu in Muye und Chaoge feierliche Opferzeremonien ab, um die Shang-Bevölkerung zu besänftigen und seine Herrschaft durch die Verkündung der Übertragung des Mandats des Himmels zu legitimieren.[72][73] Um Ordnung in den eroberten Shang-Gebieten aufrechtzuerhalten, setzte er Di Xins Sohn Wu Geng als Vasallenherrscher über das Shang-Kerngebiet um Chaoge ein.[74][75][76][77] Um Wu Geng zu überwachen und einen Aufstand zu verhindern, teilte König Wu das umliegende Gebiet in drei administrative Überwachungszonen auf, bekannt als die Drei Wachen (San Jian): Guan, beaufsichtigt von seinem dritten Bruder Guan Shu Xian; Cai, beaufsichtigt von seinem fünften Bruder Cai Shu Du; und Huo, beaufsichtigt von seinem achten Bruder Huo Shu Chu.[74][75][78][79] König Wu setzte zudem Weizi Qi als Herrn des Lehens Wei wieder ein, das sich später zum Regionalstaat Song entwickelte, wodurch die Opfer für die königlichen Ahnen der Shang im Rahmen der diplomatischen Politik der Zwei Könige und Drei Ehrerbietungen (Er Wang San Ke) bewahrt wurden.[74][75] König Wu gründete am Ostufer des Feng-Flusses eine neue Verwaltungshauptstadt namens Haojing, behielt die alte Hauptstadt Feng als rituelles Zentrum bei und leitete Pläne für den Bau einer östlichen königlichen Stadt in Luoyi (Chengzhou) zur Kontrolle der Zentralebene ein.[72][80][81] König Wu starb etwa zwei bis drei Jahre nach der Eroberung und hinterließ den Thron seinem jungen Sohn, Kronprinz Song.[76][82][83]

Regentschaft des Herzogs von Zhou und der Ostfeldzug

Da König Cheng zu jung war, um selbst zu regieren, übernahm sein Onkel Ji Dan, der Herzog von Zhou, die Regentschaft und leitete die Geschäfte des königlichen Hofes.[25][76][84][85] Diese Maßnahme weckte Misstrauen bei seinen älteren Brüdern Guan Shu und Cai Shu, die befürchteten, der Herzog wolle den Thron an sich reißen.[74][76][85] Wu Geng nutzte diese dynastischen Zerwürfnisse aus und schloss ein militärisches Bündnis mit den Drei Wachen, wodurch er einen großen Aufstand gegen den Zentralhof auslöste, der als Rebellion der Drei Wachen bekannt wurde.[74][75][76][85] Die Rebellion wurde unterstützt von unabhängig gesinnten Shang-Royalisten, einheimischen Dongyi-Gemeinwesen wie Yan (im heutigen Qufu, Shandong) und Pugu (im heutigen Boxing, Shandong) sowie mehreren Staaten des Huai-Flusstals, darunter Xu und die Xiong-Ying-Stämme.[74][75][76][84][85]

Angesichts dieser Herausforderung sicherte sich der Herzog von Zhou die diplomatische Zusammenarbeit des Herzogs von Shao und erließ die 'Große Verkündigung' (Da Gao), um die königlichen Ji-Linien und ihre westlichen Verbündeten zu sammeln.[85][86][87] Der Herzog von Zhou und der Herzog von Shao leiteten einen östlichen Strafzug ein, der drei Jahre dauerte.[87][88][89][90] In den ersten beiden Jahren besiegten die königlichen Truppen die Drei Wachen und töteten Wu Geng und Guan Shu, während Cai Shu ins Exil geschickt und Huo Shu seiner Titel enthoben und zum Gemeinen degradiert wurde.[76][87][89][91] Im dritten Jahr führte der Herzog von Zhou die königlichen Armeen tiefer in die östliche Küstenebene, unterwarf den Staat Yan, vernichtete Pugu und Fengbo und zwang den Staat Xu, südwärts in das heutige Jiangsu abzuwandern.[89][91][92][93][94] Dieser Ostfeldzug dehnte die territoriale Kontrolle der Zhou-Dynastie von der Zentralebene unmittelbar bis zum Bohai-Meer und den Unterläufen der Flüsse Gelber Fluss und Huai aus.[66][89][91]

Nach der Befriedung des Ostens beaufsichtigte der Herzog von Zhou den Bau der Nebenhauptstadt Luoyi (auch Chengzhou genannt) im heutigen Luoyang, Henan, und erfüllte damit die strategische Vision König Wus.[66][72][84][91][95] Bedeutende aristokratische Shang-Linien und aufständische Bevölkerungsgruppen wurden zwangsweise aus Chaoge verlegt und unter direkter königlicher Aufsicht in Chengzhou angesiedelt.[89][91] Um diese Verwaltungshauptstadt zu schützen und königliche Macht gegen die Dongyi, die Huaiyi und südliche Gemeinwesen zu projizieren, errichtete der Hof die als Acht Armeen von Chengzhou bekannte ständige Militärgarnison.[89][91][96] Gleichzeitig wurden die Westlichen Sechs Armeen in der westlichen Hauptstadt Zongzhou (Haojing) unterhalten, um das Kernland am Wei-Fluss zu schützen.[89][91][96] Um diese neu annektierten Gebiete zu sichern, formalisierte der Herzog von Zhou das fengjian-System und errichtete befestigte Kolonialstadtstaaten, die von königlichen Verwandten und vertrauenswürdigen Verbündeten regiert wurden.[66][84][89][97][98]

Konsolidierung und die Ära von Cheng und Kang

Nach Erreichen des Erwachsenenalters übernahm König Cheng die unmittelbare Regierung, während der Herzog von Zhou von der Regentschaft zurücktrat und wieder den Status eines Beraters einnahm.[99] Die Regierungszeiten König Chengs (reg. 1042–1021 v. Chr.) und seines Sohnes König Kang (reg. 1020–996 v. Chr.) stellten den Höhepunkt königlicher Autorität, innerer Stabilität und territorialer Ausdehnung der Westlichen Zhou dar, eine Epoche, die in der traditionellen Geschichtsschreibung als 'Herrschaft von Cheng und Kang' (Cheng-Kang zhi zhi) gefeiert wird.[25][100][101] Unterstützt von älteren Staatsmännern wie dem Herzog von Shao und dem Herzog von Bi, betrieb die Monarchie Befriedung, förderte die landwirtschaftliche Produktion und wahrte eine strikte gesellschaftliche Ordnung.[101][102] Überlieferte Berichte behaupten, dass in dieser Epoche der Frieden so vollständig hergestellt war, dass gerichtliche Strafen für über vierzig Jahre ausgesetzt wurden.

König Cheng berief am Berg Qi eine große Versammlung regionaler Fürsten und fremder Gemeinwesen ein, bekannt als die Zusammenkunft von Qiyang, um die Oberhoheit des Himmelssohns über die Randvölker zu demonstrieren.[91] Militärische Feldzüge dienten weiterhin der Unterdrückung von Grenzunruhen; der Große Protektor führte Feldzüge gegen den Staat Lu, und König Kang beauftragte Bo Maofu (Graf Kang von Wei), die Acht Armeen von Yin gegen Dongyi-Aufstände zu führen.[103][104][105] Der königliche Minister Yu wurde mit einer Expeditionstruppe entsandt, um gegen die feindlichen Guifang-Barbaren im Norden und Nordwesten zu kämpfen, wobei über dreizehntausend Gefangene, Pferde und Streitwagen erbeutet wurden, wie auf dem Bronzegefäß Da Yu ding verzeichnet ist.[106][107][108] König Kang unternahm zudem königliche Inspektionsreisen in den Südosten bis in die Region Jiujiang und errichtete neue Randlehen, wie die Belehnung des Marquis von Yu bei Yi im heutigen Dantu, Jiangsu.[1][109][110] König Kang hielt eine kaiserliche Versammlung im Feng-Palast in Fengjing ab, ein Ereignis, das als 'Hof des Feng-Palastes' überliefert ist.[25][100][101] In dieser Zeit erreichte das Zhou-Gebiet seine größte geographische Ausdehnung und reichte vom Meer im Osten bis zum oberen Wei-Fluss im Westen, bis Chaoyang im heutigen Liaoning im Norden und bis zu den Flüssen Han und Huai im Süden.[74][111][112]

Expansion und Krisen unter den Königen Zhao und Mu

Unter König Zhao (reg. 995–977 v. Chr.) betrieb der Zhou-Staat eine aggressive Expansion nach Süden, die sich auf die mittleren Abschnitte der Flüsse Jangtse und Han konzentrierte.[100][113][114][115] König Zhao führte militärische Feldzüge gegen die südlichen Gemeinwesen Kuai und Hufang und setzte damit die Expansion der Zhou nach Süden und Südosten fort.[116][117][118] Im sechzehnten Jahr seiner Regierungszeit führte König Zhao einen Südfeldzug über den Han-Fluss, unterwarf regionale Staaten und erbeutete Metallressourcen.[118][119] Im neunzehnten Jahr seiner Regierungszeit führte König Zhao jedoch einen zweiten Feldzug über den Han-Fluss, der in einer großen militärischen Katastrophe endete.[114][120] Die gesamte Streitmacht der Westlichen Sechs Armeen wurde vernichtet, und König Zhao ertrank zusammen mit seinen führenden Ministern im Fluss.[100][113][114][120] Spätere Berichte überliefern zwei Erklärungen für seinen Tod: entweder stürzte während eines Rückzugs eine provisorische Pontonbrücke ein, oder der königlichen Gefolgschaft wurden Boote zur Verfügung gestellt, die mit wasserlöslichem Leim zusammengefügt waren und sich mitten im Fluss auflösten.[121][122][123] Die Katastrophe zerschlug die militärische Überlegenheit des Zhou-Hofs, und der Verlust der königlichen Armeen stoppte die Expansion der Zhou nach Süden dauerhaft, wodurch spätere Monarchen sich auf regionale diplomatische Pufferstaaten verlassen mussten.[100][114][124]

König Zhaos Sohn, König Mu (reg. 976–922 v. Chr.), hatte die längste Regierungszeit aller Monarchen der Westlichen Zhou und betrieb eine aktive militärische und administrative Umstrukturierung, um das königliche Ansehen wiederherzustellen.[113][124] Er führte ausgedehnte Feldzüge gegen äußere Stämme und beauftragte seinen General Mao Gong Ban, das Einzugsgebiet des Huai-Flusses zu verwalten und einen dreijährigen Feldzug gegen die Juanrong zu führen.[125] Als die Huaiyi in Zhou-Gebiet einfielen, setzten königliche Befehlshaber die Acht Armeen von Chengzhou zu ihrer Zurückschlagung ein, während König Mu eine Expedition nach Süden in Richtung der Region Jiujiang führte.[125][126] König Mu führte zwei Feldzüge gegen die Quanrong im Nordwesten und siedelte Teile ihrer Bevölkerung nach Taiyuan um.[127][128] Überlieferten Berichten und den Bambusannalen zufolge hatte König Mu ursprünglich den Herrscher des östlichen Staates Xu zum östlichen Hegemon ernannt, doch als Xu Yanwang östliche Stämme mobilisierte und gegen Luoyi vorrückte, kehrte König Mu aus dem Westen zurück und verbündete sich mit dem Staat Chu, um den Xu-Aufstand niederzuschlagen.[127][129][130][131] Diese Feldzüge bildeten die Grundlage für spätere Legenden wie die Erzählung von König Mu, dem Himmelssohn (Mu Tianzi Zhuan), die von seinen Reisen zu den westlichen Kunlun-Bergen und seiner Begegnung mit der Königinmutter des Westens berichtet.[131][132]

Niedergang, Hofintrigen und König Li

Ab der Regierungszeit König Gongs (reg. 922–900 v. Chr.) nahm die Macht des zentralen Zhou-Staates ab, verschärft durch wirtschaftliche Belastungen, Landentfremdung und wachsenden Druck durch Randstämme.[63][115][133][134] Unter König Yih (reg. 899–892 v. Chr.) wurde der königliche Hof durch anhaltende nomadische Einfälle der Quanrong bedrängt, was eine vorübergehende Verlegung der königlichen Residenz von Haojing nach Huaili erzwang.[135] Nach dem Tod König Yihs riss sein Onkel, Prinz Pifang, den Thron vom rechtmäßigen Erben, Kronprinz Xie, an sich und regierte als König Xiao (reg. 891–886 v. Chr.).[136] König Xiao begünstigte einen fähigen Pferdezüchter namens Feizi und verlieh ihm ein offizielles Lehen in Qin邑 (im heutigen Kreis Qingshui, Gansu), ein Ereignis, das die Gründung des Staates Qin markiert.[136] Als König Xiao starb, griffen regionale Lehnsfürsten in die königliche Nachfolge ein und setzten Prinz Xie als König Yi (reg. 885–878 v. Chr.) wieder auf den Thron.[137] Bei seiner Thronbesteigung fand König Yi das königliche Ansehen geschmälert vor.[138] Gestützt auf vertrauliche Anschuldigungen des Marquis von Ji, ließ König Yi Herzog Ai von Qi lebendig in einem Kessel sieden, woraufhin Herzog Ais Nachfolger die Hauptstadt von Qi nach Pugu verlegte, um dem Marquis von Ji zu entgehen.[138][139][140][141]

Zur Regierungszeit König Lis (reg. 877–841 v. Chr.) sah sich der Staat der Westlichen Zhou wiederkehrenden Kriegen mit den Xianyun im Nordwesten und den Huaiyi im Osten ausgesetzt.[134][142][143] Innenpolitisch war die königliche Schatzkammer durch anhaltende Verteidigungsausgaben und umfangreiche Geschenke an verbündete Adlige erschöpft.[134][144][145] Um Ressourcen zu zentralisieren, setzte König Li Herzog Rong von Yi ein und führte eine Wirtschaftspolitik der 'Monopole' (zhuanli) ein, mit der er die königliche Kontrolle über gemeinschaftliche Wälder, Berge, Flüsse und Seen durchsetzte und Gemeinen sowie dem lokalen Adel die Nutzung natürlicher Ressourcen untersagte.[144][145] Um die öffentliche Empörung zum Schweigen zu bringen, setzte König Li eine aggressive Überwachungspolitik (mibang) durch, indem er Schamanen und Wahrsager aus dem Staat Wei einsetzte, um die Bewohner auszuspionieren; wer beim Kritisieren des Königs ertappt wurde, wurde summarisch hingerichtet.[144][146] Historische Chroniken berichten, dass diese Unterdrückung ein Klima schuf, in dem Reisende und Bürger sich nicht mehr zu unterhalten wagten und nur noch durch Blicke kommunizierten.[146] Im Jahr 841 v. Chr. erhoben sich die als Guoren bekannten Einwohner der Hauptstadt gemeinsam mit unzufriedenen Adligen in der Guoren-Rebellion (oder Zhi-Rebellion).[147][148][149] Die Aufständischen stürmten den Palast und zwangen König Li, um sein Leben in die Stadt Zhi zu fliehen (im heutigen Huozhou, Shanxi), wo er bis zu seinem Tod im Exil blieb.[147][148][149]

Gonghe-Regentschaft und die Restauration König Xuans

Nach der Flucht König Lis im Jahr 841 v. Chr. wurde Kronprinz Jing vom Herzog von Shao versteckt und beschützt, während die Staatsverwaltung unter einer kollektiven Übergangsautorität, bekannt als die Gonghe-Regentschaft (841–828 v. Chr.), neu organisiert wurde.[147][148][150] In der traditionellen Geschichtsschreibung, die sich auf die Aufzeichnungen des Großhistorikers stützt, wurde 'Gonghe' als eine gemeinsame Kollegialregierung unter der Führung des Herzogs von Zhou und des Herzogs von Shao gedeutet.[147] Die Bambusannalen berichten hingegen, dass Gong Bohe (Ji He) in dieser Zeit die königliche Stellung innehatte.[150][151] Das erste Jahr der Gonghe-Regentschaft, 841 v. Chr., stellt den frühesten Zeitpunkt der chinesischen Geschichte mit einer in Primärchroniken durchgehend belegten Chronologie dar.[147][152] Als König Li 828 v. Chr. im Exil in Zhi starb, endete die Regentschaft, und Kronprinz Jing wurde als König Xuan von Zhou inthronisiert.[147]

König Xuan (reg. 827–782 v. Chr.) strebte danach, die königliche Macht wiederaufzubauen, und leitete eine als 'Xuan-Restauration' (Xuanwang Zhongxing) bezeichnete Erneuerung ein.[147][149] Politisch ernannte er fähige Minister wie Zhong Shanfu und Yin Jifu, stellte die administrative Disziplin wieder her und ließ königliche Paläste instand setzen.[153][154] Im neunten Jahr seiner Regierungszeit berief er eine Versammlung regionaler Fürsten in Chengzhou (Luoyi) ein.[155][156] Militärisch beauftragte König Xuan Herzog Mu von Shao mit der Führung regionaler Truppen gegen die Huaiyi, sicherte deren Gehorsam und entsandte Yin Jifu zur Regelung ihrer Steuerquoten.[157][158] Der königliche Befehlshaber Fang Shu führte Feldzüge gegen Jingchu, während Nan Zhong die Sechs Armeen gegen den Staat Xu führte.[158][159] Die wichtigsten Feldzüge richteten sich gegen die Xianyun; im fünften Jahr seiner Regierungszeit führte König Xuan Yin Jifu persönlich gegen die Xianyun bei Pengya und befahl Nan Zhong, Befestigungen bei Shuofang zu errichten.[157][160][161] Im zwölften Jahr seiner Regierungszeit entsandte König Xuan Herzog Xuan von Guo, um die Xianyun am Luo-Fluss anzugreifen.[162][163]

Trotz dieser Erfolge erlitt König Xuan in der späteren Zeit seiner Regierung schwere militärische Niederlagen und institutionelle Störungen.[164][165] Königliche Feldzüge gegen die Rong von Taiyuan, die Tiaorong und die Benrong erlitten Verluste, und im Jahr 789 v. Chr. wurden königliche Armeen bei Qianmu von den Jiangrong in die Flucht geschlagen.[165][166][167] Um dem Mangel an Arbeitskräften zu begegnen, missachtete König Xuan den Rat seiner Minister und führte in Taiyuan eine beispiellose Volkszählung zur Rekrutierung von Soldaten durch.[168] In der Wirtschaftspolitik schaffte König Xuan das traditionelle zeremonielle Pflügeritual des Brunnenfeld-Systems ('bu jie qianmu') ab, erkannte das Privateigentum an urbar gemachtem Land an und ersetzte es durch das auf individueller Flächengröße beruhende che-Steuersystem, eine Maßnahme, die den Protest Herzog Wens von Guo hervorrief.[169][170] König Xuan griff zudem in regionale Nachfolgepraktiken ein, indem er die Regel der patrilinearen Erstgeburt außer Kraft setzte, den designierten Erben von Lu absetzte und einen jüngeren Günstling, Prinz Xi, einsetzte, was einen Bürgerkrieg in Lu auslöste, der eine militärische Intervention des Königs erforderlich machte.[164] König Xuan starb 782 v. Chr. und wurde von seinem Sohn, König You, beerbt.[147][164]

König You und der Fall von Haojing (771 v. Chr.)

Die Westliche Zhou-Dynastie brach während der Regierungszeit König Yous (reg. 781–771 v. Chr.) infolge wirtschaftlicher Not, Naturkatastrophen und höfischer Zersplitterung zusammen.[171][172][173] Früh in König Yous Regierungszeit erlebten die Einzugsgebiete der Flüsse Wei, Jing und Luo schwere Dürre, Erdbeben und Erdrutsche, was den Hofschreiber Boyangfu veranlasste, den Fall der Dynastie vorauszusagen.[171] König You vertraute die Regierung Guo Shifu (Herzog Huan von Westguo) an, der eine erpresserische Finanzpolitik betrieb und privaten Reichtum anhäufte, was öffentlichen Unmut erzeugte.[174][175] Herzog Huan von Zheng verlegte seine Linie von der Hauptstadtregion nach Osten und erwarb Gebiet zwischen den Staaten Ostguo und Kuai im heutigen Henan, um Neu-Zheng zu gründen.[176][177] Westliche Rong-Stämme griffen wiederholt die Westgrenze an; der Zhou-Befehlshaber Bo Shi fiel im Kampf, und der ältere Bruder Herzog Xiangs von Qin wurde bei Quanquan von nomadischen Streitkräften gefangen genommen.[172][178]

Die letzte dynastische Krise entstand aus einem Nachfolgestreit innerhalb des königlichen Harems.[179][180] König You verfiel einer Konkubine namens Bao Si, die ihm einen Sohn namens Bofu gebar.[179][180][181] König You setzte seine rechtmäßige Königin, die Tochter des Marquis von Shen, ab und enterbte den rechtmäßigen Kronprinzen Ji Yijiu, indem er Bao Si zur Königin und Bofu zum Kronprinzen erklärte.[179][180][182] Prinz Yijiu floh in den westlichen Grenzstaat Shen.[180][182] Als König You 771 v. Chr. königliche Truppen mobilisierte, um Shen anzugreifen, schloss der Marquis von Shen ein militärisches Bündnis mit dem Regionalstaat Zeng und den nomadischen Quanrong-Stämmen.[173][179][183][184] Die verbündeten Streitkräfte führten einen Überraschungsangriff auf die Hauptstadt Haojing und eroberten und plünderten die Stadt.[173][179][185] König You, Prinz Bofu und Herzog Huan von Zheng wurden in der Nähe des Berges Li getötet.[179][185][186] Die Quanrong nahmen Bao Si gefangen, erbeuteten königliche Bronzen und Schätze und verwüsteten das Kernland am Wei-Fluss, wodurch die Zeit der Westlichen Zhou endete.[173][179][185][187]

Geschichte der Östlichen Zhou

Die Epoche der Östlichen Zhou erstreckte sich von 770 v. Chr. bis zur endgültigen Annexion des königlichen Gebiets durch den Staat Qin im Jahr 256 v. Chr.[62][63][64] Nach der Plünderung von Haojing gaben die Zhou-Monarchen das westliche Kernland auf und errichteten ihren Regierungssitz in der östlichen Hauptstadt Luoyi (später in Wangcheng und Chengzhou umbenannt).[62][63][173] Obwohl die Zhou-Könige ihren heiligen Status als Himmelssöhne behielten und rituelle Zeremonien vollzogen, schrumpfte ihr unmittelbares Herrschaftsgebiet, wodurch sie politisch und militärisch von mächtigen Regionalstaaten abhängig wurden.[188][189][190]

Verlegung nach Osten und schwindende königliche Autorität

Nach dem Tod König Yous im Jahr 771 v. Chr. inthronisierte eine Fraktion regionaler Fürsten unter Führung des Marquis von Shen, des Marquis von Zeng, Herzog Wens von Xu und Herzog Wus von Zheng Kronprinz Yijiu in Shen als König Ping von Zhou.[173][191][192] Gleichzeitig lehnte eine Gegenfraktion unter Führung von Guo Gong Han die Legitimität König Pings ab und inthronisierte Prinz Yuchen in Xie (im heutigen Xi'an), den sie zum König Xie von Zhou erklärte.[173][192][193] Dieses doppelte Königtum bestand zwei Jahrzehnte lang, bis Markgraf Wen von Jin 750 v. Chr. Xie angriff, König Xie tötete und die königliche Nachfolge unter König Ping vereinte.[192][193][194]

Nach dem Fall von Haojing verlegte König Ping den königlichen Hof im Jahr 770 v. Chr. nach Osten nach Luoyi, eskortiert von den Truppen Markgraf Wens von Jin, Herzog Wus von Zheng und Herzog Xiangs von Qin.[62][173][195] Als Gegenleistung für ihren militärischen Schutz gewährte König Ping Herzog Xiang von Qin den vollen Lehnsstatus als Regionalfürst und übertrug ihm nominelle Rechte über die aufgegebenen westlichen Stammlande in Qizhou, unter der Bedingung, dass er sie von den Quanrong zurückerobere.[196] Qin-Truppen drängten die Quanrong nach Westen zurück, übernahmen die Kontrolle über das Wei-Flusstal und etablierten Qin als Grenzmacht.[196][197] Markgraf Wen von Jin erhielt königliches Land entlang des Fen-Flusses.[196] Durch diese Übertragung verlor das königliche Haus Zhou dauerhaft seine westliche Basis, sodass dem Hof nur ein kleines königliches Gebiet um Luoyi verblieb.[189][190] Der Zhou-Hof wurde wirtschaftlich abhängig von Getreidelieferungen und militärischem Schutz durch benachbarte Vasallenstaaten, insbesondere Zheng, Jin und Wei.[189][190]

Die Erosion der königlichen Autorität wurde durch die wachsende Unabhängigkeit des Staates Zheng unterstrichen, dessen Herrscher, Herzog Wu und Herzog Zhuang, das erbliche Amt des königlichen Kanzlers (Qingshi) innehatten.[190][198] Unter Herzog Zhuang konzentrierte sich Zheng auf die eigene territoriale Machterweiterung.[198] In dem Bestreben, Zhengs Einfluss zu begrenzen, versuchte König Ping, das Kanzleramt zu teilen, indem er Herzog Jifu von Westguo ernannte.[198] Um die daraus entstandenen Spannungen beizulegen, tauschten der Zhou-Hof und Zheng im Jahr 720 v. Chr. königliche Geiseln aus: Prinz Hu von Zhou wurde nach Zheng geschickt, und Prinz Hu von Zheng wurde in die Zhou-Hauptstadt geschickt, eine Episode, die als Geiselaustausch zwischen Zhou und Zheng bekannt ist.[198][199] Überlieferte Chroniken betrachteten diesen Austausch als einen schwerwiegenden Zusammenbruch der rituellen Sittlichkeit (li beng yue huai), da sich der Himmelssohn zu einem Gleichgestellten eines Regionalvasallen erniedrigt hatte.[198][199]

Als König Huan Herzog Zhuang von Zheng im Jahr 706 v. Chr. als Kanzler absetzte, stellte Herzog Zhuang seine Teilnahme am königlichen Hof ein.[198][199][200] König Huan stellte ein verbündetes Strafheer aus königlichen Truppen und Kontingenten aus Cai, Wei und Chen zusammen, um 707 v. Chr. Zheng anzugreifen.[198][200] In der Schlacht von Xuge besiegte das disziplinierte Heer von Zheng die königliche Koalition, und der Zheng-Bogenschütze Zhu Dan traf und verwundete König Huan an der Schulter.[198][200][201] Obwohl Herzog Zhuang noch am selben Abend einen Gesandten schickte, um förmliche Entschuldigungen auszusprechen, offenbarte die Niederlage die militärische Ohnmacht des Himmelssohns und beendete die militärische Abschreckungswirkung des Königtums gegenüber den Regionalstaaten.[198][200][201][202]

Die Zeit der Frühlings- und Herbstannalen und die Hegemonen

Die Zeit der Frühlings- und Herbstannalen (770–476 v. Chr.), benannt nach den vom Staat Lu geführten Frühlings- und Herbstannalen, war geprägt von der politischen Zersplitterung des ehemaligen Zhou-Reichs in zahlreiche unabhängige Gemeinwesen.[63][64][188][203] Über 140 Regionalstaaten waren in Kriegsführung, Diplomatie und zwischenstaatliche Verträge verwickelt.[204] Da das königliche Haus weder die innere Ordnung durchsetzen noch die Zentralebene gegen Randvölker (wie die Rong, die Di und die expandierende südliche Macht Chu) schützen konnte, traten mächtige Regionalherrscher als Hegemonen (ba) hervor und übten unter dem Slogan 'Den König verehren und die Barbaren zurückdrängen' (zunwang rangyi) politische und militärische Führung aus.[188][200][203][205]

Der erste anerkannte Hegemon war Herzog Huan von Qi (reg. 685–643 v. Chr.), der, geleitet von seinem Kanzler Guan Zhong, innenpolitische Wirtschaftsreformen einführte, staatliche Monopole über Salz und Eisen schuf und ein effizientes Verwaltungssystem errichtete.[200][203][205] Herzog Huan nutzte seine Macht, um in regionale Streitigkeiten einzugreifen, dynastische Nachfolgen zu sichern und verbündete Staaten wie Yan, Xing und Wei gegen Einfälle der nördlichen Di zu verteidigen.[203] Herzog Huan vereinte die Fürsten von neun Staaten, um dem Nordfeldzug König Chengs von Chu zu widerstehen.[200][203][206] Im Jahr 651 v. Chr. berief Herzog Huan die Mehrstaatenkonferenz von Kuiqiu ein, auf der ihm der königliche Zhou-Hof den Titel Hegemon (Ba) verlieh, wodurch das System formalisiert wurde, in dem der König von Zhou der rituelle Oberherr blieb, während der Hegemon die politischen Angelegenheiten leitete.[203][205][206]

Nachfolgende Herrscher traten hervor, um die Hegemonie zu beanspruchen, und bildeten die traditionellen Fünf Hegemonen (Chunqiu Wu Ba).[200][206][207] Nach dem Tod Herzog Huans von Qi und dem Scheitern Herzog Xiangs von Song trat Herzog Wen von Jin (reg. 636–628 v. Chr.) als vorherrschender Führer hervor.[200][206] Herzog Wen griff 635 v. Chr. in der Zhou-Hauptstadt ein, um die Rebellion des Prinzen Dai niederzuschlagen, der mit Unterstützung der Di-Nomaden den Thron an sich gerissen hatte, und geleitete König Xiang zurück nach Luoyi.[200][208] Nach der Schlacht bestellte Herzog Wen König Xiang zur zwischenstaatlichen Bundesversammlung nach Jiantu, eine beispiellose Umkehrung der rituellen Hierarchie, bei der der Lehnsvasall den Himmelssohn zu sich bestellte.[209] Um Jin in Schach zu halten, ernannte König Xiang Herzog Mu von Qin zum Führer (bo) der westlichen Fürsten.[200][209][210]

Während die nördlichen Staaten sich bemühten, Chu einzudämmen, behaupteten auch die südlichen Herrscher ihre Macht.[211][212][213] Im Jahr 704 v. Chr. erklärte sich der südliche Herrscher Xiong Tong selbst zum König Wu von Chu und war damit der erste Vasallenherrscher, der den königlichen Titel König (wang) beanspruchte und damit das ausschließliche Vorrecht des Zhou-Monarchen infrage stellte.[212][214] Im Jahr 606 v. Chr. besiegte König Zhuang von Chu die Luhun-Rong und führte sein Heer unmittelbar bis in die südlichen Vororte der Zhou-Hauptstadt Luoyi.[211] König Zhuang befragte den königlichen Zhou-Gesandten Wangsun Man nach Gewicht und Größe der Neun Dreifußkessel, der heiligen Symbole des Mandats des Himmels, und ließ damit seinen Wunsch erkennen, den Thron an sich zu reißen.[211] Wangsun Man wies die Herausforderung zurück, indem er erklärte, Souveränität hänge von moralischer Tugend ab und nicht vom Gewicht bronzener Kessel, woraufhin sich der König von Chu zurückzog, nachdem er Anerkennung erhalten hatte.[211]

Die späte Zeit der Frühlings- und Herbstannalen erlebte zwischenstaatliche Konflikte, die sich bis in die südöstlichen Küstenregionen ausdehnten und zum Aufstieg von Wu und Yue führten.[212][215][216] Jin verbündete sich mit Wu, um Chu von Osten her abzulenken, wodurch Wu unter König Helü und Sunzi zu einer bedeutenden Macht aufstieg.[212][215] Im Jahr 506 v. Chr. fielen Truppen von Wu in Chu ein, eroberten dessen Hauptstadt Ying und brachten den Staat an den Rand des Zusammenbruchs.[212] Nachdem Wu Chu wiederholt bedroht hatte, zog Chu den Staat Yue auf seine Seite, um Wu in Schach zu halten.[215][216][217] Nach Jahrzehnten des Krieges marschierte König Fuchai von Wu nach Norden und berief 482 v. Chr. eine zwischenstaatliche Konferenz in Huangchi ein, wo er vom königlichen Zhou-Hof die Anerkennung als Hegemon erlangte.[212][216] Im Jahr 473 v. Chr. fiel jedoch König Goujian von Yue in Wu ein und eroberte es.[212][216][218] Goujian führte seine Truppen nordwärts nach Xuzhou, traf dort die Fürsten von Qi und Jin und erhielt von König Yuan von Zhou die Anerkennung als letzter Hegemon.[212][216][217]

Innere Hofkämpfe und die Zersplitterung des Herrschaftsgebiets

In der späten Zeit der Frühlings- und Herbstannalen lag die innere politische Autorität im verkleinerten königlichen Zhou-Gebiet in den Händen erblicher Ministerfamilien, vor allem der Sippen Liu und Shan.[200][219][220] Die Familie Liu stammte von Prinz Jizi (Herzog Kang von Liu) ab, einem Sohn König Qings, und stellte damit enge königliche Agnaten dar, während die Familie Shan ihre Abstammung auf Herzog Shan zurückführte, einen frühen Gründer der Westlichen Zhou, und damit entferntere Verwandte vertrat.[219][220] Nach dem Tod König Jings im Jahr 520 v. Chr. brach ein als Rebellion des Prinzen Chao bekannter Nachfolgekrieg aus.[221][222] Obwohl König Jing seinen älteren Sohn Prinz Chao bevorzugte, setzten die Minister Herzog Xian von Liu und Herzog Mu von Shan Prinz Meng als König Dao ein.[221] Unterstützt von Randverbündeten und Palastbeamten, erhob sich Prinz Chao, vertrieb König Dao aus der Hauptstadt und rief sich selbst zum König aus, wobei er den Westpalast und die königlichen Archive an sich riss.[221][222]

König Dao starb kurz nach seiner Vertreibung, und die Minister setzten seinen jüngeren Bruder Prinz Gai als König Jing (reg. 519–476 v. Chr.) auf den Thron.[221][223] Das königliche Gebiet war geteilt zwischen dem 'Östlichen König' (König Jing in Chengzhou) und dem 'Westlichen König' (Prinz Chao in Wangcheng).[223] Die Spaltung wurde 516 v. Chr. beigelegt, als der Staat Jin eingriff und Truppen entsandte, um Prinz Chao ins Exil nach Chu zu vertreiben.[222][223] Prinz Chao floh, begleitet von Zhou-Adligen, nach Süden und führte dabei die königlichen Ahnenarchive mit sich.[222] Nach diesem Eingreifen übte Jin die Aufsicht über den Zhou-Hof aus.[223] Da die Familie Liu der Familie Fan von Jin nahestand, zwang Zhao Yang von Jin nach dem Sieg über die Fan den Zhou-König, den Berater der Familie Liu, Chang Hong, töten zu lassen, und die Sippe Liu verfiel und starb während der Regierungszeit König Zhendings aus.[223][224] Dadurch blieb die Linie Shan als einziges Ministerhaus übrig, das die königlichen Angelegenheiten kontrollierte.[200][224]

Im fünften Jahrhundert v. Chr. zersplitterten territoriale Teilungen das königliche Gebiet.[200][225] Im Jahr 440 v. Chr. belehnte König Kao seinen jüngeren Bruder Prinz Jie als Herzog Huan von Westzhou und begründete damit den Staat Westzhou mit der Hauptstadt Wangcheng.[200][225] Im Jahr 367 v. Chr., nach dem Tod Herzog Weis von Westzhou, führte ein Nachfolgestreit dazu, dass sein jüngerer Sohn Prinz Gen mit militärischer Unterstützung der Staaten Han und Zhao rebellierte.[225] Prinz Gen errichtete den unabhängigen Staat Ostzhou in Gong (im heutigen Gongyi, Henan).[225] Infolgedessen wurde das verbliebene königliche Gebiet in zwei winzige Herzogtümer aufgeteilt: den Herzog von Westzhou und den Herzog von Ostzhou.[200][225][226] Der Himmelssohn besaß kein eigenes Gebiet mehr und lebte zunächst auf Gnade des Herzogs von Ostzhou in Gong, bevor er zurück nach Wangcheng verlegte, um dort vom Herzog von Westzhou abhängig zu sein.[200][225]

Die Zeit der Streitenden Reiche und die Sieben Mächte

Der Übergang von der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen zur Zeit der Streitenden Reiche (ca. 475–221 v. Chr.) war geprägt vom Sturz alter Adelshäuser durch aufstrebende Ministerlinien innerhalb der Regionalstaaten.[227][228] Im Staat Jin zerschlugen drei Adelsfamilien, Han, Zhao und Wei, ihre Konkurrenten und teilten 453 v. Chr. das Gebiet von Jin unter sich auf.[229][230][231] Im Jahr 403 v. Chr. gewährte König Weilie von Zhou den Herrschern von Han, Zhao und Wei königliche Anerkennung, erhob sie in den Rang regionaler Markgrafen und begründete damit förmlich die Drei Jin (San Jin).[188][229][230] Im Jahr 386 v. Chr. erkannte König An von Zhou Tian He, einen Minister, der den Thron von Qi an sich gerissen hatte, als rechtmäßigen Markgrafen von Qi an und beendete damit die alte, von Lü Shang begründete Jiang-Linie.[230][232] Zu diesem Zeitpunkt hatte die politische Konsolidierung die unabhängigen Staaten auf sieben Großmächte reduziert, die als die Sieben Streitenden Reiche bekannt sind: Qin, Chu, Qi, Yan, Han, Zhao und Wei.[200][204]

Im vierten Jahrhundert v. Chr. legten regionale Herrscher die symbolische Unterordnung unter den Zhou-Thron ab, indem sie den Titel König (wang) annahmen.[188][233][234] Im Jahr 344 v. Chr. berief Herzog Hui von Wei eine zwischenstaatliche Konferenz ein und nahm den königlichen Titel an, womit er der erste Herrscher der Zentralebene wurde, der den Titel König beanspruchte.[188][233][234][235] Innerhalb weniger Jahrzehnte folgten die Monarchen von Qi, Qin, Yan, Han und Zhao seinem Beispiel, während auch die Herrscher kleinerer Gemeinwesen wie Zhongshan und Song sich selbst zu Königen erklärten.[200][234][235] Der Zhou-Hof musste diesen Herrschern bei der Annahme ihrer königlichen Titel förmliche Glückwünsche übermitteln.[200][236] Im Jahr 288 v. Chr. gingen König Zhao von Qin und König Min von Qi noch weiter und nannten sich vorübergehend 'Kaiser des Westens' (Xi Di) beziehungsweise 'Kaiser des Ostens' (Dong Di).[200][237][238]

Die Geopolitik der späten Zeit der Streitenden Reiche wurde von wechselnden diplomatischen Bündnissen bestimmt: dem Vertikalen Bündnis (hezong), das darauf abzielte, die östlichen Staaten von Norden nach Süden zu vereinen, um die Expansion von Qin einzudämmen, und dem Horizontalen Bündnis (lianheng), das von Qin gesteuert wurde, um die östlichen Staaten zu spalten und einzeln zu erobern.[200][239][240] In Qin zentralisierte die Umsetzung legalistischer Verwaltungsreformen durch Shang Yang unter Herzog Xiao die Besteuerung, ersetzte adlige Privilegien durch zwanzig militärische Ränge, organisierte Haushalte in Gruppen gegenseitiger Verantwortung und baute das Militär zu einer infanteriegestützten Streitmacht aus.[241][242][243][244] Qin dehnte seine Grenzen aus, annektierte 316 v. Chr. die südsichuanischen Staaten Shu und Ba und fügte Chu, Han und Wei Niederlagen zu.[200][242][245] Im Jahr 260 v. Chr. umzingelte und besiegte das Heer von Qin unter General Bai Qi das Heer von Zhao in der Schlacht von Changping und ließ über 400.000 kapitulierte Zhao-Truppen hinrichten, wodurch die letzte militärische Kraft gebrochen wurde, die der Vormachtstellung Qins hätte widerstehen können.[239][246]

Das Erlöschen der Zhou-Dynastie

Der letzte Monarch der Zhou-Dynastie war König Nan (reg. 314–256 v. Chr.), der seine 59-jährige Regierungszeit in Wangcheng unter dem finanziellen und militärischen Schutz des Herzogs von Westzhou verbrachte.[62][200][226] Im Jahr 307 v. Chr. marschierten Qin-Truppen unter König Wu von Qin durch das königliche Gebiet, um Han anzugreifen; König Wu betrat Luoyi und versuchte, den gewaltigen 'Drachenkessel' der Neun Kessel zu heben, wobei er starb, nachdem das Bronzegefäß sein Bein zerquetscht hatte.[247] König Kaolie von Chu organisierte ein Bündnis von Staaten gegen Qin und drängte König Nan, als dessen Einberufer zu fungieren.[200][247][248] König Nan bat den Herrscher von Westzhou um Hilfe, und mit den gesamten Mitteln des Staates Westzhou wurde ein Heer aufgestellt.[247] Der Feldzug scheiterte, als die verbündeten Truppen der anderen Staaten sich nicht bei Yique versammelten.[200]

Als Vergeltung befahl König Zhaoxiang von Qin General Jiu, im Jahr 256 v. Chr. in den Staat Westzhou einzufallen.[248][249] Der Herzog von Westzhou kapitulierte, reiste nach Qin, um sich zu unterwerfen, und trat seine verbliebenen sechsunddreißig Städte und dreißigtausend Einwohner ab.[248][249] König Nan starb kurz nach der Kapitulation.[62][248][249] Qin-Truppen besetzten Wangcheng, annektierten den Staat Westzhou und lösten den dynastischen Apparat auf, wobei sie die Neun Dreifußkessel und die königlichen Schätze nach Xianyang brachten.[248][249][250] Die königliche Nachfolge endete, was das förmliche Erlöschen der Zhou-Dynastie markierte.[62][248][249][250]

Nach dem Tod König Nans riefen verbliebene Zhou-Adlige Herzog Wen von Ostzhou zum König Hui von Zhou aus und versuchten, von Gong aus mit Unterstützung benachbarter Staaten Widerstand zu leisten.[62][251] Im Jahr 249 v. Chr. mobilisierte der Qin-Kanzler Lü Buwei eine Streitmacht von 100.000 Mann, fiel in Ostzhou ein, annektierte dessen Gebiet und setzte Herzog Wen ab, wodurch der letzte Überrest des Hauses Zhou ausgelöscht wurde.[251][252] Die letzten Zhou-Truppen leisteten noch sieben weitere Jahre Widerstand und suchten dann Zuflucht im Staat Wei, was bis 209 v. Chr. andauerte.[253] Der Qin-König Zheng bestieg 246 v. Chr. den Thron und betrieb die Eroberung der verbliebenen Regionalstaaten: die Annexion von Han im Jahr 230 v. Chr., von Zhao 228 v. Chr., von Yan 226 v. Chr., von Wei 225 v. Chr., von Chu 223 v. Chr. und von Qi 221 v. Chr.[254][255] Mit der Vereinigung Chinas im Jahr 221 v. Chr. begründete König Zheng die Qin-Dynastie und nahm den Titel Erster Erhabener Kaiser von Qin (Qin Shi Huang) an.[62][254][255][256]

Politisches und administratives System

Die politische Struktur des Zhou-Staates beruhte auf dem Zusammenwirken des fengjian-Systems dezentraler territorialer Belehnungen, des patriarchalischen zongfa-Verwandtschaftssystems und des li-yue-Ritualsystems.[98][257] An der Spitze dieser Hierarchie stand der König, der den Titel Himmelssohn (Tianzi) trug und theoretisch die Oberhoheit über alle Länder und Völker unter dem Himmel ausübte, während er über das königliche Gebiet (Wangji) unmittelbare Verwaltungsherrschaft ausübte.[66][258][259] Während der Westlichen Zhou bildete das königliche Gebiet einen etwa tausend li langen Korridor, der sich zwischen Haojing im Wei-Tal und Luoyi in der Zentralebene erstreckte.[258]

Das fengjian-System und die Lehenshierarchie

Unter dem fengjian-System wurde das Gebiet außerhalb des unmittelbaren königlichen Herrschaftsbereichs in erbliche Lehen aufgeteilt, die an Angehörige der königlichen Ji-Sippe, verbündete Sippen, verdiente Generäle und Nachkommen früherer Dynastien vergeben wurden.[98][110][260][261] In förmlichen Belehnungszeremonien (ceming) übertrug der König dem Vasallen die Herrschaft über Land ('shou tu') und Bevölkerung ('shou min') und verlieh Insignien, rituelle Bronzegefäße, Streitwagen und Zeremonialgewänder.[262][263] Im Gegenzug übernahm der Vasall die Pflicht, jährlichen Tribut zu entrichten, während königlicher Feldzüge militärische Kontingente zu stellen, den königlichen Kalender anzuerkennen und Audienzen am Hof beizuwohnen.[262][263]

Traditionelle konfuzianische Ritualtexte, die während der Han-Dynastie zusammengestellt wurden, beschreiben eine formale fünfstufige Rangordnung des Adels unterhalb des Königs: Herzog (gong), Markgraf (hou), Graf (bo), Vicomte (zi) und Baron (nan).[264][265] Moderne epigraphische Studien deuten darauf hin, dass dieses standardisierte fünfstufige System eher eine spätere begriffliche Idealisierung war als eine funktionale Verwaltungsrealität der Westlichen Zhou.[266][267] In zeitgenössischen Bronzeinschriften der Westlichen Zhou diente 'Gong' als Ehrentitel für hochrangige königliche Berater (wie den Herzog von Zhou und den Herzog von Shao), während 'Bo' hochrangige Sippenoberhäupter und ranghohe Hofbeamte wie den Sima bezeichnete.[268] 'Hou' und 'Nan' waren geographische Bezeichnungen für militärische Grenzwächter, die mit der Errichtung befestigter Garnisonen an der Peripherie betraut waren.[268] Der Titel zi diente zudem als abwertende Bezeichnung für die Anführer fremder Völker außerhalb des Zhou-Hofsystems, während die Anführer stärkerer Gemeinwesen, deren Freundschaft man benötigte, als bo tituliert wurden.[268] Die Herrscher von Chu trugen den Rang zi (Vicomte), nachdem König Cheng von Zhou Xiong Yi in Danyang belehnt hatte.[269]

Innerhalb ihrer jeweiligen Gebiete bildeten die Regionalfürsten die organisatorische Struktur des königlichen Hofs nach.[270][271] Sie vergaben Landgüter (caiyi) an hochrangige Offiziere (dafu), die ihrerseits Gruppen niederrangiger adliger Herren (shi) unterhielten.[257][270][272] Diese Kette der Unterbelehnung schuf eine verschachtelte Hierarchie, in der der König über die Fürsten herrschte, die Fürsten über die Großmeister, die Großmeister über die Herren und die Herren über die Gemeinen.[260][272][273] Während der Westlichen Zhou wurde dieses System von königlichen Aufsehern (jian oder guoshou) überwacht, die der König entsandte, um regionale Höfe zu beaufsichtigen, wie etwa die Linien Guo und Gao, die die Angelegenheiten von Qi überwachten.[274][275][276] Im Laufe der Generationen lockerten sich jedoch die genealogischen Bindungen zwischen den Regionalherrschern und dem Zhou-Hof, sodass diese Aufsicht zusammenbrach und die Regionalstaaten sich zu autonomen politischen Einheiten entwickelten.[188][257][275][277]

Zentralregierung und Bürokratie

Der zentrale Verwaltungsapparat des königlichen Zhou-Hofs war um zwei grundlegende Ämter herum organisiert: das Amt der Minister (Qingshiliao, auch Qingshiliao geschrieben), das die zivile und militärische Verwaltung leitete, und das Amt des Großschreibers (Taishiliao), das Divination, Opfer, astrologische Beobachtungen, historische Annalen und königliche Erlasse verwaltete.[278][279] Dem Amt der Minister stand der Große Protektor (Taibao) oder der Große Lehrmeister (Taishi) vor.[270] Dem Amt der Minister unterstanden die Drei Funktionsämter (San You Si): der Minister für Land (Situ), der Landwirtschaft, Viehzucht, Wälder, Arbeitsmobilisierung und königliche Felder beaufsichtigte; der Kriegsminister (Sima), der Streitkräfte, Streitwagenproduktion und militärische Feldzüge leitete; und der Minister für Bauwesen (Sikong), der Stadtmauern, Paläste, Infrastruktur und Handwerksproduktion verwaltete.[270][280][281] Die Rechtsverwaltung wurde vom Minister für Verbrechen (Sikou) geleitet, der das Strafrecht beaufsichtigte, sowie vom Sishi, der die Militärgerichtsbarkeit überwachte.[270]

Das Amt des Großschreibers wurde vom Großschreiber (Taishi) geleitet, der die Abfassung königlicher Ernennungen, historischer Annalen, Astronomie und zeremonieller Protokolle beaufsichtigte.[270][281] Dem Taishi unterstanden die Sechs Kultbeamten (Liu Dian), zu denen der Große Kanzler (Taizai) gehörte, der die Haushaltsangelegenheiten des Königs und die Hofschatzkammern verwaltete; der Große Ahnenpriester (Taizong oder Zongbo), der Ahnentempel und Linienriten verwaltete; der Große Anrufer (Taizhu), der Opfergebete darbrachte; der Große Wahrsager (Taibu), der Schildkrötenpanzer- und Schafgarbenstängel-Divinationen deutete; sowie der Taishi, der Geisterzeremonien leitete.[281][282] Im Zuge der Weiterentwicklung der Bürokratie in der mittleren Westlichen Zhou traten die religiösen Ämter des Taishiliao gegenüber den Verwaltungsministern des Qingshiliao an Einfluss zurück.[257] Die inneren Palastgeschäfte wurden von spezialisierten Beamten beaufsichtigt, wie dem Shanfu, der königliche Bankette, Speisenzubereitung und die Übermittlung mündlicher königlicher Befehle leitete, und dem Quma, der die königlichen Ställe und Pferdezuchtprogramme beaufsichtigte.[257][270]

Erbliches Amt und Linienverwaltung

Während der gesamten Epoche der Westlichen Zhou wurden hohe Regierungsämter durch ein System erblicher Ämter und Bezüge (shiguan shilu), auch als erbliches Ministersystem (shiqing) bekannt, besetzt.[283][284] Nach dieser Praxis wurden Ministerämter und die damit verbundenen Landeinkünfte patrilinear vom Vater auf den Sohn weitergegeben.[284][285] Jede Nachfolge bedurfte der förmlichen Bestätigung durch den Himmelssohn im Rahmen einer erneuten Belehnungszeremonie, bei der der König ein offizielles Investiturdekret erließ, das auf Bronzegefäßen verzeichnet wurde.[283][285][286] Zu den bedeutenden Beispielen erblicher Linien zählten die Linien des Herzogs von Zhou und des Herzogs von Shao, deren Nachkommen bis in die Östliche Zhou-Zeit hinein als königliche Minister dienten, die Linie Guo Ji, die über mehrere Jahrhunderte als oberste Militärbefehlshaber fungierte, sowie die Wei-Linie von Zongzhou, deren Mitglieder erblich das Amt des Großschreibers innehatten.[287][288] Diese erbliche Ministerstruktur bewahrte den gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der herrschenden Aristokratie, doch in der späten Zeit der Frühlings- und Herbstannalen erlangten Ministerlinien innerhalb der Regionalstaaten (wie die Drei Huan-Familien in Lu, die Sieben Mu-Linien in Zheng und die Sippe Tian in Qi) genug Macht, um ihre Landesherren zu überschatten und zu stürzen.[228][284][289][290]

Stadt-Land-Gliederung und Siedlungssysteme

Die territoriale Verwaltung der Zhou-Dynastie beruhte auf dem Guoye-System, das eine scharfe räumliche und gesellschaftspolitische Trennung zwischen der ummauerten Stadt (guo) und dem umliegenden ländlichen Gebiet (ye, auch bi genannt) aufrechterhielt.[291][292][293] Der guo umfasste die Hauptstadt und sekundäre befestigte Verwaltungssiedlungen, bewohnt von der herrschenden Zhou-Aristokratie, verbündeten Shang-Linien sowie gemeinen Handwerkern und Soldaten, die gemeinsam als Guoren ('Leute des Staates') bezeichnet wurden.[292][293] Der ye umfasste das umliegende landwirtschaftliche Hinterland, bewohnt von einheimischen Ackerbauern und untergebenen Bevölkerungsgruppen, die als Yeren ('Leute des Feldes') oder Shuren bezeichnet wurden.[292][293] Der guo fungierte eher als politischer, militärischer und ritueller Knotenpunkt denn als autonomes Produktionszentrum und war auf Nahrungslieferungen aus dem umliegenden ye angewiesen.[292]

Siedlungen wurden nach dem xiang-sui-System organisiert.[292][294][295] Land innerhalb eines Radius von hundert li um die Hauptstadt wurde als Vorstadtgebiet (jiao) ausgewiesen, innerhalb dessen Verwaltungsbezirke als xiang organisiert waren, während das ländliche Gebiet jenseits der Vorstädte in als sui bekannte Bezirke unterteilt wurde.[292][294][295] Das königliche Gebiet unterhielt sechs xiang und sechs sui, während größere Vasallenstaaten drei xiang und drei sui unterhielten.[292][294] In den ländlichen Bezirken waren die lokalen Bevölkerungen in Dorfgemeinschaften (shushe), Nachbarschaften (li) und gemeinschaftliche Verwandtschaftsverbände (dang) gegliedert.[292][296] Mitglieder eines dang teilten gemeinsame Abstammungsbande und eine kollektive rechtliche Verantwortung, was bedeutete, dass Vergehen eines Einzelnen häufig Konsequenzen für den gesamten lokalen Verband nach sich zogen.[296][297][298] Während der späten Westlichen Zhou und während der gesamten Zeit der Frühlings- und Herbstannalen verwischte sich die Unterscheidung zwischen Guoren und Yeren allmählich, da die Regionalstaaten ländliche Bauern zu ihren Infanterietruppen einzogen und damit bürgerliche und militärische Pflichten auf die ländliche Bevölkerung ausdehnten.[292][299]

Das zongfa-Liniensystem und das zhaomu-System

Die gesellschaftliche und politische Hierarchie innerhalb der Zhou-Aristokratie wurde durch das zongfa-System geregelt, eine Abstammungsstruktur, die auf patrilinearer Erstgeburt beruhte.[257][260][300][301] Nach den zongfa-Regeln erbte der älteste Sohn der Hauptgemahlin (dizi) den politischen Status, die Führung des Ahnentempels und die territoriale Herrschaft des Vaters und bildete damit den Hauptstamm der Linie, bekannt als Da Zong (Große Linie).[260][272][302] Jüngere Söhne (shuzi) erhielten untergeordnete politische Ämter und kleinere Landgüter und spalteten sich ab, um Seitenlinien zu gründen, bekannt als Xiao Zong (Kleinere Linien).[260][272] Der Himmelssohn stellte den universalen Da Zong für das gesamte Reich dar, während die Regionalfürsten im Verhältnis zum König Xiao Zong bildeten, in ihren eigenen Fürstentümern jedoch selbst als Da Zong fungierten.[260][272][290] Innerhalb von fünf Generationen spalteten sich Seitenzweige eines Xiao Zong erneut ab, um unabhängige Unterlinien zu bilden, während der königliche und herzogliche Da Zong ohne Unterbrechung über die Generationen fortbestand.[272]

Die Rangfolge der Generationen innerhalb der Ahnentempel und Elite-Grabstätten wurde durch das zhaomu-System geregelt.[303][304] In der zhaomu-Abfolge nahm der Gründerahn die zentrale Position ein; Nachkommen der zweiten Generation und der abwechselnd geradzahligen Generationen wurden links als zhao positioniert, während Nachkommen der dritten Generation und der abwechselnd ungeradzahligen Generationen rechts als mu platziert wurden.[303][304] Diese alternierende Generationenanordnung bestimmte die Platzierung der Ahnentafeln in den königlichen Tempeln, legte die Sitzordnung bei Staatsbanketten fest und regelte die Anlage der Elite-Grabstätten, wo Väter und Söhne in gegensätzlichen Kategorien platziert wurden, während Großväter und Enkel dieselbe Ausrichtung teilten.[303][304][305] Das zhaomu-System legte zudem die gesetzlich zulässige Anzahl von Ahnentempeln für jeden Adelsrang fest: Dem Himmelssohn waren sieben Tempel gestattet, Regionalfürsten fünf, Großmeistern drei, Herren einer, während es Gemeinen untersagt war, einen Ahnentempel zu unterhalten, und sie ihren Ahnen innerhalb des eigenen Haushalts opferten.[306]

Regionalstaaten und Außenbeziehungen

Der Zhou-Staat betrachtete sein Gebiet als das zentrale zivilisatorische Reich ('Zhongguo') und begriff fremde Gemeinwesen als periphere Einheiten, die nach Himmelsrichtung kategorisiert wurden: die Dongyi im Osten, die Xirong im Westen, die Beidi im Norden und die Nanman im Süden.[307][308] Der königliche Hof vertrat die Auffassung, dass der Himmelssohn moralische und politische Oberhoheit über alle Länder ('Tianxia') innehabe, und behandelte fremde Herrscher als untergebene Vasallen und nicht als diplomatisch Gleichgestellte.[309][310][311] Gebiete unter unmittelbarer königlicher Kontrolle bildeten das Kronland, während die äußeren Gebiete in Pufferstaaten organisiert waren, die zur Überwachung der nicht-chinesischen Bevölkerungen eingerichtet wurden.[311][312]

Das strategische Rückgrat des Staates der Westlichen Zhou bildeten fünf regionale Grenzfürstentümer.[74][313] Lu wurde in Qufu im heutigen Shandong unter Bo Qin, dem ältesten Sohn des Herzogs von Zhou, errichtet, dem sechs aristokratische Shang-Sippen zusammen mit zeremoniellen Erbstücken verliehen wurden, um die aufständischen Shang-Yan-Bevölkerungen zu befrieden.[313][314][315] Qi wurde in Yingqiu im nördlichen Shandong unter Lü Shang errichtet, dem fünf Shang-Sippen sowie die königliche Ermächtigung verliehen wurden, Strafexpeditionen gegen widerspenstige östliche Gemeinwesen durchzuführen.[313][316][317] Yan wurde in Ji (nahe dem heutigen Peking) unter Ke gegründet, dem ältesten Sohn des Herzogs von Shao, der sechs nördliche Linien anführte, um die nordöstliche Grenze gegen nördliche Steppenstämme zu bewachen.[313][318][319] Jin wurde in Tang im südlichen Shanxi unter Shu Yu errichtet, dem jüngeren Bruder König Chengs, der die verbliebenen Xia- und Di-Bevölkerungen regierte, indem er lokale Verwaltungsbräuche ('Xiazheng') und Grenzpolitiken ('Rongsuo') übernahm.[313][320][321] Wei wurde in Chaoge, der ehemaligen Shang-Hauptstadt, unter Kang Shu errichtet, einem jüngeren Bruder König Wus, dem sieben Shang-Linien verliehen wurden und der zum königlichen Minister für Verbrechen ernannt wurde.[313][322][323]

Um die Südgrenze gegen die nicht-huaxiaischen Stämme von Jingchu entlang der Flusstäler von Jangtse und Han zu sichern, errichtete der Hof der Westlichen Zhou ein Netz von Grenzlehen, die gemeinsam als die 'Ji-Gemeinwesen am Han-Fluss' (Hanyang Zhu Ji) bekannt waren.[313][324] Am Ostufer des Han-Flusses platzierte der Hof die Staaten Deng und Ruo, während die Staaten Gu und Lu Positionen am Westufer innehatten.[324] Weiter nördlich bewachten der Staat Sui (auch als Zeng bekannt), Tang sowie die nördlichen Staaten Shen und Lü in Nanyang die Gebirgspässe, die nach Norden zur Zentralebene führten.[313][324][325] Diese südlichen Staaten dienten als strategischer Schutzwall gegen die Expansion von Chu, dessen Herrscher allmählich lokale Man-Stämme assimilierten und im mittleren Jangtse-Gebiet eine eigenständige Kultursphäre errichteten.[324][326][327]

Militärorganisation und Kriegsführung

Die militärische Macht der Zhou-Dynastie beruhte auf einem Kern stehender königlicher Armeen, ergänzt durch ausgehobene bäuerliche Fußsoldaten und die militärischen Kontingente der Regionalfürsten.[96][328][329] Während der Westlichen Zhou war Kriegsführung eine aristokratische Betätigung, die sich auf den Einsatz von Streitwagen konzentrierte, förmlichen Verhaltenskodizes unterlag und vorwiegend in der landwirtschaftlichen Nebensaison stattfand.[329][330][331] Im Verlauf der Östlichen Zhou wandelte sich die Kriegsführung zu einem groß angelegten Konflikt, der durch Berufsheere, bürokratische Befehlsstrukturen, Infanteriemassen und spezialisierte Belagerungstechnik gekennzeichnet war.[299][332]

Struktur der königlichen Armeen

Das stehende Heer der Monarchie der Westlichen Zhou bestand aus zwei Hauptkorps: den Sechs Westarmeen (Xi Liu Shi), die im Wei-Flusstal stationiert waren, um die Hauptstadt Haojing zu verteidigen und die Westgrenzen zu sichern, sowie den Acht Armeen von Chengzhou (Chengzhou Ba Shi), die in Luoyi garnisoniert waren, um die östliche Zentralebene zu überwachen und gegen die Dongyi und Huaiyi Feldzüge zu führen.[96][329] Das königliche Haus unterhielt zudem eine Elite-Leibwache, bekannt als die Tigerwachen (Shishi Huchen oder Huben), die aus den Söhnen des Hauptstadtadels ausgewählt wurden und im königlichen Palast stationiert waren, um den Herrscher zu schützen und als Vorhuttruppen zu dienen.[329][333] Untergeordneten Regionalstaaten waren gesetzlich kleinere militärische Einrichtungen gestattet: Großen Staaten stand die Unterhaltung von drei Armeen zu, mittleren Staaten zwei Armeen und kleinen Staaten eine einzige Armee.[329][334]

Die operative Gliederung des Zhou-Militärs folgte einem dezimalen Schema.[334][335] Die kleinste Einheit war der aus fünf Mann bestehende Trupp (wu) unter einem Truppführer; fünf Trupps bildeten einen Zug von fünfundzwanzig Mann (liang); vier Züge bildeten eine Kompanie von hundert Mann (zi oder zu); fünf Kompanien bildeten ein Bataillon von fünfhundert Mann (lu); fünf Bataillone bildeten ein Regiment von 2.500 Mann (shi); und fünf Regimenter bildeten eine Armee von 12.500 Mann (jun).[335] Während königlicher Feldzüge lag der Oberbefehl beim König, unterstützt vom Großen Lehrmeister oder Großen Protektor, während die Feldoperationen vom Sima geleitet wurden, unterstützt von untergeordneten Offizieren wie dem Yalu und dem Huchen.[257][270][336][337] Die Truppen wurden aus der städtischen Guoren-Schicht ausgehoben, die während der viermal jährlich stattfindenden königlichen Jagden eine regelmäßige taktische Ausbildung durchlief: Sou im Frühling, Miao im Sommer, Xian im Herbst und Shou im Winter.[329][330]

Streitwagen- und Infanterietaktik

Die Kriegsführung während der Westlichen Zhou und der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen war auf den Streitwagen ausgerichtet, der während der späten Shang-Zeit aus Zentralasien nach China eingeführt worden war.[329][338][339] Zhou-Streitwagen wurden aus lackiertem Holz mit Bronzebeschlägen gefertigt, besaßen eine einzelne Deichsel, eine Querstange mit Jochen für zwei oder vier Zugpferde sowie zwei große Speichenräder mit einem Durchmesser zwischen 130 und 140 Zentimetern.[340][341] Die reguläre taktische Besatzung bestand aus drei gepanzerten Adligen: dem Wagenlenker (yushou) in der Mitte, dem Bogenschützen (sheshou) links, bewaffnet mit einem kompositen Reflexbogen, und dem Stoßlanzenträger oder Hellebardier (rongyou) rechts, bewaffnet mit einer langen bronzenen Dolchaxt oder Lanze.[335] Jeder Streitwagen wurde von einem Trupp Fußsoldaten unterstützt (je nach Epoche und Staat zwischen zehn und zweiundsiebzig Infanteristen), die die Flanken des Wagens schützten und aufgebrochene feindliche Linien angriffen.[335][342]

Archäologische Ausgrabungen von Pferdebestattungen an Elitefundstätten der Shang- und Westlichen Zhou-Zeit zeigen deutliche technologische und stilistische Verwandtschaften mit zeitgenössischen eurasischen Steppenhirten wie den Saken und Wusun, darunter Geweih- und Knochen-Wangenstücke, stabförmige Bronzegebisse, Kopf-und-Huf-Bestattungsanordnungen sowie Geschirrplaketten im Tierstil.[343][344][345][346][347] Als die Infanterie während der Zeit der Streitenden Reiche zur wichtigsten Waffengattung wurde, entwickelten Taktiker ausgefeilte Truppenformationen, die in zeitgenössischen Militärtraktaten verzeichnet sind.[348][349] Zu den Formationen zählten quadratische Formationen (fang) für ebenes Gelände, kreisförmige Formationen (yuan) zur defensiven Einschließung, keil- oder spitzenförmige Formationen (zhuihang) zum Durchbrechen feindlicher Linien, aufgelockerte Formationen (shu) zum Vortäuschen größerer Stärke bei verringerten Kräften, dichte Formationen (shu) zum Widerstand gegen Stoßangriffe sowie gänseflügelförmige Formationen (yanhang) für synchronisierte Pfeilsalven.[348][349][350]

Bewaffnung, Rüstung und Ausrüstung

Die offensive Bewaffnung des frühen Zhou-Militärs stützte sich vor allem auf gegossene bronzene Stangenwaffen, darunter die Dolchaxt (ge), der Speer (mao) und die zusammengesetzte Hellebarde (ji), montiert auf langen Schäften aus Holz oder Bambus mit einer Länge zwischen zwei und drei Metern.[351][352] Defensivwaffen für den Nahkampf umfassten einschneidige bronzene gebogene Messer sowie geradklingige bronzene Kurzschwerter (jian) mit einer Länge zwischen 28 und 46 Zentimetern, die für den Nahkampf bei Ausfall eines Streitwagens bestimmt waren.[352][353] Zu den Fernwaffen zählten der komponierte Reflexbogen aus Horn (gong) sowie, beginnend im sechsten und fünften Jahrhundert v. Chr., die mechanische Armbrust (nu), ausgestattet mit gegossenen bronzenen Abzugsmechanismen, die Pfeile mit hoher Durchschlagskraft über Entfernungen von mehr als zweihundert Schritten abfeuern konnten.[354]

Die Schutzrüstung in der Zeit der Westlichen Zhou bestand aus lackierten Rohhautwesten, die aus Wasserbüffel- oder Nashornleder (ge jia) gefertigt waren, leicht, feuchtigkeitsundurchlässig und widerstandsfähig gegen Hiebangriffe.[355] In der Zeit der Östlichen Zhou entwickelte sich die Rüstung zu Lamellenpanzern aus überlappenden Reihen gekochter Lederplatten, die mit Seidenschnüren verschnürt waren (wei jia).[355] Helme ähnelten weitgehend denen der Shang, waren jedoch weniger verziert.[355]

Befestigungen und Belagerungskrieg

Zhou-Verwaltungszentren und Regionalstädte wurden mit gewaltigen Erdwällen befestigt, die in der Stampflehm-Technik (hangtu) errichtet wurden, bei der abwechselnde Schichten aus lockerem Ton und Lössboden in einer Holzschalung verdichtet wurden, um dauerhafte, erosions- und angriffsresistente Mauern zu schaffen.[356] Während der Östlichen Zhou entwickelten die Städte doppelte Verteidigungsringe, bestehend aus einer inneren Zitadelle (cheng), in der sich Paläste, Ahnentempel und Waffenkammern befanden, und einem äußeren Ring (guo), der Märkte, Wohnviertel und Handwerkerwerkstätten schützte. Die weite Verbreitung befestigter städtischer Knotenpunkte machte den Belagerungskrieg zu einem herausragenden Merkmal der Konflikte der Zeit der Streitenden Reiche, wie in Texten wie dem Mozi belegt ist.[356][357]

Die Heere der Zeit der Streitenden Reiche setzten fortschrittliche mechanische Belagerungsartillerie und Sturmgerät ein.[358][359][360] Zu den Sturmleitern zählte die klappbare 'Wolkenleiter' (yunti), die auf Rädergestellen montiert und mit Gegengewichten gegen feindliche Zinnen angehoben wurde.[358] Bewegliche Belagerungstürme, genannt 'Sturmwagen' (linchong oder Lu Gong che), wurden fünf Stockwerke hoch auf vier bis acht Rädern errichtet, mit Leder gepanzert, um die Truppen vor brennenden Geschossen zu schützen, und dazu genutzt, Bogenschützen unmittelbar über den Stadtzinnen zu positionieren.[351][358][360][361] Grabenüberquerungen wurden durch bewegliche Brückenwagen erleichtert, bekannt als 'fliegende Brücken' (feigang) und 'fliegende Flüsse'.[358][359][362] Für mechanischen Beschuss setzten Belagerer und Verteidiger das Zugtrebuchet (pao) ein, ein auf einem Hebel montiertes Artilleriegerät auf einem Holzrahmen, bei dem Teams von bis zu mehreren Dutzend Mann an Tauen zogen, um Steine und mit brennender Holzkohle gefüllte hohle Baumstämme in die feindlichen Linien zu schleudern.[358][363][364][365] Militäringenieure betrieben zudem Mehrfach-Bolzen-Bettarmbrüste (douzinu), montiert auf schweren Holzrahmen, um eisenbespitzte Geschosse entlang fester Flugbahnen abzufeuern.[358][366] Im unterirdischen Kampf setzten Belagerer Minentunnel ein, denen Verteidiger mit dem Graben von Abfangschächten sowie dem Einsatz von Blasebälgen entgegenwirkten, um erstickenden Rauch aus brennenden Senfkörnern, giftigen Pflanzen und Arsen in die Tunnel zu pumpen.[367][368]

Militärisches Denken und Abhandlungen

Der geistesgeschichtliche Übergang von früher aristokratischer Ritterlichkeit zum totalen Krieg spiegelt sich in der chinesischen Militärliteratur wider, von der fünf der Sieben Militärklassiker während der Zhou-Zeit entstanden.[369] Das früheste dieser Werke, die Sechs Geheimlehren (Liu Tao) des Jiang Ziya, bewahrt Überlieferungen der Westlichen Zhou zu politischer Vorbereitung, ziviler Mobilisierung, Logistik und Streitwagentaktik.[369] Ab der späten Zeit der Frühlings- und Herbstannalen formulierte Sunzis Die Kunst des Krieges (Sunzi Bingfa) einen rationalisierten Ansatz zur Strategie, der Täuschung, Nachrichtennetzwerke, psychologische Kriegsführung, Schnelligkeit sowie die Schonung von Ressourcen durch die Vereitelung feindlicher Pläne ohne langwierige Gefechte betonte.[369] Die Zeit der Streitenden Reiche brachte Die Methoden des Sima (Sima Fa), den Wuzi, der General Wu Qi zugeschrieben wird, sowie den Wei Liaozi hervor, die alle institutionelle Zentralisierung, strenge militärische Disziplin, regelmäßiges Drillen und die Unterordnung individueller Tapferkeit unter taktische Koordination betonten.[369]

Gesellschaft, Verwandtschaft und Recht

Die Gesellschaft der Zhou war in einer aristokratischen Hierarchie organisiert, die durch Verwandtschaftsstrukturen, erbliche Berufe und territoriale Gliederungen bestimmt wurde.[257][272] Rechtskodizes und rituelle Normen unterschieden zwischen dem Adel, den Gemeinen und entrechteten Bevölkerungsgruppen und wahrten strikte Grenzen zwischen den gesellschaftlichen Schichten.[272][370]

Gesellschaftsschichten und die Guoren

Das traditionelle Gliederungsschema teilte die freie Gesellschaft in die Vier Stände (Shi, Nong, Gong, Shang) ein: gelehrte Herren, Ackerbauern, Handwerker und Kaufleute.[272][371] Die höchste Schicht unterhalb der Regionalfürsten bildeten die Shi, die sich aus Streitwagenkriegern und niederen Adligen der Westlichen Zhou während der Östlichen Zhou zu einer gebildeten Schicht literater Verwaltungsbeamter, Schreiber und umherziehender philosophischer Berater entwickelten.[371][372][373] Zu den Shi zählte die Schicht der Ru, bestehend aus Nachkommen freier Shang-Bauern und Ritualspezialisten, die als Zeremonienmeister, Astronomen, Wahrsager und Hüter alter Texte fungierten.[372] Die Gemeinen (shumin oder shuren) bildeten die Kernarbeitskraft in Landwirtschaft und Arbeit, lebten in Dorfeinheiten und bebauten das Land.[272][374]

Die Guoren ('Leute des Staates') nahmen innerhalb der frühen Zhou-Gesellschaft eine einflussreiche Stellung ein und fungierten als bürgerliches Kollektiv innerhalb der ummauerten Hauptstädte.[293][374] Zusammengesetzt aus niederrangigen Ji-Linien, Mitgliedern verbündeter Sippen sowie Kaufmanns- und Handwerkergilden, besaßen die Guoren das Recht, Waffen zu tragen, Militärdienst zu leisten und ihre Meinung zu wichtigen Staatsangelegenheiten zu äußern.[293][374] In Zeiten von Regierungskrisen nahmen die Guoren an Debatten über die königliche Nachfolge, zwischenstaatliche Friedensabkommen und die Verlegung von Staatshauptstädten teil.[374][375] In mehreren Regionalstaaten griffen die Guoren unmittelbar in die dynastische Politik ein: Im Staat Wei verweigerte die Bevölkerung die Mobilmachung, bis ihr Herrscher seine Nachfolgepläne änderte, während die Guoren in Zheng unbeliebte Usurpatoren ermordeten und lokale Fürsten zwangen, auswärtige Bündnisse rückgängig zu machen.[293][375][376][377] Die politische Macht der Guoren zeigte sich 841 v. Chr., als ihr bewaffneter Aufstand König Li aus der Hauptstadt vertrieb und die Gonghe-Regentschaft einsetzte.[147][148][374]

Versklavte und abhängige Bevölkerungsgruppen

Versklavte und unfreie Bevölkerungsgruppen in der Zhou-Dynastie wurden auf zwei Hauptwegen erworben: durch die Gefangennahme feindlicher Kombattanten während zwischenstaatlicher Kriege und Grenzfeldzüge gegen fremde Stämme (wie die Guifang, die Rong und die Dongyi) sowie durch die gerichtliche Herabstufung verurteilter Verbrecher und ihrer Familien in Strafknechtschaft.[293] Wenn Elitefamilien in Regionalstaaten Ministeriumsputschen oder dynastischen Säuberungen zum Opfer fielen, wurden ihre gesamten Linien ihres adligen Rangs entkleidet und als Leibeigene registriert.[293] Wohlhabende Großmeister in großen Regionalstaaten unterhielten Tausende versklavter Personen, die als Dienstboten (xiaochen), Konkubinen, Torwächter und Stallknechte fungierten oder manuelle landwirtschaftliche Arbeiten und Seidenverarbeitung verrichteten.[293] Sklaven konnten verpfändet, gegen Pferde oder Seide eingetauscht und gelegentlich zusammen mit ihren verstorbenen Herren in Elitegräbern beigesetzt werden.[293] Anders als in den antiken mediterranen Sklavengesellschaften blieb versklavte Arbeit im Zhou-Staat jedoch eine untergeordnete Arbeitsform, da der Hauptteil der landwirtschaftlichen und handwerklichen Produktion von freien Bauernhaushalten und abhängigen ländlichen Gemeinschaften geleistet wurde.[293][378]

Ehe, Verwandtschaft und Geschlechterverhältnisse

Die Verwandtschaftssysteme der Zhou-Aristokratie waren durch die Unterscheidung zwischen Sippennamen (xing) und Liniennamen (shi) organisiert.[379][380] Der xing bezeichnete eine breite Abstammungsgruppe, die auf einen gemeinsamen mütterlichen Ahnen zurückging, während der shi lokalisierte patrilineare Unterabteilungen dieser Sippe darstellte.[379][380] Adlige Männer wurden mit ihrem Liniennamen (shi) und Amtstitel angesprochen, während adlige Frauen ihren Sippennamen (xing) behielten, um die Einhaltung der Sippenexogamie zu gewährleisten.[379][380] Das Zhou-Recht setzte den Grundsatz der Exogamie durch, der die Ehe zwischen Männern und Frauen mit demselben Sippennamen (xing) strikt untersagte, basierend auf der Überzeugung, dass endogame Verbindungen die Ahnenlinien schwächten und die biologische Vitalität beeinträchtigten.[302][379][381] Um politische Stabilität zu sichern, unterhielt das königliche Haus Ji über Generationen hinweg Heiratsbündnisse mit nicht-Ji-Sippen und verheiratete sich mit der Jiang-Sippe von Qi sowie der Shen-Linie.[379]

Eliteheiratsbündnisse folgten einer standardisierten Abfolge, bekannt als die Sechs Riten (Liu Li), die die Grundlage für spätere chinesische Heiratsbräuche bildeten.[382][383] Zu diesen Riten zählten: nacai, der förmliche Heiratsantrag, begleitet von der Überreichung einer Wildgans als Verlobungsgeschenk; wenming, die Erkundigung nach dem Namen der Braut und ihrem Geburtsdatum zur Bestimmung der astrologischen Übereinstimmung; naji, die Übermittlung günstiger Wahrsageergebnisse an die Familie der Braut; nazheng, die Übergabe von Brautgaben (die von Seidenballen für Gemeine bis zu Jade-Insignien und Streitwagen für Lehnsfürsten reichten); qingqi, die Beratung zur Festlegung eines günstigen Hochzeitstermins; und qinyin, das persönliche Abholen der Braut durch den Bräutigam.[383] Drei Monate nach der Hochzeitszeremonie wurde die Braut in einer als miaojian bezeichneten Zeremonie im Ahnentempel der Linie ihres Ehemanns vorgestellt, wodurch ihre rituelle Aufnahme in die Familie ihres Mannes begründet wurde.[383]

Die Auflösung einer Ehe wurde durch die 'Sieben Gründe für die Verstoßung' (Qichu) geregelt, die es einem Ehemann erlaubten, eine Ehefrau zu verstoßen wegen: Unfähigkeit, einen Sohn zu gebären, Ehebruch, Respektlosigkeit gegenüber den Eltern des Ehemanns, Geschwätzigkeit, Diebstahl, Eifersucht oder dem Leiden an einer bösartigen Krankheit.[384] Diese Gründe wurden durch die 'Drei Ausnahmen von der Verstoßung' (San Buqu) eingeschränkt, die es einem Ehemann rechtlich untersagten, seine Frau zu verstoßen, wenn: sie die dreijährige Trauerzeit für einen seiner Elternteile eingehalten hatte, seine Familie während der Ehe von Armut zu Wohlstand aufgestiegen war, oder ihre eigene Familie ausgestorben war, sodass ihr kein väterliches Elternhaus mehr zur Rückkehr blieb.[384] Über heterosexuelle Heiratsnetzwerke hinaus bewahren klassische Gedichtsammlungen wie das Buch der Lieder Belege für geschlechtliche Ambiguität und romantische gleichgeschlechtliche Zuneigung, die in aristokratischen Zusammenhängen oft Beziehungen mit gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Vorteilen beinhalteten.[385][386][387][388]

Der Rechtsrahmen der Westlichen Zhou war durch den Grundsatz geprägt, dass rituelle Vorschriften den Adel leiteten, während Strafgesetze die gemeine Bevölkerung regelten ('Li bu xia shuren, xing bu shang dafu').[370] Adlige, die gegen gesellschaftliche Konventionen verstießen, wurden nach den rituellen Standards ihrer Linie beurteilt und mussten Selbstverweis oder Selbstmord leisten, während Gemeine gesetzlich geregelten Strafverfahren und körperlichen Strafen unterworfen waren.[370] Das frühe Strafrecht umfasste die Fünf Strafen (Wu Xing): das Tätowieren von Stirn oder Gesicht (mo), das Abschneiden der Nase (yi), das Amputieren von Füßen oder Kniescheiben (fei oder yue), die Kastration (gong) sowie die Hinrichtung (da pi) durch Enthauptung oder Zerstückelung. Unter König Mu wurde die Rechtsverwaltung reformiert, um Ablösegelder einzuführen, die es Straftätern erlaubten, körperliche Strafen in Barzahlungen von Kupfer an die königliche Schatzkammer umzuwandeln.

Die frühe Rechtsphilosophie der Zhou betonte die Lehre 'Tugend verdeutlichen und Umsicht bei Strafen üben' (mingde shenfa), wonach die gesetzliche Bestrafung als unterstützendes Instrument der moralischen Erziehung dienen sollte und nicht als primäres Herrschaftsmittel.[370][389][390] In der frühen Westlichen Zhou wurden schriftliche Rechtsvorschriften in den königlichen Palastarchiven aufbewahrt und auf Bronzegefäße eingraviert, für eine eingeschränkte amtliche Verbreitung statt allgemeiner öffentlicher Verkündung.

Wirtschaft und materielle Kultur

Die Wirtschaft der Zhou-Dynastie beruhte auf sesshafter Landwirtschaft, unterstützt durch staatlich gelenkte Handwerksproduktion und Markthandel.[332][391][392] Zu den technologischen Entwicklungen dieser Epoche zählten der Übergang von der Bronze- zur Eisenmetallurgie, groß angelegter Wasserbau, die Herstellung glasierter Protoporzellane sowie das Aufkommen metallener Münzen.[332][391]

Landwirtschaft und das Brunnenfeld-System

Während der Epoche der Westlichen Zhou war das Klima im Einzugsgebiet des Gelben Flusses wärmer und feuchter als in heutiger Zeit und trug regionale Populationen von Wasserbüffeln, wilden Elefanten, Nashörnern und Bambusratten.[391] Die wichtigsten landwirtschaftlichen Geräte waren der hölzerne Grabstock und der Fußpflug (lei-si) mit gebogenen Holzgriffen und geschliffenen Schneideklingen aus Knochen, Muschel, Stein oder gelegentlich Bronze.[391][392][393][394] Bauern bauten Getreidearten an, darunter Kolbenhirse (ji), Rispenhirse (shu), Weizen (mai), Gerste, Reis (dao) und Sojabohnen (shu), während spezialisierte Obstgärtner Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht, Lackbäume und Hanf kultivierten.[391][395] Um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, wurden traditionelle Brandrodungspraktiken durch systematische Brachesysteme und Fruchtfolge ersetzt, unterstützt durch Grabenentwässerungsnetze (gou-xu).[391][395]

Klassische Texte wie der Menzius beschreiben ein idealisiertes Landverteilungsschema, bekannt als das Brunnenfeld-System (Jingtian zhi).[396][397] Nach diesem theoretischen Modell wurde eine quadratische Landparzelle von neunhundert mu in neun gleich große Quadrate unterteilt, die die Form des Schriftzeichens für einen Brunnen (jing) bildeten.[396] Die acht äußeren Parzellen wurden einzelnen Bauernhaushalten für ihren privaten Lebensunterhalt (sitian) zugewiesen, während die zentrale Parzelle als öffentliches Gemeinschaftsfeld (gongtian) diente, das die acht Familien gemeinsam bebauen mussten, um Steuergetreide für den örtlichen Fürsten oder den Zentralhof zu erzeugen.[396][398] Moderne Historiker gelangen zu dem Schluss, dass die starre Neun-Quadrate-Anordnung zwar ein begriffliches Modell war, das erst in der Zeit der Streitenden Reiche formalisiert wurde, die Landwirtschaft der Westlichen Zhou jedoch tatsächlich eine funktionale Trennung zwischen privaten Nutzungsrechten und gemeinschaftlichem, für den Adel bewirtschaftetem Gutsland aufrechterhielt.[399][400][401]

Land galt ursprünglich als unveräußerliches Eigentum des königlichen Hauses und der Ahnenlinien.[147][170][402] Gegen Ende der Westlichen Zhou verzeichnen jedoch Bronzeinschriften auf Gefäßen wie dem Wei he, dem Wuli-Wei-ding und der San-Shi-Schale Fälle, in denen Regionaladlige Landparzellen handelten, tauschten und übertrugen, um Rechtsstreitigkeiten beizulegen, Gerichtsstrafen zu begleichen oder Luxusgüter zu erwerben, was den Zusammenbruch des unveräußerlichen Landbesitzsystems anzeigte.[147][170][402][403] Wegen staatlicher Monopole und schwerer Lasten vernachlässigten Gemeine die gemeinschaftlichen öffentlichen Parzellen, was König Xuan veranlasste, das zeremonielle Pflügen des königlichen Feldes ('bu jie qianmu') aufzugeben und Getreidesteuern unmittelbar auf gemessene Flächen zu erheben (das che-System).[169][170] Während der Zeit der Streitenden Reiche wurde privater Landbesitz in den Regionalstaaten legalisiert, was in den Reformen Shang Yangs in Qin gipfelte, die die Grenzen des Brunnenfeld-Systems abschafften, private Landverkäufe anerkannten und die Besteuerung auf der landwirtschaftlichen Produktion begründeten.[242]

Wasserbau und Wasserwirtschaft

Die Zhou-Dynastie erlebte die Entwicklung groß angelegter Wasserwirtschaftsprojekte, die zur Ausweitung der landwirtschaftlichen Bewässerung und zur Verhinderung von Überschwemmungen dienten.[404] Während der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen beaufsichtigte Sunshu Ao, der als Kanzler unter König Zhuang von Chu diente, den Bau des Quepi-Stausees im nördlichen Anhui, wobei er regionale Flüsse staute, um ein Bewässerungsbecken mit einem Umfang von über hundert li zu schaffen, eine Leistung, für die er als Chinas erster Wasserbauingenieur in Erinnerung geblieben ist.[404] Im fünften Jahrhundert v. Chr. entwarf der Wei-Minister Ximen Bao, im Dienst des Markgrafen Wen von Wei, ein Bewässerungskanalnetz entlang des Zhang-Flusses, das Wasser über die Überschwemmungsebene des Gelben Flusses leitete, um alkalische Böden auszuspülen und Ernten zu sichern.[404][405] Während der späten Zeit der Streitenden Reiche errichtete der Staat Qin das Dujiangyan-Bewässerungssystem am Min-Fluss in Sichuan, geplant vom Ingenieur Li Bing, das die jährlichen Überschwemmungen beseitigte und die Ebene von Chengdu in eine produktive Agrarregion verwandelte.[152]

Bronzemetallurgie und der Beginn der Eisenzeit

Die Zhou-Zeit stellte den Höhepunkt der chinesischen Bronzekunst dar.[391][406] Die frühe Bronzeproduktion der Westlichen Zhou setzte die Traditionen der späten Shang fort und nutzte die Stückform-Gusstechnik zur Herstellung schwerer Ritualgefäße, darunter den ding (Speisekessel), die gui (Getreideschale), den li (Dreifußkocher), den zun (Weingefäß) und den you (henkelversehenes Weinkännchen).[391][407][408] Im Laufe der mittleren Westlichen Zhou fand eine 'rituelle Revolution' in der Bronzegestaltung statt: Weingefäße, die mit den Trinkzeremonien der Shang verbunden waren, kamen außer Gebrauch, während Sätze von Getreide- und Fleischkochgefäßen (ding und gui) zunahmen, begleitet von Sätzen aufeinander abgestimmter Klangglocken (bianzhong).[391][409][410] Die Oberflächenverzierung entfernte sich von den zoomorphen taotie-Masken hin zu geometrischen Rippen, Wellenbändern und einander zugewandten langschwänzigen Vogelmotiven.[411][412] Der Bronzeguss der späten Westlichen Zhou brachte bedeutende beschriftete historische Gefäße hervor, darunter den Mao-Gong-ding, dessen 499 Schriftzeichen umfassende Inschrift die längste aus der Bronzezeit ist, den Da-Yu-ding, den Da-Ke-ding, die Shi-Qiang-Schale und die Guo-Ji-Zi-Bai-Schale.[107][163][391][413][414]

Die Eisenmetallurgie entstand in China während der späten Westlichen Zhou und der frühen Zeit der Frühlings- und Herbstannalen.[332][415] Frühe, auf das achte Jahrhundert v. Chr. datierte Eisenartefakte waren schmiedeeiserne Waffen und Werkzeuge, gelegentlich mit Gold- oder Türkiseinlagen verziert.[415] Bis zum sechsten Jahrhundert v. Chr. hatten chinesische Metallhandwerker den Hochofen und den Kuppelofen entwickelt, die es ihnen ermöglichten, Eisenerz zu schmelzen und Gusseisen (zhu tie) herzustellen, eine industrielle Technologie, die in Europa erst im Mittelalter erreicht wurde.[416][417] Belege für die Eisenverarbeitung reichen bis 513 v. Chr. zurück.[332][404][417] Die Verfügbarkeit von Gusseisen erleichterte die Massenproduktion landwirtschaftlicher Geräte, darunter eiserne Pflugscharen (tie li), Hacken, Sicheln und Äxte, die Stein- und Holzwerkzeuge ersetzten und die bebaute Fläche in ganz China ausweiteten.[332][418]

Handwerk, Textilien und Architektur

Die handwerklichen Gewerbe der Zhou-Zeit wurden durch staatliche Werkstätten koordiniert, bekannt als die Bai Gong ('Hundert Gewerbe'), die Materialien regulierten, Standards aufrechterhielten und spezialisierte Handwerkszweige organisierten.[391] Lackwaren entwickelten sich zu einem Elitegewerbe; hölzerne Gefäße wurden mit raffiniertem Saft des Lackbaums (Toxicodendron vernicifluum) versiegelt, in kontrastierenden Rot- und Schwarztönen gefärbt und mit geformtem Perlmutt, Muschelscheiben und Bronzeplatten eingelegt.[391] Die Keramiktechnologie entwickelte sich durch den Einsatz der schnellen Töpferscheibe weiter, die standardisierte Gefäße hervorbrachte, während die Brennofentechnik Brenntemperaturen von über 1.200 °C ermöglichte und glasiertes Protoporzellan (yuanshi ci) mit grünen und gelblich-braunen Feldspatglasuren hervorbrachte.[391][419] Die Seidenraupenzucht wurde in ländlichen Haushalten betrieben und in staatlichen Werkstätten verwaltet, wobei Textilien wie glattgewebte Seiden, Köperdamaste, gemusterte Jacquardstoffe und bestickte Seidengaze mit Drachen-, Phönix- und geometrischen Mustern hergestellt wurden, wie sie aus dem Mashan-Grab in Hubei geborgen wurden.[420]

Die architektonische Gestaltung machte Fortschritte in der Anlage palastartiger und Ahnenkomplexe.[421] Der Palast an der Fundstätte Fengchu, im frühen politischen und religiösen Zentrum von Qizhou, wird auf die frühe Westliche Zhou-Zeit (etwa 1027 bis 966 v. Chr.) datiert.[24] Die meisten Orakelknocheninschriften der Westlichen Zhou stammen aus Zhouyuan.[422] Die Zhou-Zeit markierte die erste weit verbreitete Verwendung gebrannter Keramikdachziegel (wa), einschließlich halbrunder Traufziegel (banwa) und zylindrischer Rundziegel (tongwa), die mit Schnurmustern gestempelt waren und Strohdächer auf elitären Verwaltungsgebäuden ersetzten.[421]

Handel, Märkte und Währung

Während die Landwirtschaft die wirtschaftliche Grundlage des Staates bildete, dehnte sich der binnenländische Handel über regionale Grenzen hinweg aus.[391][423] In städtischen Zentren und entlang der Verkehrsrouten wurden städtische Märkte eingerichtet und von königlichen Beamten unter der Leitung des Marktdirektors (Sishi) beaufsichtigt.[424][425] Der Sishi wurde von untergeordneten Aufsehern unterstützt: dem Zhiren, der Verträge regelte und Gewichte prüfte; dem Chanren, der Marktstände verwaltete und Standgebühren einzog; dem Xushi, der die öffentliche Ordnung aufrechterhielt; und dem Quanfu, der Kredite verwaltete, Darlehen gewährte, unverkaufte Waren aufkaufte und die Marktpreise stabilisierte.[425]

Das Geldsystem entwickelte sich von der Naturwährung zur gegossenen Bronzemünze. Während der frühen Westlichen Zhou bestand das wichtigste Tauschmittel aus natürlichen Kaurischnecken (beibi), die aus südlichen Küstengewässern importiert und zu Bündeln, bekannt als peng, aufgereiht wurden, wobei ein peng in der Regel zwischen fünf und zehn Muscheln enthielt.[426]

Religion, Philosophie und Denken

Die Geistesgeschichte der Zhou-Dynastie war geprägt von der Herausbildung einer politischen Theologie während der Westlichen Zhou und der Entstehung vielfältiger philosophischer Traditionen während der Östlichen Zhou.[257][332][427] In dieser Epoche entstanden die Lehre vom Mandat des Himmels, die Entwicklung der Hundert Schulen des Denkens, die Kodifizierung der Ritualsysteme sowie frühe Fortschritte in Astronomie, Medizin und Mathematik.[389][428][429][430]

Das Mandat des Himmels

Der wichtigste Beitrag des frühen politischen Denkens der Zhou war die Lehre vom Mandat des Himmels (Tianming), die vom Herzog von Zhou und König Wu eingeführt wurde, um den Sturz der Shang-Dynastie zu rechtfertigen.[37][259][390][428] Dieser Lehre zufolge war Tian (der Himmel) keine parteiische Stammesgottheit, sondern eine moralische kosmische Kraft, die die Herrschaftsbefugnis ('das Mandat') dem tugendhaftesten Herrscher des Reichs verlieh, der als Himmelssohn (Tianzi) bezeichnet wurde.[259][390][431][432] Verfiel ein Monarch der Korruption, Grausamkeit und Misswirtschaft, wie es dem Sage nach dem letzten Shang-Herrscher Di Xin vorgeworfen wurde, entzog der Himmel sein Mandat und übertrug es einem rechtschaffenen Haus, das mit der Wiederherstellung der moralischen Ordnung betraut war.[259][390][428][432][433] Diese Lehre rechtfertigte den dynastischen Umsturz, legte den Zhou-Königen jedoch zugleich moralische Verpflichtungen auf, da sie anerkannten, dass anhaltender moralischer Verfall auch sie das Mandat kosten würde.[390][431][432]

Das Mandat des Himmels verknüpfte die Legitimität des Monarchen unmittelbar mit der kosmischen Harmonie und dem Wohlergehen der bäuerlichen Bevölkerung ('jingde baomin').[389][390] Himmelsphänomene wie Sonnen- und Mondfinsternisse, Planetenkonjunktionen, Kometen, Dürren, Hungersnöte und Erdbeben wurden als vom Himmel gesandte Warnungen gedeutet, um einen fehlgehenden Herrscher zu mahnen.[431][434] Folglich war die Aufstellung eines genauen astronomischen Kalenders ein königliches Vorrecht, da der Kalender landwirtschaftliche Abläufe mit den Himmelszyklen synchronisierte.[430][431] In der Dichtung der späten Westlichen Zhou, überliefert im Buch der Lieder, veranlassten gesellschaftliche Unordnung und fremde Einfälle Gedichte, die die Güte des Himmels infrage stellten und eine frühe Skepsis gegenüber göttlicher Gerechtigkeit zum Ausdruck brachten.[435][436]

Kosmologie, Divination und Pantheon

Die Staatsreligion der Zhou übernahm Elemente früherer Shang-Praktiken und verlagerte den zentralen kosmologischen Fokus vom anthropomorphen Shangdi hin zu Tian (dem Himmel), der als unparteiische Himmelsmacht galt, die die universelle Ordnung lenkte.[437][438][439][440] Unterhalb des Himmels verehrte das Pantheon der Zhou drei Klassen geistiger Wesen: himmlische Geister (tianshen), darunter Sonne, Mond und Sternbilder; irdische Gottheiten (dizhi), darunter die Geister heiliger Berge und Flüsse sowie die Altäre von Erde und Getreide (sheji); und menschliche Ahnengeister (rengui).[437][439][441] Opfer an den Himmel, bekannt als das Vorstadtopfer (Jiaosi), wurden ausschließlich vom König von Zhou an Freiluftaltären südlich der Hauptstadt zur Wintersonnenwende dargebracht.[439] Die Altäre von Erde und Getreide (sheji) wurden in jeder Stadt errichtet und dienten als territoriale Symbole des Staates.[439][442]

Divination diente als Instrument der Staatskunst und militärischen Planung.[443][444] Während die Zhou weiterhin die pyromantische Knochendivination (bushi) nutzten, bei der erhitzte Bronzespitzen auf Schildkrötenpanzer angewendet wurden, um Spannungsrisse zu deuten, entwickelten sie die Divination mittels getrockneter Schafgarben- oder Rainfarnstängel (shi).[443][444] Die Schafgarbenstängel-Divination wurde im Buch der Wandlungen (Yijing oder Zhouyi) kodifiziert, das während der frühen Westlichen Zhou verfasst wurde.[445][446] Der Text ordnete vierundsechzig Hexagramme an, gebildet durch die Kombination von acht Grundtrigrammen, begleitet von kryptischen poetischen Urteilen (guaci) und Linientexten (yaoci), die aus politischen Situationen moralische Ratschläge und kosmische Tendenzen ableiteten.[445][447] Die Zhou übernahmen die in der späten Shang-Zeit verbreiteten Menschenopfer nicht und erwähnten sie in keinem ihrer Texte.[448][449] Die zusätzlichen Menschenopfer, die in Shang-Bestattungen zu finden sind, fehlen in Bestattungen der Westlichen Zhou, obwohl das Mitbestatten von Dienern mit ihrem Herrn in geringerem Umfang fortbestand.[450] Einer anderen Überlieferung zufolge brachten die Zhou Naturgeistern und Ahnen Menschenopfer in einer Anzahl und einem Ausmaß dar, das dem der späten Shang ähnelte, wenn auch nicht so umfangreich wie unter dem Shang-König Wu Ding.[443][451]

Die Hundert Schulen des Denkens

Die politische Instabilität der Zeit der Östlichen Zhou begünstigte den Aufstieg der Hundert Schulen des Denkens (Baijia Chuzi), einer Epoche philosophischer Debatten vom sechsten bis zum dritten Jahrhundert v. Chr.[257][332][427][452] Herrscher der Regionalstaaten, die administrative und militärische Vorteile gegenüber ihren Rivalen suchten, wetteiferten darum, umherziehende Gelehrte (shi) anzuziehen, und gründeten Akademien wie die von Herzog Huan von Tian Qi gegründete Jixia-Akademie.[332][427][452] Neun Denkschulen kamen dazu, die übrigen zu dominieren, darunter der Konfuzianismus, der Legalismus, der Daoismus und der Mohismus.[332][427][453][454]

Der Konfuzianismus (Rujia) wurde von Konfuzius (Kong Fuzi, 551–479 v. Chr.) begründet, einem gebürtigen Bewohner des Staates Lu, der die gesellschaftliche Harmonie wiederherstellen wollte, indem er die idealisierten rituellen und politischen Institutionen der frühen Westlichen Zhou wiederbelebte, insbesondere jene, die mit dem Herzog von Zhou verbunden waren.[429][454][455][456] Konfuzius lehrte, dass geordnetes Regieren von der Pflege persönlicher moralischer Tugend abhinge, zentriert auf Menschlichkeit (ren), Rechtschaffenheit (yi), kindliche Pietät (xiao) und strikte Einhaltung ritueller Sittlichkeit (li).[389][454][456][457] Seine Lehren, von Schülern in den Gesprächen (Lunyu) zusammengestellt, wandelten das Konzept des Edlen (junzi) von einem ererbten adligen Status in ein ethisches Ideal um, das jeder Einzelne durch Bildung erreichen konnte.[454][456] Menzius galt als der 'zweite Weise' des Konfuzianismus.[429][454] Später führte Xunzi (ca. 310–220 v. Chr.) ein realistisches konfuzianisches Rahmenwerk ein, das argumentierte, die menschliche Natur sei von Grund auf eigennützig und zügellos, und moralische Güte könne nur durch äußere Disziplin, formale Bildung und rituelle Beschränkungen erreicht werden.[454]

Der Daoismus (Daojia) entstand als Alternative zum konfuzianischen Moralismus; er wird traditionell dem legendären Weisen Laozi zugeschrieben, dem vermeintlichen Verfasser des Daodejing, und wurde von Zhuangzi (369–286 v. Chr.) weiterentwickelt.[429][454][458] Daoistische Denker lehnten künstliche gesellschaftliche Hierarchien, gelehrte Debatten und moralische Vorschriften ab und bestimmten den letzten Ursprung des Seins als das Dao (den 'Weg'), ein unaussprechliches, spontanes kosmisches Prinzip.[454][458][459] Der Daoismus vertrat die Praxis des wu-wei (Nichthandeln oder mühelosen Handelns) und ermutigte Einzelne wie Herrscher, sich mit den natürlichen Prozessen in Einklang zu bringen, aggressive Eingriffe in gesellschaftliche Angelegenheiten zu vermeiden und Einfachheit zu pflegen.[454][458]

Der Mohismus (Mojia) wurde von Mozi (ca. 470–391 v. Chr.) begründet, der die verschwenderischen Ausgaben für konfuzianische Bestattungsriten und staatliche Musikaufführungen verurteilte.[429][454] Mozi vertrat die allumfassende Liebe (jian'ai) und die Auffassung, dass alle Menschen vor dem Himmel gleich seien und dem Himmel nacheifern sollten, indem sie Liebe für alle übten.[460] Er entwickelte eine utilitaristische Philosophie, die Leistungsprinzip bei administrativen Ernennungen, Sparsamkeit bei öffentlichen Ausgaben, defensive Belagerungskriegsführung und Gehorsam gegenüber dem moralischen Willen des Himmels betonte.[427][461]

Der Legalismus (Fajia) räumte der Festigung souveräner Staatsmacht, administrativer Zentralisierung und militärischer Mobilisierung Vorrang ein.[461] Von Staatsmännern wie Shang Yang (gest. 338 v. Chr.), Shen Buhai (gest. 337 v. Chr.) und Shen Dao begründet und von Han Fei (gest. 233 v. Chr.) und Li Si (gest. 208 v. Chr.) systematisiert, lehnte der Legalismus Berufungen auf ahnengestützte Tugend oder moralische Vorbilder ab.[242][461] Die Legalisten argumentierten, der Mensch werde von Eigennutz getrieben und könne nur wirksam durch einen objektiven institutionellen Rahmen regiert werden, der aus explizit, öffentlich verkündeten schriftlichen Gesetzen mit strengen Belohnungen und Strafen (fa), administrativen Techniken zur Überwachung bürokratischer Ernennungen und zur Verhinderung von Unterwanderung (shu) sowie der autokratischen Macht und strategischen Stellung des Monarchen (shi) bestand.[461] Die administrativen Methoden des Legalismus bildeten die operative Grundlage für den Staat Qin und ermöglichten dessen Vereinigung Chinas.[241][461]

Weitere einflussreiche geistige Strömungen der Epoche umfassten die Schule der Namen (Mingjia), angeführt von Denkern wie Hui Shi und Gongsun Long, die sich mit Logik, Paradoxien und dem Verhältnis zwischen Namen (ming) und Wirklichkeiten (shi) befassten; die Schule der Diplomatie (Zonghengjia), vertreten durch Strategen wie Su Qin und Zhang Yi, die zwischenstaatliche Bündnisse lenkten; die Schule des Militärs (Bingjia), angeführt von Militärtheoretikern wie Sunzi und Sun Bin; die Agrarier (Nongjia), die einen agrarischen Egalitarismus vertraten, bei dem Herrscher gemeinsam mit den Gemeinen arbeiteten; und die Schule der Naturalisten (Yinyangjia), angeführt von Zou Yan, der die Theorien von Yin und Yang mit den Fünf Elementen (Wuxing: Metall, Holz, Wasser, Feuer, Erde) verband, um den historischen Wandel und natürliche Prozesse zu erklären.[332][427][462][463][464]

Das Ritual- und Musiksystem

Das institutionelle Gefüge der frühen Zhou-Gesellschaft wurde durch das li-yue-System (Ritual und Musik) aufrechterhalten, das traditionell dem gesetzgeberischen Werk des Herzogs von Zhou zugeschrieben wird.[257][372][465] Der Begriff Li ('rituelle Sittlichkeit') erweiterte sich von Opferzeremonien zu einem umfassenden Kodex gesellschaftlichen Verhaltens, ethischer Normen und administrativer Protokolle, der die gesellschaftlichen Schichten abgrenzte und die Beziehungen zwischen Höher- und Niedergestellten regelte.[465][466][467] Das System wurde in die Fünf Riten (Wu Li) gegliedert: Glückverheißende Riten (Ji Li), die Opfer an Himmel, Erdgottheiten und Ahnengeister regelten; Unglücksriten (Xiong Li), die Bestattungsprotokolle, Staatstrauer und Katastrophenhilfe regelten; Militärriten (Jun Li), die Aushebung, Truppenschauen, Jagden und Siegesfeiern regelten; Gastriten (Bin Li), die zwischenstaatliche diplomatische Besuche und königliche Audienzen regelten; und Festriten (Jia Li), die Hochzeiten, Mündigkeitszeremonien für junge Männer (guanli), Haarnadel-Zeremonien für junge Frauen (jili) und Staatsbankette regelten.[468][469][470][471]

Musik (yue) war mit dem Ritual gepaart, da das Ritual gesellschaftliche Unterschiede festlegte, während die Musik die gemeinschaftliche Harmonie über die gesellschaftlichen Ränge hinweg förderte.[465][472] Die Staatsmusik des Zhou-Hofs, genannt Yayue ('elegante Musik'), wurde bei Opfern, diplomatischen Versammlungen und Banketten unter der Leitung des Großmeisters der Musik (Da Siyue) aufgeführt.[472][473] Instrumentalorchester waren nach strengen hierarchischen Anordnungen entsprechend dem Adelsrang gegliedert: Dem König von Zhou stand ein an allen vier Seiten eines Hofes aufgehängtes Orchester zu (gongxuan); Regionalfürsten stand eine Anordnung an drei Seiten zu (xuanxuan); Ministern und Großmeistern zwei Seiten (panxuan); und Herren waren auf eine einzelne Reihe beschränkt (texuan).[472] Die Größe der zeremoniellen Tanztruppen (yi) war nach demselben Prinzip geregelt: Dem König standen acht Reihen zu acht Tänzern zu (vierundsechzig Tänzer); Regionalfürsten sechs Reihen (achtundvierzig Tänzer); Großmeistern vier Reihen (zweiunddreißig Tänzer); und Herren zwei Reihen (sechzehn Tänzer).[474] In der späten Zeit der Frühlings- und Herbstannalen wurde dieses System durch Anmaßungen von Ministern gestört, wie sich an der Empörung des Konfuzius zeigte, als die Familie Jisun von Lu in ihrem privaten Ahnenhof Tänze in acht Reihen aufführen ließ und die königliche Hymne 'Yong' darbot.[474][475]

Wissenschaft, Astronomie und Medizin

Astronomie und Kalenderwesen machten während der Zhou-Zeit Fortschritte, angetrieben durch das königliche Bedürfnis, himmlische Legitimität zu bewahren.[430][431] Schreiber führten systematische Aufzeichnungen über Sonnen- und Mondfinsternisse, Planetenbewegungen und Kometen, wobei frühe Beobachtungen in den Frühlings- und Herbstannalen überliefert sind.[152][430] Der offizielle Kalender übernahm ein lunisolares System, das das Sonnenjahr in 365,25 Tage unterteilte und zwölf Mondmonate mit eingeschobenen dreizehnten Schaltmonaten koordinierte, um die Jahreszeiten in Einklang zu halten.[152][430] Der Mondmonat wurde in Phasen unterteilt: Jishengba (zunehmende Sichel), Jiwang (Vollmond) und Jibaishi (abnehmender Mond), während die Tageszeit anhand der Zwölf Irdischen Zweige (shier chen) gemessen wurde.[476][477] In der traditionellen chinesischen Astrologie bildete die Himmelssphäre die irdische politische Geographie ab; die Zhou-Dynastie wurde durch die Sterne Eta Capricorni und 21 Capricorni im Sternbild der Zwölf Staaten dargestellt, ebenso wie Beta Serpentis in der Rechten Mauer der Himmlischen Marktumfriedung.[478][479]

Die frühe chinesische Mathematik entwickelte Rechensysteme mit Zählstäbchen, die auf einer Dezimalbasis operierten und die Operationen Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division anwendeten.[480] Mathematik war als eine der Sechs Künste (Liu Yi) Bestandteil der Ausbildung gebildeter Herren.[481] Kosmologische Schemata verknüpften numerische Konzepte mit dem magischen Quadrat Luoshu und den im Yijing erwähnten Hetu-Diagrammen.[482] In der Medizin erlebte die Zhou-Zeit die Trennung der klinischen Praxis von der schamanistischen Heilkunde (wu).[483] Die Riten der Zhou ordneten Ärzte dem Ministerium des Himmels (Tianguan) zu und unterschieden sie damit von religiösen Wahrsagern unter dem Ministerium des Frühlings (Chunguan).[483] Die medizinische Theorie begann, krankhafte Zustände zu kategorisieren, indem sie jahreszeitliche Schwankungen, klimatische Einflüsse und Ernährungsgewohnheiten mit Ungleichgewichten im menschlichen Körper verknüpfte, und legte damit die frühen Grundlagen der traditionellen Diagnostikmedizin.[483][484]

Kultur, Literatur und Sprache

Die Zhou-Dynastie förderte die Entwicklung der klassischen chinesischen Schriftliteratur, die Weiterentwicklung der chinesischen Schriftzeichen sowie die Errichtung formaler Bildungssysteme.[481][485] Der aus dieser Epoche überlieferte sprachliche Korpus bildete die Grundlage der Konfuzianischen Klassiker, die während der gesamten Kaiserzeit den zentralen Kern der traditionellen chinesischen Bildung und der Staatsprüfungen bildeten.[485]

Schriftentwicklung und Bronzeepigraphik

Die chinesische Schrift entwickelte sich im Laufe der acht Jahrhunderte der Zhou-Herrschaft weiter.[486] Die frühe Schrift der Westlichen Zhou leitete sich unmittelbar von den Orakelknochen- und Bronzeschriften der Shang ab, bewahrte piktographische Strukturen, wurde jedoch linearer und regelmäßiger.[422][486] Diese Schrift findet sich in Bronzeinschriften (Jinwen), die in die Innenwände, Böden und Deckel von Zeremonialgefäßen gegossen wurden, um königliche Investituren, militärische Siege, Landregelungen und Ahnenwidmungen festzuhalten.[391][486] Zu den bedeutenden Inschriften zählt der He zun, gegossen im fünften Jahr König Chengs, der das früheste bekannte schriftliche Vorkommen des Begriffs 'Zhongguo' ('Reich der Mitte') enthält und die Gründung der Hauptstadt Luoyi beschreibt.[72][487][488]

Während der späten Westlichen Zhou und der frühen Östlichen Zhou stabilisierte sich die Schrift zur Großen Siegelschrift (Dazhuan), auch als Zhou-Schrift (Zhoushu) bekannt, gekennzeichnet durch gerundete Striche und ausgewogene Proportionen, wie sie sich in den Steintrommelinschriften von Qin und im Text des Mao-Gong-ding zeigen.[413][414] In der Zeit der Streitenden Reiche führte die politische Zersplitterung zur Entstehung abweichender regionaler Schriftvarianten: Der südliche Staat Chu entwickelte kursive Varianten neben dekorativen Stilen wie der Vogel-Wurm-Schrift (Niaochongshu), während nördliche Staaten die Zeichenformen für das Pinselschreiben auf Seide und Bambusstreifen vereinfachten. Gegen Ende der Zeit der Streitenden Reiche entstand aus dem Bedürfnis staatlicher Schreiber nach schnellem Abfassen eine frühe Form der Kanzleischrift (Lishu), gekennzeichnet durch gerade Pinselstriche und vereinfachte Radikale, die den Vorläufer der modernen regulären chinesischen Schriftzeichen bildete.

Literarische Klassiker und Archive

Die Zhou-Zeit brachte die grundlegenden Texte des chinesischen literarischen Kanons hervor, die gemeinsam als die Fünf Klassiker überliefert sind.[485][489] Das Buch der Lieder (Shijing) ist die früheste Anthologie chinesischer Dichtung und enthält mehr als dreihundert Gedichte.[490] Die Sammlung gliedert sich in vier Abschnitte: Guofeng ('Weisen der Staaten'), bestehend aus Volksliedern aus fünfzehn Regionalstaaten, die das tägliche Leben, die Arbeit, die Liebe und den Protest des einfachen Volkes widerspiegeln; Xiaoya ('Kleinere Oden') und Daya ('Größere Oden'), bestehend aus zeremoniellen Liedern und historischen Gedichten, die bei königlichen Festen und Hofversammlungen aufgeführt wurden; und Zhousong ('Hymnen von Zhou'), enthaltend liturgische Hymnen, die bei Ahnentempelopfern aufgeführt wurden.[490][491] Die Gedichte weisen ein regelmäßiges Versmaß mit vier Schriftzeichen (siyan shi) auf und verwenden die Stilmittel der direkten Erzählung (fu), der Metapher (bi) und der evokativen Assoziation (xing).[485][490]

Das Buch der Urkunden (Shangshu oder Shujing) versammelt Reden, Proklamationen, Schwüre und Dialoge, die den weisen Herrschern der Antike und den Gründern der Zhou-Dynastie zugeschrieben werden, insbesondere König Wen, König Wu und dem Herzog von Zhou.[485][489] Kapitel wie die 'Große Verkündigung' (Da Gao), die 'Verkündigung über den Alkohol' (Jiu Gao) und 'Die Regierung errichten' (Li Zheng) liefern primäre Belege für die frühe politische Ideologie der Zhou, die Verwaltungsstruktur und die Lehre vom Mandat des Himmels.[86][492] Zu den weiteren frühen Werken zählen das Verlorene Buch der Zhou (Yizhoushu), das historische Überlieferungen von König Wen bis König Jing verzeichnet, sowie die Frühlings- und Herbstannalen (Chunqiu), die chronologische Hofaufzeichnung des Staates Lu für die Jahre 722 bis 481 v. Chr., überliefert zusammen mit ausführlichen historischen Kommentaren wie dem Zuo Zhuan, dem Gongyang Zhuan und dem Guliang Zhuan.[64][485][489]

Monarchen der Zhou-Dynastie

Die Herrscher der Zhou-Dynastie trugen den königlichen Titel Wang (König).[493][494][495] Neben den regierenden Monarchen wurden auch die unmittelbaren Vorfahren König Wus, Gong Danfu (König Tai), Jili (König Ji) und Ji Chang (König Wen), posthum in den Rang von Königen von Zhou erhoben.[493][495] Historische Datierungen vor dem Beginn der Gonghe-Regentschaft im Jahr 841 v. Chr. sind in den Primärquellen nicht festgelegt und bleiben Gegenstand wissenschaftlicher Debatte; die nachstehend angegebenen Datierungen für die frühen Könige entsprechen der vom Projekt zur Chronologie von Xia, Shang und Zhou aufgestellten Chronologie sowie den von Edward L. Shaughnessy in der Cambridge History of Ancient China vorgeschlagenen alternativen Datierungen.[494]

Könige der Westlichen Zhou: König Wu (Ji Fa), reg. 1046–1043 v. Chr. (oder 1045–1043 v. Chr.); König Cheng (Ji Song), reg. 1042–1021 v. Chr. (oder 1042/1035–1006 v. Chr.); König Kang (Ji Zhao), reg. 1020–996 v. Chr. (oder 1005/1003–978 v. Chr.); König Zhao (Ji Xia), reg. 995–977 v. Chr. (oder 977/975–957 v. Chr.); König Mu (Ji Man), reg. 976–922 v. Chr. (oder 956–918 v. Chr.); König Gong (Ji Yihu), reg. 922–900 v. Chr. (oder 917/915–900 v. Chr.); König Yih (Ji Jian), reg. 899–892 v. Chr. (oder 899/897–873 v. Chr.); König Xiao (Ji Pifang), reg. 891–886 v. Chr. (oder 872–866 v. Chr.); König Yi (Ji Xie), reg. 885–878 v. Chr. (oder 865–858 v. Chr.); König Li (Ji Hu), reg. 877–841 v. Chr. (oder 857/853–842/828 v. Chr.); Gonghe-Regentschaft, 841–828 v. Chr.; König Xuan (Ji Jing), reg. 827–782 v. Chr.; König You (Ji Gongsheng), reg. 781–771 v. Chr.[62][494]

Könige der Östlichen Zhou: König Ping (Ji Yijiu), reg. 770–720 v. Chr.; König Xie (Ji Yuchen), Gegenanwärter reg. 771–750 v. Chr.; König Huan (Ji Lin), reg. 719–697 v. Chr.; König Zhuang (Ji Tuo), reg. 696–682 v. Chr.; König Xi (Ji Huqi), reg. 681–677 v. Chr.; König Hui (Ji Lang), reg. 676–652 v. Chr.; Prinz Tui, Gegenanwärter reg. 675–673 v. Chr.; König Xiang (Ji Zheng), reg. 651–619 v. Chr.; Prinz Dai, Gegenanwärter reg. 636–635 v. Chr.; König Qing (Ji Renchen), reg. 618–613 v. Chr.; König Kuang (Ji Ban), reg. 612–607 v. Chr.; König Ding (Ji Yu), reg. 606–586 v. Chr.; König Jian (Ji Yi), reg. 585–572 v. Chr.; König Ling (Ji Xiexin), reg. 571–545 v. Chr.; König Jing (Ji Gui), reg. 544–521 v. Chr.; König Dao (Ji Meng), reg. 520 v. Chr.; Prinz Chao, Gegenanwärter reg. 520–516 v. Chr.; König Jing (Ji Gai), reg. 519–476 v. Chr.; König Yuan (Ji Ren), reg. 475–469 v. Chr.; König Zhending (Ji Jie), reg. 468–442 v. Chr.; König Ai (Ji Quji), reg. 441 v. Chr.; König Si (Ji Shu), reg. 441 v. Chr.; König Kao (Ji Wei), reg. 440–426 v. Chr.; König Weilie (Ji Wu), reg. 425–402 v. Chr.; König An (Ji Jiao), reg. 401–376 v. Chr.; König Lie (Ji Xi), reg. 375–369 v. Chr.; König Xian (Ji Bian), reg. 368–321 v. Chr.; König Shenjing (Ji Ding), reg. 320–315 v. Chr.; König Nan (Ji Yan), reg. 314–256 v. Chr.; Herzog Wen von Ostzhou (König Hui von Ostzhou), Thronanwärter reg. 255–249 v. Chr.[62]

Nachkommen und historisches Erbe

Das politische und kulturelle Erbe der Zhou-Dynastie übte einen dauerhaften Einfluss auf die nachfolgenden kaiserlichen Dynastien Chinas aus.[455][496] Unter der Han-Dynastie wurde die Politik der Zwei Könige und Drei Ehrerbietungen auf die überlebenden Nachkommen des königlichen Hauses Zhou angewandt; Kaiser Wu von Han fand Ji Jia, einen Nachkommen der Zhou-Könige, und verlieh ihm den erblichen Titel Zhou Zinan Jun (Herr von Zhou von Zinan), wodurch seine Nachkommen unter Kaiser Yuan in den Rang eines Markgrafen von Zhouchenghiu, unter Kaiser Ping in den eines Herzogs von Zheng und unter Kaiser Guangwu der Späteren Han in den eines Herzogs von Wei erhoben wurden.[497][498] Während der Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche verlieh die Spätere Jin-Dynastie den Nachkommen der königlichen Familien der Zhou-, Sui- und Tang-Dynastie erbliche Herzogtümer.[499]

Mehrere spätere Herrscherhäuser beanspruchten patrilineare Abstammung von der königlichen Linie der Zhou, um ihre dynastische Legitimität zu stärken.[500][501][502] Dem Neuen Buch der Tang zufolge waren die Kaiser der Sui-Dynastie patrilineare Nachkommen der Zhou-Könige über Ji Boqiao, einen Sohn Herzog Wus von Jin.[501] Die Sui beanspruchten zudem die Yang-Sippe von Hongnong unter ihren Vorfahren, wodurch sie sowohl mit den Zhou als auch mit den Han verbunden waren.[501][502][503][504] Die kaiserliche Familie Li der Tang-Dynastie beanspruchte in ähnlicher Weise Abstammung vom Haus Zhou über die Li-Sippe von Longxi, während das kaiserliche Haus Zhao der Song-Dynastie genealogische Verbindungen zu den Zhou über die Yang von Hongnong, die Jia von Hedong und die Wang von Taiyuan beanspruchte.[505][506][507][508] Der Philosoph Menzius wurde über Bo Qin und Herzog Huan von Lu auf den Herzog von Zhou zurückgeführt, was den Han-Hof veranlasste, seiner Familie das erbliche Amt des Wujing Boshi (Doktor der Fünf Klassiker) zu verleihen.[509][510][511]

Wo sich Ausgaben widersprechen (3)
Gründungsjahr der Zhou-Dynastie
  • Englisch: Das Projekt zur Chronologie von Xia, Shang und Zhou sowie David Pankenier stützen das Jahr 1046 v. Chr., während David Nivison und Edward L. Shaughnessy die Gründung auf 1045 v. Chr. datieren.
  • Chinesisch: Das Projekt zur Chronologie von Xia, Shang und Zhou datiert die Gründung auf 1046 v. Chr., die Bambusannalen auf 1050 v. Chr. und die Cambridge History auf 1049/1045 v. Chr.
  • Ukrainisch: 1046 v. Chr., mit alternativen Datierungen auf 1027 v. Chr. oder 1045 v. Chr.
  • Italienisch: 1046 v. Chr., gestützt von der offiziellen chinesischen Chronologie, 1045 v. Chr. von Nivison und Shaughnessy, sowie 1122 v. Chr. in der älteren traditionellen Geschichtsschreibung.
  • Deutsch: Traditionelle Datierungen nennen 1122 v. Chr. oder 1111 v. Chr., während die moderne Forschung und das Projekt zur Chronologie von Xia, Shang und Zhou 1050–1045 v. Chr. bevorzugen.
Wesen und Führung der Gonghe-Regentschaft (841–828 v. Chr.)
  • Chinesisch: Überlieferte Berichte des Shiji besagen, dass die Herzöge von Zhou und Shao gemeinsam regierten, doch die Bambusannalen und moderne Bronzeinschriften deuten darauf hin, dass Graf He von Gong (Gong Bohe) die Herrschaft ausübte.
  • Japanisch: Dem Shiji zufolge regierten zwei Minister (Herzog Ding von Zhou und Herzog Mu von Shao) gemeinsam in Eintracht, doch eine andere Überlieferung besagt, dass ein Fürst namens Gong Bohe allein regierte.
  • Englisch: Die Gonghe-Regentschaft war eine Zwischenherrschaft zwischen 841 und 828 v. Chr. nach der Flucht König Lis, ohne die interne Debatte über die Führung näher zu spezifizieren.
Umstände des Todes König Zhaos am Han-Fluss
  • Chinesisch: König Zhao ertrank im Han-Fluss entweder, weil eine Pontonbrücke unter feindlichem Angriff einstürzte, oder weil er in einem mit Leim zusammengehaltenen Boot übersetzte, der sich im Wasser auflöste.
  • Ukrainisch: König Zhao wurde entscheidend besiegt und starb um 958 v. Chr. in einer Schlacht am Han-Fluss gegen den Staat Chu.
  • Englisch: König Zhao starb während eines Feldzugs, als die sechs königlichen Armeen um 977 v. Chr. am Han-Fluss vernichtet wurden.
Quellen (92 Wikipedia-Versionen)

Die nicht-englischsprachigen Ausgaben liefern umfangreiche institutionelle, militärische und archäologische Informationen, die im englischen Artikel fehlen. Die chinesische Ausgabe bietet detaillierte Beschreibungen des zweigeteilten Verwaltungsapparats (Qingshiliao und Taishiliao), des guoye-Systems der Stadt-Land-Gliederung, konkreter Bronzegefäßinschriften und der späten territorialen Teilung in die Herzogtümer Westliches und Östliches Zhou. Die ukrainische und die italienische Ausgabe schildern genaue militärische Formationen, die Funktionsweise der Belagerungsmaschinen der Zeit der Streitenden Reiche (einschließlich Zugtrebuchets, Belagerungstürmen und chemischer Verteidigungsmittel) sowie die sechs Stufen der aristokratischen Heiratsriten. Die japanische und die französische Ausgabe steuern genealogische Analysen späterer Kaiserhäuser bei, die eine Abstammung von den Zhou beanspruchten, Stammesnamen-Epigraphik auf ausgegrabenen Bronzen sowie archäologisch-genetische Studien aus Friedhöfen der Westlichen Zhou bei.

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Chinesisch周朝94092377225.2 KB726
UkrainischДинастія Чжоу48333747125.9 KB154
ItalienischDinastia Zhou15171110988.5 KB126
FranzösischDynastie Zhou23937684986.3 KB94
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Bengalischচৌ রাজবংশ891330670.3 KB27
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Japanisch周11015025433.5 KB18
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Literatur und Quellen

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  3. '"Major Hymns - Decade of the Birth of Our People - Birth of Our People"
  4. 《詩經·大雅·生民》:「厥初生民、時維姜嫄。......誕后稷之穡、有相之道。」
  5. '"Major Hymns - Decade of the Birth of Our People - Birth of Our People
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  10. Records of the Grand Historian, "Annals of Zhou", §3. (Sima Qian (司馬遷), 史記 [Records of the Grand Historian] (in Literary Chinese) – via the Chinese Text Project)
  11. 《國語·周語上》:「及夏之衰也,棄稷不務,我先王不窋用失其官,而自竄于戎、狄之間。」
  12. Voir la Distinction Hua-Yi pour plus de détails sur la symbolique de ce changement
  13. Wu (1982), p. 235. (Wu, K. C. (1982), The Chinese Heritage, New York: Crown, ISBN 0-517-54475-X)
  14. 《詩經·大雅·公劉》:「篤公劉,既溥既長。......徹田爲糧,度其夕陽。豳居允荒。」
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  20. 《後漢書·西羌傳》:「及武乙暴虐,犬戎寇邊,周古公踰梁山而避于岐下。」
  21. 《史記·周本紀》:「乃與私屬遂去豳,度漆、沮,踰梁山,止於岐下。」「於是古公乃貶戎狄之俗,而營筑城郭室屋,而邑別居之。作五官有司。民皆歌樂之,頌其德。」
  22. 《詩經·魯頌·閟宮》:「后稷之孫,實維大王。居岐之陽,實始翦商。」
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  28. 《詩經·大雅·大明》:「摯仲氏任,自彼殷商,來嫁於周,曰嬪於京。乃及王季,維德之行。大任有身,生此文王。」
  29. 《國語·周語中》:「昔摯、疇之國也由大任。」
  30. 楊寬(1999年):《西周史》第一編:第三章〈周的開拓和克商〉,第一節〈季歷對山西地區的開拓〉,第59頁-第35頁。
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  33. 《易經》泰卦六五爻辭曰:「帝乙歸妹,以祉,元吉。」
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  41. 《詩經·大雅·皇矣》:「密人不恭,敢距大邦,侵阮徂共。王赫斯怒,爰整其旅,以按徂旅。以篤於周祜,以對於天下。」
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  55. Mencius, "Li lou II". text: "孟子曰:「舜生於諸馮,遷於負夏,卒於鳴條,東夷之人也。文王生於岐周,卒於畢郢,西夷之人也。" D.C.Lau (1970:128)'s translation: "Mencius said, 'Shun was an Eastern barbarian; he was born in Chu Feng, moved to Fu Hsia, and died in Ming T'iao. King Wen was a Western barbarian; he was born in Ch'i Chou and died in Pi Ying."
  56. Li Feng (2006). Landscape and Power in Early China: The Crisis and Fall of the Western Zhou 1045–771 BC. Cambridge University Press. p. 286. doi:10.1017/CBO9780511489655.011. ISBN 978-1-139-45688-3 – via Google Books.
  57. Yang, Jianhua; Shao, Huiqiu; Pan, Ling (2020). The Metal Road of the Eastern Eurasian Steppe: The Formation of the Xiongnu Confederation and the Silk Road. Springer. p. 371. ISBN 978-9-813-29155-3.
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  59. 佐藤信弥 「周―理想化された古代王朝」(中央公論新社、2016年)
  60. Zhao, Y. B., Zhang, Y., Li, H. J., Cui, Y. Q., Zhu, H. & Zhou, H. Ancient DNA evidence reveals that the Y chromosome haplogroup Q1a1 admixed into the Han Chinese 3 000 years ago. Am. J. Hum. Biol. 26, 813–821 (2014).
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  67. 楊寬(1999年):《西周史》第一編:第三章〈周的開拓和克商〉,第二節〈文王進軍中原和準備克商〉,第64頁-第77頁。
  68. 《史記·周本紀》:「聞紂昏亂暴虐滋甚,殺王子比干,囚箕子。太師疵、少師彊抱其樂器而奔周。」
  69. 《古本竹書紀年·周紀》:「《竹書》:十一年庚寅,周始伐商。」
  70. 楊寬(1999年):《西周史》第一編:第三章〈周的開拓和克商〉,第三節〈武王克商〉,第77頁-第35頁。
  71. 《利簋》:「珷(武)征商,隹(唯)甲□(子)朝,」
  72. 《何尊》:王曰:「隹(唯)王初□(遷)宅弙(于)成周,復□(稟)珷(武)王豐福自天。才四月丙戌,王𫌲(誥)宗小子弙(于)京室,曰:「昔在□(爾)考公氏,克速玟(文)王,□(肆)玟(文)王受茲(大令)。隹(唯)珷(武)王既克大邑商,則廷告弙(于)天曰:『余其宅茲中或(國),自之辥民。』。」
  73. 楊寬(1999年):《西周史》第一編:第四章〈周朝的創建和東征的勝利〉,第一節〈武王的建國措施和建都豐鎬的政治設施〉,第101頁—第108頁。
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  77. Сыма Цянь Ши цзи Глава 3 Инь бэнь цзи Основные записи о деяниях дома Инь
  78. 《利簋》:「辛未,王才(在)管師易(賜)又(右)事(吏)利金」
  79. Lý Phong (2006), tr. 65. (Lý Phong (2006). Axel Menges (biên tập). Landscape and Power in Early China: The Crisis and Fall of the Western Zhou 1045-771 BC. Cambridge: Cambridge University Press. ISBN 978-0-521-85272-2.)
  80. 楊寬(1999年):《西周史》第一編:第四章〈周朝的創建和東征的勝利〉,第一節〈武王的建國措施和建都豐鎬的政治設施〉,第109頁。
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  86. 《逸周書·作雒解》:「周公、召公,內弭父兄,外撫諸侯。元年夏六月,葬武王于畢。」
  87. 《大保簋》:「王伐錄子𦔻,𠭯厥反,王降征命于大保。大保克𬜠(敬),亡□(譴)。」彔子𦔻即清華簡《繫年》中的彔子耿,指武庚。李學勤,〈紂子武庚祿父與大保簋〉,《甲骨文與殷商史》新 2 輯(上海:上海古籍出版 社,2011),頁 1-4。
  88. 《明公簋》:「唯王令明公,遣三族伐東或(國),才□魯侯又(侑)囚(猷)工(功)」
  89. Dương Khoan 1999, tr. 137–150. (Dương Khoan (1999). 西周史 [Tây Chu sử]. Đài Bắc: 臺灣商務印書館 [Đài Loan thương vụ ấn thư quán]. ISBN 978-957-05-1527-5.)
  90. Shaughnessy, Edward L. «Western Zhou History». A: Loewe, Michael; Shaughnessy, Edward L.. The Cambridge History of Ancient China: From the Origins of Civilization to 221 BC.. Cambridge: Cambridge University Press, 1999, p. 311. ISBN 978-0-521-47030-8.
  91. 楊寬(1999年):《西周史》第一編:第四章〈周朝的創建和東征的勝利〉,第四節〈周公東征的勝利〉,第137頁-150頁。
  92. 《禽簋》:「王伐□(蓋,即奄)侯,周公某(謀),禽(伯禽)祝。」
  93. 《璺鼎》:「隹(唯)周公于征伐東尸(夷)、豐白(伯)、尃古咸□(戡)。」陳夢家認為尃古即薄姑。
  94. Chin, Annping. The Authentic Confucius (en anglès). Scribner, 2007. ISBN 0743246187.
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  96. Li Feng (2006). Landscape and Power in Early China: The Crisis and Fall of the Western Zhou 1045–771 BC. Cambridge University Press. p. 94. ISBN 1139456881
  97. (2007年):《西周史與西周文明》第四章〈西周王朝的建立、興盛〉,第三節〈營建洛邑〉,第60頁-第63頁。
  98. Chinn, Ann-ping (2007), The Authentic Confucius, Scribner, p. 43
  99. 《尚書大傳》:「周公攝政,一年救亂,二年克殷,三年踐奄,四年建侯衛,五年營成周,六年作禮樂,七年致政成王」
  100. (2007年):《西周史與西周文明》第四章〈西周王朝的建立、興盛〉,第四節〈成康昭穆時代的文治武功及華夏國家的初步奠立〉,第63頁-第66頁。
  101. Dương Khoan 1999, tr. 83–86. (Dương Khoan (1999). 西周史 [Tây Chu sử]. Đài Bắc: 臺灣商務印書館 [Đài Loan thương vụ ấn thư quán]. ISBN 978-957-05-1527-5.)
  102. 《左傳·昭公二十六年》:「成王靖四方,康王息民」
  103. 《大保簋》:「王伐錄子,聖摣厥,反。王降征令于大保。大保克敬亡遣。王迎大保,賜休余土,用茲彜對令。」
  104. 《小臣𧫻簋》:「东夷大反,伯懋父以殷八师征东夷。」
  105. 《逸周書·作雒解》:「俾康叔宇於殷,俾中旄父宇於東」
  106. 《小盂鼎》:「王令盂,□(以)□□伐忒(鬼)方,□□□□(聝)□。執□(酋)三人。隻(獲)馘四千八百又二馘。孚(俘)人萬三千八十一人。」
  107. 任會斌(2012年):《80件最有意思的中國青銅器》〈治國經驗談-大盂鼎〉,第46頁
  108. 葉正渤(2010年):《金文標準器銘文綜合研究》下篇〈金文標準器銘文疏證與歷史斷代〉,一〈西周早期〉三〈康王時期〉,第99頁
  109. 《今本竹書紀年·康王》:「十六年,王南巡狩,至九江廬山。」。
  110. Dương Khoan 1999, tr. 37. (Dương Khoan (1999). 西周史 [Tây Chu sử]. Đài Bắc: 臺灣商務印書館 [Đài Loan thương vụ ấn thư quán]. ISBN 978-957-05-1527-5.)
  111. 許倬雲(1984年):《西周史》第五章〈封建制度〉第一節〈分封的本質〉,第140頁。
  112. 《左傳·昭公九年》:『我自夏以后稷,魏、骀、芮、岐、毕,吾西土也。及武王克商,蒲姑、商奄,吾东土也;巴、濮、楚、邓,吾南土也;肃慎、燕、亳,吾北土也。』
  113. Li Feng. Landscape and Power in Early China. Cambridge University Press. pp. 93–94. ISBN 0511348487.
  114. Goldin 2020 ↓, s. 92–93. (Paul R. Goldin: Routledge Handbook of Early Chinese History. New York: Routledge, 2020. ISBN 978-0-367-58066-7.)
  115. 佐藤信弥 2016, p. 72-79. (佐藤信弥『周-理想化された古代王朝』中央公論新社、2016年。ISBN 978-4-12-102396-4。全国書誌番号:22799711。https://id.ndl.go.jp/bib/027586785。)
  116. 《員卣》:「員從史□伐會,員先內(入)邑,員孚(俘)金,用作旅彝」
  117. 《中方鼎》:「隹(唯)王令南宮伐反虎方之年,王令中先省南或(國)貫行,□王□(居)在夔□貞山。中乎歸(饋)生鳳于王,□于寶彜。」
  118. 《過伯簋》:「過伯從王伐反荊,孚金,用作宗室寶尊彜。」
  119. 《古本竹書紀年·昭王》:「六年,伐楚荊,渉漢,遇大兕。」。
  120. 《古本竹書紀年.昭王》:「十九年,天大曀,雉兔皆震,喪六師于漢。」「昭王末年,夜淸,五色光貫紫微。其年王南巡不反。」
  121. 楊寬(1999年):《西周史》第四編:第四章〈西周王朝力待對四方的征伐和防禦〉,第528頁-第530頁。
  122. 《呂氏春秋·音初》:「周昭王親將征荊,辛餘靡長且多力,為王右。還反涉漢,梁敗,王及蔡(祭)公抎於漢中。辛餘靡振王北濟,又反振蔡(祭)公。」
  123. 《史記正義》引《帝王世紀》:「昭王德衰,南征,濟于漢,船人惡之,以膠船進王,王御船至中流,膠液船解,王及祭公俱沒于水中而崩。其右辛游靡長臂且多力,游振得王,周人諱之。」
  124. 楊寬(1999年):《西周史》第四編:第四章〈西周王朝力待對四方的征伐和防禦〉,第521頁-第526頁。
  125. 《班簋》:「隹(唯)八月初吉,才(在)宗周。甲戌,王令毛白(伯)更(賡)虢城公服,□(屏)王立(位),乍四方亟(極),秉□(繁)、蜀、巢令,易鈴。咸,王令毛公以邦冢君、土(徒)馭(御)、□(呈戈)人伐東或(國)□(狷)戎。......三年靜(靖)東或(國),亡(無)不成。□天畏(威)。」
  126. 《古本竹書紀年 周紀》:「周穆王伐大越,起九師,東至九江 ,駕黿鼉以為梁也。」。
  127. 《今本竹書紀年 周穆王十二年》:「毛公班、共公利、逄公固帥師從王伐犬戎。冬十月,王北巡狩,遂征犬戎。」
  128. 《今本竹書紀年 周穆王十七年》:「王西征昆侖丘,見西王母。其年,西王母來朝,賓於昭宮。秋八月,遷戎於太原。王北征,行流沙千里,積羽千里。征犬戎、取其五王以東。西征,至於青鳥所解。西征還履天下,億有九萬里。」
  129. 《今本竹書紀年 周穆王十三年》:「秋七月,西戎來賓。徐戎侵洛。冬十月,造父禦王,入於宗周。」
  130. 《今本竹書紀年 周穆王十四年》:「王帥楚子伐徐戎,克之。夏四月,王畋於軍丘。」
  131. 白川静(1992年):《西周史略》第三章〈鎬京辟雍〉,第二節〈汲冢紀年〉,第59頁-第67頁。
  132. 《左傳·昭公十二年》:「昔穆王欲肆其心,周行天下,將必皆有車轍馬跡焉,祭公謀父作《祈招》之詩,以止王心。」
  133. 《史密簋》:「隹(唯)十又一月,王令(命)师俗、史密曰:「東征」。敆南尸(夷)盧、虎會杞尸(夷)、舟尸(夷)雚(觀)不隊(墜),廣伐東或(國)。齐□(師)、族土(徒)、遂人乃执啚(鄙)寡亞(惡)。師俗□(率)齊□(師)、遂人左□伐長必。史密右□(率)族人、釐(萊)白(伯)、僰、□(夷)周伐長必,隻(獲)百人。對揚天子休,用作朕文考乙伯尊簋,子子孫孫其永寶用。」。
  134. Goldin 2020 ↓, s. 93. (Paul R. Goldin: Routledge Handbook of Early Chinese History. New York: Routledge, 2020. ISBN 978-0-367-58066-7.)
  135. 《漢書·匈奴傳》:「至穆王之孫懿王時,王室遂衰,戎狄交侵,暴虐中國」
  136. 《史記·秦本紀》:「非子居犬丘,好馬及畜,善養息之。犬丘人言之周孝王,孝王召使主馬於汧渭之閒,馬大蕃息......孝王曰:「昔伯翳為舜主畜,畜多息,故有土,賜姓嬴。今其後世亦為朕息馬,朕其分土為附庸。」邑之秦,使復續嬴氏祀,號曰秦嬴。」
  137. 《左傳·昭公二十六年》:「至于夷王,王愆于厥身,諸侯莫不並走其望,以祈王身」
  138. 《左傳·昭公二十六年》:「夷王三年,王致诸侯,烹齐哀公于鼎。」
  139. 《史记·齐世家》:「癸公卒,子哀公不辰立”。不辰,《索隐》《系本》作“不臣”,谯周亦作“不辰”,宋忠曰:“哀公荒淫田游,国史作《还诗》以刺之也。”《毛詩·齊風·還序》:“齐哀公好游猎,从禽兽而无厌,国人化之,遂成风俗。”
  140. 《史記·齊世家》:「哀公時,紀侯譖之周,周烹哀公而立其弟靜,是為胡公。胡公徙都薄姑,而當周夷王之時。」
  141. 佐藤信弥 2016, p. 108. (佐藤信弥『周-理想化された古代王朝』中央公論新社、2016年。ISBN 978-4-12-102396-4。全国書誌番号:22799711。https://id.ndl.go.jp/bib/027586785。)
  142. 《後漢書·西羌傳》:「厲王無道,戎狄寇掠,乃入犬丘,殺秦仲之族,王命伐戎,不克。 (註:「並見《竹書紀年》。」)」,此為《古本竹書紀年》。
  143. 《後漢書·東夷傳》:「厲王無道,淮夷入寇,王命虢仲征之,不克,宣王復命召公伐而平之。 (註:「並見《竹書紀年》。」)」,此為《古本竹書紀年》。
  144. 《國語·周語》:「厲王說榮夷公,芮良夫曰:『王室其將卑乎!夫榮公好專利而不知大難。…… 榮公若用,周必敗。』既,榮公為卿士,諸侯不享,王流于彘。」
  145. 許倬雲(2020年):《西周史》:第九章〈西周的衰亡與東遷〉,第四節〈西周的末世諸王〉,第447頁—第448頁。
  146. 《國語·周語》:「厲王虐,國人謗王。……王怒,得衛巫,使監謗者,以告,則殺之。國人莫敢言,道路以目。
  147. 楊寬(1999年):《西周史》第七編:第一章〈西周後期王室逐步衰落〉,第805頁-第809頁。
  148. 《史記·周本紀》:「厲王太子靜匿召公之家,國人聞之,乃圍之......乃以其子代王太子,太子竟得脫。」
  149. Goldin 2020 ↓, s. 95, 103. (Paul R. Goldin: Routledge Handbook of Early Chinese History. New York: Routledge, 2020. ISBN 978-0-367-58066-7.)
  150. 王が不在
  151. 《古本竹書紀年》
  152. 张, 英聘 (2003). ”4. The Zhou (From 1046 B.C. to 771 B.C.” (på engelska). THE HISTORY AND CIVILIZATION OF CHINA. 中央文献出版社. sid. 26–29. ISBN 7-5073-1360-3. https://archive.org/details/historycivilizat0000zhan
  153. 《詩經·小雅·斯干》:「《斯干》,宣王考室也。」
  154. 《詩經·大雅·烝民》:「王命仲山甫,式是百辟。纘戎祖考,王躬是保。」
  155. 《詩經·小雅·車攻》:「駕彼四牡,四牡奕奕。赤芾金舄,會同有繹。」
  156. 《今本竹書紀年》:「九年,王會諸侯于東都,遂守于甫。」
  157. 《兮甲盤》:「隹五年三月既死霸庚寅,王初格伐玁狁于□(上罒次口中十下回)□(上虎下魚),兮甲從王,折首執訊,休亡敃(愍),王賜兮甲馬四匹、軥車,王令甲政(征)司(治)成周四方責(積),至於南淮夷,淮夷舊我帛畮(賄)人,毋敢不出其帛、其責(積)、其進人,其賈,毋敢不即次即市,敢不用命,則即刑撲伐」
  158. 《詩經·大雅·常武》:「王命卿士,南仲大祖,大師皇父......不測不克,濯征徐國。」
  159. 《詩經·小雅·采芑》:「方叔蒞止,其車三千......蠢爾蠻荆,大邦爲讎。方叔元老,克壯其猶。」
  160. 楊寬(1999年):《西周史》第四編:第四章〈宣王伐玁狁(即犬戎)〉,第539頁-第541頁。
  161. 《詩經·小雅·采薇》:「靡室靡家,玁狁之故;不遑啟居,玁狁之故。」《詩經·小雅·六月》:「玁狁孔熾、我是用急......王于出征、以佐天子......文武吉甫、萬邦為憲」《詩經·小雅·出車》:「王命南仲,往城于方......赫赫南仲,玁狁於襄」
  162. 《虢季子白盤》:「虢季子白作寶盤。丕顯子白,壯武於戎工,經維四方。搏伐獫狁,於洛之陽。」
  163. 任會斌(2012年):《80件最有意思的中國青銅器》〈勝利的紀念-虢季子白盤〉,第112頁
  164. (2007年):《西周史與西周文明》第五章〈西周的衰亡〉,第三節〈宣王中興〉,第72頁-第77頁。
  165. 《後漢書·西羌傳》:「後二十七年,王遣兵伐太原戎,不克。後五年,王伐條戎、奔戎,王師敗績。後二年,晉人敗北戎於汾隰,戎人滅姜侯之邑。明年,王征申戎,破之。」
  166. 《國語·周語上》:「三十九年,戰于千畝,王師敗績于姜氏之戎。」
  167. 《今本竹書紀年》:「三十九年,王師伐姜戎,戰于千畝,王師敗逋。」
  168. 《國語·周語上》:「宣王既喪南國之師,乃料民于太原。仲山父諫曰:「民不可料也!......」王卒料之,及幽王乃廢滅。」
  169. 《國語·周語上》:「宣王即位,不籍千畝。虢文公諫曰:「不可。夫民之大事在農......。」王不聽。三十九年,戰于千畝,王師敗績于姜氏之戎。
  170. (2007年):《西周史與西周文明》第七章〈井田制與西周社會性質〉,第四節〈西周中後期井田制漸露衰敗端倪〉,第113頁-第118頁。
  171. 《國語·周語上》:「幽王二年,西周三川皆震。伯陽父曰:「周將亡矣!......。夫天之所棄,不過其紀。」是歲也,三川竭,岐山崩。」
  172. (2007年):《西周史與西周文明》第五章〈西周的衰亡〉,第四節〈幽王之死與平王東遷–西周滅亡〉,第68頁-第72頁。
  173. Goldin 2020 ↓, s. 103. (Paul R. Goldin: Routledge Handbook of Early Chinese History. New York: Routledge, 2020. ISBN 978-0-367-58066-7.)
  174. 《史記·周本紀》: 「幽王以虢石父為卿,用事,國人皆怨。石父為人佞巧善諛好利,王用之。」
  175. 《詩經·小雅·十月之交》:「燁燁震電,不寧不令。百川沸騰,山塚崒崩。......抑此皇父、豈曰不時。胡為我作、不即我謀。徹我牆屋、田卒汙萊。曰予不戕、禮則然矣。......皇父孔聖,作都於向。擇三有事,亶侯多藏。」
  176. 《今本竹書紀年·幽王》:「七年,虢人灭焦。」
  177. (2007年):《西周史與西周文明》第十八章〈西周的主要封國〉,第六節〈鄭、宋〉,第235頁-第236頁。
  178. 《後漢書·西羌傳》:「後十年,幽王命伯士伐六濟之戎,軍敗,伯士死焉。其年,戎圍犬丘,虜秦襄公之兄伯父。」
  179. Tse, Wicky W. K. (2018). The Collapse of China's Later Han Dynasty, 25–220 CE: The Northwest Borderlands and the Edge of Empire. Routledge. p. 45–46, 63, n.40. ISBN 978-1-315-53231-8 – via Google Books.
  180. 《古本竹書紀年·周紀》:《汲冢紀年》云:「平王奔西申,而立伯盤以為太子。」《左傳正義·昭公二十六年》
  181. 《國語·晉語上》:「獻公卜伐驪戎......史蘇曰:「......周幽王伐有褒,褒人以褒姒女焉,褒姒有寵,生伯服,于是乎與虢石甫比,逐太子宜臼而立伯服。」
  182. 《今本竹書紀年·幽王》:「三年,王嬖褒姒。」「五年,王世子宜臼出奔申。」「八年,王錫司徒鄭伯多父命。王立褒姒之子曰伯服,為太子。」
  183. 《今本竹書紀年·幽王》:「九年,申侯聘西戎及鄫。」 「十年春,王及諸侯盟于太室。秋九月,桃杏實。王師伐申。」
  184. 《繫年》:「褒姒嬖於王,王與伯盤逐平王,平王走西申。幽王起師,回(圍)平王於西申,申人弗畀,曾人乃降西戎,以攻幽王,幽王及伯盤乃滅,周乃亡。」
  185. 《古本竹書紀年·周紀》:《汲冢竹书纪年》:「(伯盘)与幽王俱死于 戏。先是,申侯、鲁侯及许文公立平王于申,以本大子 ,故称天王。」
  186. 徐元诰说:“戏即骊山之北,水名,见《路史·国名记》。在今陕西临潼县东三十里,尚有古戏亭。”徐元诰:《国语集解》,第173页。
  187. 《史記·周本紀》: 「又廢申后,去太子也。申侯怒,與繒、西夷犬戎攻幽王。幽王舉烽火徵兵,兵莫至。遂殺幽王驪山下,虜褒姒,盡取周賂而去。」
  188. Hucker (1978), p. 37. (Hucker, Charles O. (1978), China to 1850: A Short History, Stanford University Press, ISBN 0-804-70958-0)
  189. 《史記·周本紀》:「平王之時,周室衰微,諸侯彊并弱,齊、楚、秦、晉始大,政由方伯。」
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  192. 《左傳正義·昭公二十六年》引《竹書紀年》:「二十一年,攜王為晉文公所殺。以本非適,故稱「攜王」。」
  193. 《繫年》:「立廿又一年,晉文侯仇乃殺惠王於虢。」
  194. Li 2006 ↓, s. 245. (Feng Li: Landscape and Power in Early China. Cambridge: Cambridge University Press, 2006. ISBN 978-0-511-34848-8.)
  195. 《今本竹書紀年·平王》:「元年辛未,王東徙洛邑。錫文侯命。晉侯會衛侯、鄭伯、秦伯,以師從王入于成周。」
  196. 《今本竹書紀年·平王》:「二年,秦作西畤。魯孝公薨。賜秦、晉以邠、岐之田。」
  197. 《今本竹書紀年·平王》:「十年,秦還于汧、渭。」「十八年,秦文公大敗戎師于岐,來歸岐東之田。」
  198. 《左傳·隱公三年》:「鄭武公、莊公為平王卿士。王貳於虢,鄭伯怨王,王曰「無之」。故周、鄭交質。王子狐為質於鄭,鄭公子忽為質於周。王崩,周人將畀虢公政。四月,鄭祭足帥師取溫之麥。秋,又取成周之禾。周、鄭交惡。」
  199. (2007年):《春秋史與春秋文明》第二章〈平王東遷後的政治形勢〉,第一節〈周王室喪失控制權〉,第55頁-第58頁。
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  247. 《史记·卷四·周本纪第四》:「秦借道两周之间,将以伐韩,周恐借之畏於韩,不借畏於秦。」
  248. 《史记·卷四·周本纪第四》:「秦昭王怒,使将军摎攻西周。西周君饹秦,顿首受罪,尽献其邑三十六,口三万。秦受其献,归其君於周。周隐王卒,周民遂东亡。」
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  262. 《左傳·昭公十三年》:「昔天子班貢,輕重以列,列尊貢重,周之制也。」
  263. 蕭璠(1990年):《中國通史·先秦史》第三章〈封建體制的鼎盛時代〉,第二節〈封建體制下的政治、社會與經濟〉,第87頁。
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  268. 楊寬(1999年):《西周史》第三編:第二章〈西周王朝公卿官爵制度的分析〉,第317頁-第341頁。
  269. 《史記·楚世家》:「熊繹當周成王之時,舉文、武勤勞之後嗣,而封熊繹於楚蠻,封以子男之田,姓琇氏,居丹陽。」
  270. 楊寬(1999年):《西周史》第三編:第一章〈西周中央政權機構剖析〉,第297頁-第316頁。
  271. 《禮記·王制》:「諸侯之下士視上農夫,祿足以代其耕也。中上倍下士,上士倍中士,下大夫倍上士;卿,四大夫祿;君,十卿祿。次國之卿,三大夫祿;君,十卿祿。小國之卿,倍大夫祿,君十卿祿......次國之上卿,位當大國之中,中當其下,下當其上大夫。小國之上卿,位當大國之下卿,中當其上大夫,下當其下大夫,其有中士、下士者,數各居其上之三分。......大國:三卿;皆命於天子;下大夫五人,上士二十七人。次國:三卿;二卿命於天子,一卿命於其君;下大夫五人,上士二十七人。小國:二卿;皆命於其君;下大夫五人,上士二十七人。」
  272. Brashier, K. E. (2011). Ancestral Memory in Early China. Harvard University Press. ISBN 978-0-674-05607-7
  273. 《左傳·昭公七年》:「故王臣公,公臣大夫,大夫臣士。」
  274. 《應監甗》:「應監作寶尊彝」
  275. 《仲几父簋》:「仲几父使幾使於諸侯諸監」
  276. 《禮記·王制》:「天子使其大夫為三監,監於方伯之國,國三人。」
  277. Yuri Pines (2009). Envisioning Eternal Empire Chinese Political Thought of the Warring States Era. University of Hawaiʻi Press. pp. 17–20. ISBN 9780824832759
  278. 《番生簋》:「王令□(兼)斯公族、卿事、太史寮」
  279. 《毛公鼎》:王曰:「父歆!巳曰及茲卿事寮、大史寮,於父即尹,命汝司公族□參有司、小子、師氏、虎臣、□朕執事。」
  280. 《盠方尊》:「王册令尹......用司六师,王行,参有司:司土、司马、司工」
  281. (2007年):《西周史與西周文明》第十四章〈西周官制〉,第一節〈王朝中央官制〉,第188頁-第195頁。
  282. 《禮記·曲禮下》:「天子建天官,先六大:曰大宰、大宗、大史、大祝、大士、大卜,典司六典。」
  283. 楊寬(1999年):《西周史》第三編:第三章〈維護貴族權勢的重要官爵世襲制〉,第一節〈重要官爵世襲必須重加冊封〉,第343頁-第345頁。
  284. (2007年):《西周史與西周文明》第十四章〈西周官制〉,第二節〈關於世官世祿〉,第195頁-第199頁。
  285. 《師虎簋》:「隹(唯)元年六月既朢甲戌......王乎(呼)內史吳曰:冊令(命)虎,王若曰:虎,(載)先王既令(命)乃且(祖)考事,啻(嫡)官(司左)右戲緐(荊),今余隹(唯)帥井(型)先王令(命),令女(命汝更)乃(祖)考,啻(嫡)官□랡(司左)右戲緐荊,苟륒(敬夙)夜勿灋밿令(廢朕命)。」
  286. 《伯晨鼎》:「唯王八月,辰在丙午,王命. 侯伯晨曰:“嗣乃祖. 考侯于□」
  287. 楊寬(1999年):《西周史》第三編:第三章〈維護貴族權勢的重要官爵世襲制〉,第二節〈虢季氏世代為師〉,第345頁-第346頁。
  288. 楊寬(1999年):《西周史》第三編:第三章〈維護貴族權勢的重要官爵世襲制〉,第三節〈微氏世代為史〉,第347頁-第349頁。
  289. 楊寬(1999年):《西周史》第三編:第三章〈維護貴族權勢的重要官爵世襲制〉,第343頁-第349頁。
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  294. 《周禮·地官司徒》:「令五家為比,使之相保;五比為閭,使之相受;四閭為族,使之相葬;五族為黨,使之相救;五黨為州,使之相赒;五州為鄉,使之相賓。」
  295. 《周禮·地官司徒》:「遂人:掌邦之野。以土地之圖經田野,造縣鄙形體之法。五家為鄰,五鄰為里,四里為酂,五酂為鄙,五鄙為縣,五縣為遂,皆有地域,溝樹之。」
  296. 《禮記·喪服》:「黨,謂族類無服者也。逸《奔喪禮》曰:『哭父族與母黨於廟,妻之黨於寢,朋友於寢門外,壹哭而已,不踴。』」
  297. 《左傳》襄公二十三年云:「盡殺奕氏之族黨」。
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  303. 《周禮·春官·小宗伯》:「辨廟祧之昭穆。鄭玄注:『父曰昭,子曰穆。』」
  304. 《周禮·春官·冢人》:「先王之葬居中,以昭穆為左右。」
  305. 《禮記·祭統》:「夫祭有昭穆。昭穆者,所以別父子、遠近、長幼、親疏之序而無亂也。」
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  308. 《禮制·王制》:「中國戎夷,五方之民,皆有其性也,不可推移。東方曰夷,被髮文身,有不火食者矣。南方曰蠻,雕題交趾,有不火食者矣。西方曰戎,被髮衣皮,有不粒食者矣。北方曰狄,衣羽毛穴居,有不粒食者矣。中國、夷、蠻、戎、狄,皆有安居、和味、宜服、利用、備器,五方之民,言語不通,嗜欲不同。」
  309. 《尚書·周書·洛誥》:「曰其自時中乂,萬邦咸休,惟王有成績。」
  310. 《尚書·周書·酒誥》:「厥誥毖庶邦庶士,越少正,御事,朝夕曰:『祀茲酒』。」
  311. 謝維揚(2001年):《中國早期國家》第七章〈中國早期國家的典型期:商朝和周朝〉,第二節〈中央王朝與地方的關係〉,第490頁。
  312. 劉寶才(2002年):《先秦史》第四章〈商周王權的發展與政治制度〉,第二節〈分封制度〉,第84頁-第87頁。
  313. 劉寶才(2002年):《先秦史》第四章〈商周王權的發展與政治制度〉,第二節〈分封制度〉,第88頁-第90頁。
  314. 《左傳·定公四年》:「分魯公以大路大旂,夏后氏之璜,封父之繁弱,殷民六族,條氏,徐氏,蕭氏,索氏,長勺氏,尾勺氏,使帥其宗氏,輯其分族,將其類醜」
  315. (2007年):《西周史與西周文明》第十八章〈西周的主要封國〉,第一節〈魯國〉,第227頁-第229頁。
  316. 《左傳·僖公四年》:「管仲對曰,昔召康公命我先君大公曰,五侯九伯,女實征之,以夾輔周室,賜我先君履。東至于海,西至于河,南至于穆陵,北至于無棣。」
  317. (2007年):《西周史與西周文明》第十八章〈西周的主要封國〉,第二節〈齊國〉,第229頁-第230頁。
  318. 《克罍》、《克盉》:「王曰:大(太)保,隹(唯)乃明乃心,享于乃辟,余大封(對)。乃□(享),令克侯于匽(燕),使羌、□、𠭯、雩、馭、微。克□(垂)匽(燕)入土眔又(有)司,用作寶尊彝。」
  319. (2007年):《西周史與西周文明》第十八章〈西周的主要封國〉,第三節〈燕國〉,第230頁-第232頁。
  320. 《左傳·定公四年》:「分唐叔以大路密須之鼓,闕鞏沽洗,懷姓九宗,職官五正,命以唐誥,而封於夏虛,啟以夏政,疆以戎索」
  321. (2007年):《西周史與西周文明》第十八章〈西周的主要封國〉,第四節〈晉國〉,第232頁-第233頁。
  322. 《左傳·定公四年》:「分康叔以大路,少帛,綪茷,旃旌,大呂,殷民七族,陶氏,施氏,繁氏,錡氏,樊氏,饑氏,終葵氏」
  323. 《尚書·周書·康誥》:「王曰:「嗚呼!小子封。恫瘝乃身,敬哉!......已,汝惟小子,乃服惟弘王,應保殷民;亦惟助王宅天命,作新民。」
  324. 楊寬(1999年):《西周史》第五編:第一章〈西周時代的楚國〉,第593頁-第609頁
  325. 《詩經·大雅·崧高》:「亹亹申伯,王纘之事,于邑于謝,南國是式。」
  326. 《史記·楚世家》:「楚子熊繹與魯公伯禽、衛康叔子牟、晉侯燮、齊太公子呂伋俱事成王。」
  327. 《史記·楚世家》:「熊渠甚得江漢閒民和,乃興兵伐庸、楊蠆,至于鄂。熊渠曰:「我蠻夷也,不與中國之號謚。」乃立其長子康為句亶王,中子紅為鄂王,少子執疵為越章王,皆在江上楚蠻之地。」
  328. 《國語·魯語下》:「先王制土.....于是乎有鰥寡孤疾,有軍旅之出則征之,無則已。」
  329. 劉寶才(2002年):《先秦史》第四章〈商周王權的發展與政治制度〉,第四節〈軍制和刑罰〉,第102頁-第103頁。
  330. 《周禮·地官·司徒》:「乃會萬民之卒伍而用之:五人為伍,五伍為兩,四兩為卒,五卒為旅,五旅為師,五師為軍,以起軍旅,以作田役,以比追胥,以令貢賦。」
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  376. 《左傳》成公十年:「三月,鄭國貴族於如立公子繻,越一月,「鄭人(即鄭國「國人」)殺繻,立髡頑,子如奔許」。」
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  395. 《詩經·小雅·南山有台》:「南山有桑,北山有楊......南山有杞,北山有李......南山有栲,北山有杻......南山有枸,北山有楰」
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  419. 參見中國科學院考古研究所:《淬西發掘報告》附錄二《張家坡西周居住遺址陶瓷碎片的研究》,文物出版社,1963年
  420. 參見李也貞等〈有關西周絲綢和刺繡的重要發現〉,《文物》,1976年第4期。
  421. 地球社編輯部:《中國文明史 第一卷·先秦時期 中冊》第七章〈中華古建築格局的形成〉,第444頁-第464頁。
  422. (2007年):《西周史與西周文明》第一章〈西周史料的整理、研究與新的發現〉,第二節〈西周甲骨〉,第13頁-第16頁。
  423. 《逸周書·大匡》:「於是告四方游旅,旁生忻通,津濟道宿,所至如歸。幣租輕,乃作母以行其子,易資貴賤,以均游旅,使無滯。無粥熟,無室市,權內外以立均,無蚤莫」
  424. 《考工記·匠人》:「匠人营国......左祖右社,面朝后市」
  425. 《周禮·地官司徒》:「質人:中士二人......廛人:中士二人......胥師,二十肆則一人,皆二史。賈師,二十肆則一人,皆二史。司虣十肆則一人。司稽,五肆則一人。胥,二肆則一人。肆長,每肆則一人。泉府:上士四人」
  426. 《遽伯瞏簋》:「遽伯瞏乍寶尊彝,用貝十朋又四朋。」
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  430. 《詩經·邶風·柏舟》:「日居月諸,胡疊而微?心之憂矣,如匪浣衣。靜言思之,不能奮飛。」
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  434. 《國語·周語上》:「陽伏而不能出,陰迫而不能烝,于是有地震。今三川實震,是陽失其所而鎮陰也。陽失而在陰,川源必塞;源塞,國必亡。」
  435. 《詩經·小雅·雨無正》:「浩浩昊天,不駿其德。降喪饑饉,斬伐四國。」《詩經·大雅·雲漢》:「天降喪亂,饑饉薦臻。」
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  441. 《周禮·春官·大宗伯》:「以禋祀祀昊天上帝;以實柴祀日月星辰;以槱燎祀司中、司命、飌師、雨師;以血祭祭社稷、五祀、五嶽;以貍沈祭山林川澤;以疈辜祭四方百物;以肆獻裸享先王;以饋食享先王;以祠春享先王;以禴夏享先王;以嘗秋享先王;以烝冬享先王。」
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  457. 《燹公盨》:「生我王作臣,厥沫(貴)唯德,民好明德, 寡(顧)在天下。用厥邵(紹)好,益干(?) 懿德,康亡不懋。孝友,訏明 經齊,好祀無[貝鬼](廢)。心好德,婚媾亦唯協。」
  458. Loewe i Shaughnessy 1999 ↓, s. 804. (Martin Loewe, Edward Shaughnessy: Cambridge History of Ancient China. Cambridge: Cambridge University Press, 1999. ISBN 0-521-47030-7.)
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  462. 楊寬(1999年):《西周史》第六編:第四章〈陰陽五行家的起源〉,第一節〈伯陽父的陰陽學說〉,第657頁。
  463. 《國語·鄭語》:「夫和實生物,同則不繼。以他平他謂之和,故能豐長而物歸之;若以同裨同,盡乃棄矣。故先王以土與金木水火雜,以成百物。」
  464. 《尚書·洪範》:「一、五行:一曰水,二曰火,三曰木,四曰金,五曰土。水曰潤下,火曰炎上,木曰曲直,金曰從革,土爰稼穡。」
  465. 《禮記·曲禮上》:「夫禮者所以定親疏,決嫌疑,別同異,明是非也。」
  466. 《禮記·坊 記》:「禮者,因人之情而為之節文,以為民坊者也......夫禮,坊民所淫,章民之別,使民無嫌,以為民紀者也。」
  467. 〈略論周公對歷史的貢獻〉,《松遼學刊》,1994年第2期。
  468. 楊寬(1999年):《西周史》第六篇:第九章〈贄見禮新探〉,第757頁。
  469. 楊寬(1999年):《西周史》第六篇:第八章〈冊命禮概說〉,第787頁。
  470. 楊寬(1999年):《西周史》第六篇:第八章〈冠禮新探〉,第737頁。
  471. 楊寬(1999年):《西周史》第六篇:第七章〈鄉飲酒禮與饗禮新探〉,第737頁。
  472. 《周禮·春官宗伯》:「正樂縣之位,王宮縣,諸侯軒縣,卿大夫判縣,士特縣,辨其聲。」
  473. 《周禮·春官宗伯》:「大司樂:掌成均之法,以治建國之學政,而合國之子弟焉。......以六律、六同、五聲、八音、六舞大合樂。」
  474. 《穀梁傳·隱公五年》:「即謂天子八佾,諸公六佾,諸侯四佾之等也。」
  475. 《論語·八佾》:三家者以雍徹。子曰:「『相維辟公,天子穆穆』,奚取於三家之堂?」
  476. 關於西周曆日,有王國維的四分說,董作賓的定點說等等,詳見王勝利:〈西周曆法的月首、年首和記日詞語新探〉,《自然科學史研究》第九卷第一期。
  477. 《詩經·小雅·大東》:「維天有漢,監亦有光。跂彼織女,終日七襄。雖則七襄,不成報章。睆彼牽牛,不以服箱。」
  478. "Astronomy Education Network" (in Chinese). 4 July 2006. Archived from the original on 22 May 2011. Retrieved 5 December 2010.
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  480. 《曶鼎》:「 東宮乃曰,偿曶禾十秭,遗十秭,为廿秭。来岁弗赏,则付卌秭。」
  481. 《大戴禮記·保傅》:「古者年八歲而出就外舍,學小藝焉,履小節焉。束髮而就大學。學大藝焉,履大節焉。」
  482. 地球社編輯部:《中國文明史 第一卷·先秦時期 中冊》第六章〈自然科學的主要門類及其成就〉,第二節〈數學的萌芽〉,第358頁-第360頁。
  483. 《周禮·天官》:「四時皆有癘疾,春時有痟首疾,夏時有癢疥疾,秋時有瘧寒疾,冬時有嗽、上氣疾。」
  484. 《周禮·天官》:「以五味、五穀、五藥養其病。以五氣、五聲、五色視其死生。兩之以九竅之變,參之以九藏之動。凡民之有疾病者,分而治之;死終,則各書其所以而入于醫師。」
  485. (2007年):《西周史與西周文明》第一章〈西周史料的整理、研究與新的發現〉,第一節〈西周史料的整理、研究與新的發現〉,第4頁-第12頁。
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  487. 任會斌(2012年):《80件最有意思的中國青銅器》〈首倡中國-何尊〉,第44頁
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  492. 《尚書·周書·立政》:「立政:任人、準夫、牧、作三事。」
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  497. 《漢書‧楊胡朱梅雲傳》:初,武帝時,始封周後姬嘉為周子南君,至元帝時,尊周子南君為周承休侯,位次諸侯王。使諸大夫博士求殷後,分散為十餘姓,郡國往往得其大家,推求子孫,絕不能紀。時,匡衡議,以為「王者存二王后,所以尊其先王而通三統也。其犯誅絕之罪者絕,而更封他親為始封君,上承其王者之始祖。《春秋》之義,諸侯不能守其社稷者絕。今宋國已不守其統而失國矣,則宜更立殷後為始封君,而上承湯統,非當繼宋之絕侯也,宜明得殷後而已。今之故宋,推求其嫡,久遠不可得;雖得其嫡,嫡之先已絕,不當得立。《禮記》孔子曰:『丘,殷人也。』先師所共傳,宜以孔子世為湯後。」上以其語不經,遂見寢。
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